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05.12.2016 - 19:47
Foto: EPA / Video: Sony Music

Paul Simon feiert Jubiläum seiner Platte "Graceland"

14.06.2012, 14:30
Jubiläumsausgaben wegweisender Alben mit Bonus-Material sind zurzeit groß in Mode. Mit knapp einen Jahr Verspätung feiert jetzt auch Paul Simons Plattenfirma die legendäre, im August 1986 veröffentlichte "Graceland"-LP und würdigt sie mit einer Neuauflage in Form einer "25th Anniversary Edition", die in verschiedenen Formaten erhältlich ist.

Die Platte "Graceland" beeinflusst und inspiriert bis heute Fans und Musiker auf der ganzen Welt und hatte eine ungeheure Wirkung für die weltweite Popularität afrikanischer Musik. Das Album, das sich bis dato über 14 Millionen Mal verkauft hat, setzte Maßstäbe in der Weltmusik und im Zusammenspiel mit Musikern aus der Dritten Welt und wurde zum bis dato größten Erfolg von Simons Solokarriere. Die Entscheidung des US- Amerikaners, mit afrikanischen Künstlern zu arbeiten, führte zu einer bis zu diesem Zeitpunkt nie gehörten Fusion in Sachen Weltmusik.

Album brachte Simon viel Kritik ein

Dass Simon die Basic- Tracks für "Graceland" in Südafrika aufgenommen hatte, brachte ihm bald Kritik und den Vorwurf ein, er habe durch die Zusammenarbeit mit den Musikern aus Südafrika den UN- Boykott gegen das Apartheid- Regime unterlaufen und beute schwarze Künstler in kolonialistischer Manier aus. Doch dem widersprechen die Fakten: Tatsächlich zahlte Simon jedem der Musiker mit knapp 200 US- Dollar den besten Stundenlohn für Studioaufnahmen in den USA. Wer darüber hinaus Ideen einbrachte, wurde in den Credits erwähnt - was Musikern wie etwa Ladysmith Black Mambazo eine stete Einnahmequelle aus dem Verkauf des Albums eröffnete.

Simon selbst gab später zu, dass er nach den 14- tägigen "Graceland"- Studiosessions das Land fast fluchtartig verlassen habe, weil er sich dort "unwohl" fühlte. Die Repressionen der rassistischen weißen Regierung waren zu der Zeit gerade auf einem traurigen Höhepunkt und der linksliberale Musiker konnte die Zeichen der Zeit wohl nicht übersehen.

Grammy für das beste Album

Neben unzähligen afrikanischen Musikern - darunter auch Youssou N'Dour - wirkten auf "Graceland", für das Simon 1987 den Grammy für das beste Album erhielt, auch in Nordamerika und Europa etablierte Musiker wie etwa die Everly Brothers, die Sängerin Linda Ronstadt oder die Gruppe Los Lobos mit.

Die Platte war ein voller Erfolg. Sie erreichte Rang drei in den US- Album- Charts und landete in zahlreichen Ländern sogar auf Platz eins. In einem Ranking des renommierten Musikmagazins "Rolling Stone", das Ende 1989 die seiner Ansicht nach zehn besten Rock- und Pop- Platten aus den achtziger Jahren ermittelte, landete "Graceland" auf Rang fünf, noch vor Bruce Springsteens "Born In The USA" und Michael Jacksons "Thriller".

Neue "Graceland"- Doku als Bonus

Anlässlich des "25th Anniversary" drehte der zweifache Emmy- Gewinner Joe Berlinger im Vorjahr den Dokumentarfilm "Under African Skies" (siehe Trailer oben), der die Entstehung des Albums und auch ein Wiedersehen mit Simons einstigen Mitstreitern auf der Bühne zeigt. Der 101 Minuten langen Streifen liegt sowohl "Deluxe Edition" als auch "Collector's Edition Box" auf DVD bei. In dem Film kommen bedeutende Anti- Apartheid- Aktivisten sowie u.a. Quincy Jones, Harry Belafonte, Paul McCartney, David Byrne und Peter Gabriel zu Wort. "Under African Skies" ist zudem auf Blu- ray Disc erhältlich.

Das im Vorjahr remasterte Album enthält ein Dutzend makelloser Afro- Pop- Songs, die bis heute ihren Einfluss in der Musikszene haben. Darunter die Hits "Graceland", "The Boy In The Bubble" und "You Can Call Me Al" sowie - wohl als zusätzlichen Kaufanreiz - einige neue Bonustracks, die bei der "Collector's Edition Box" auf eine eigene CD gepresst wurden. Die angesprochende, wunderschöne Box enthält außerdem die DVD "Graceland: The African Concert", die erstmals 1999 auf VHS- Video und DVD erschienen ist. Es zeigt einen Mitschnitt zweier Konzerte, die unter der Regie von Michael Lindsay- Hogg anno 1987 in Harare (Zimbabwe) aufgezeichnet wurden und neben den "Graceland"- Songs auch Kostproben exzellenter afrikanischer Popmusik enthalten.

Fazit: Selbst nach mehr als einem Vierteljahrhundert hat "Graceland" keinen Staub angesetzt und gehört daher in jede gut sortierte Plattensammlung. Für jene, die das Album dereinst noch auf Vinyl gekauft haben, bieten die "25th Anniversary"- Ausgaben nun die Möglichkeit, die Songs in digitalem Glanz zu erstehen. Junge Pop- Fans können eines der besten Alben des vergangenen Jahrhunderts entdecken.

9 von 10 Gracelands

14.06.2012, 14:30
Wilhelm Eder
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