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02.12.2016 - 21:53
Foto: Sony Music

Ozzy: "Ich würde gerne auf der Bühne sterben"

04.06.2013, 17:53
Ozzy Osbourne, der unumstößliche "Prince Of Darkness", war mit Black Sabbath ein Heavy-Metal-Pionier und steht auch mit 64 Jahren noch auf der Bühne. Mit seinen alten Kollegen hat er nach 35 Jahren wieder ein Album aufgenommen. Im "Krone"-Interview zeigt er sich einerseits wortkarg und verwirrt, andererseits aber auch hellwach, wenn es darum geht, die Werbetrommel zu rühren. Der Mann ist ein Unikat.

"Krone": Ozzy, am 7. Juni erscheint mit "13" das erste Black- Sabbath- Album mit dir am Mikro seit 35 Jahren ("Never Say Die!"). Dir ist sicher bewusst, dass die Erwartungen der Fans extrem hoch sind?
Ozzy Osbourne: Klar, aber meiner Meinung nach wird niemand enttäuscht werden. Wir haben uns wirklich ins Zeug gelegt und das Album klingt fantastisch.

"Krone": Was können wir davon erwarten? Wird es nach den alten Ozzy- Black- Sabbath- Alben klingen?
Ozzy: Auf jeden Fall. Am ehesten könnte man es mit den ersten beiden Alben und "Vol. 4" vergleichen.

"Krone": Was hattest du für ein Gefühl, als du mit deinen alten Kumpels wieder im Studio gestanden bist?
Ozzy: Es war fabelhaft, einfach wundervoll. Die ganze Zusammenarbeit hat erstmals wirklich gepasst und wir waren uns quasi in allen Punkten einig. Es war ja nicht das erste Mal, dass wir ein Album zusammen aufnehmen wollten, aber irgendwas hat uns immer daran gehindert. Nun kamen wir an den Punkt, wo wir uns sagten: "Jetzt, oder nie"!

"Krone": War das Zusammenfinden denn kein schwieriger Prozess?
Ozzy: Als wir die Riffs und Lyrics aufgenommen haben, gab es überhaupt keine Probleme. Dieses Mal hat wirklich alles gut funktioniert.

"Krone": Was hat sich beim Aufnahmeprozess und der Zusammenarbeit seit den 70er- Jahren alles verändert?
Ozzy: Es hat sich dieses Mal alles echt und richtig angefühlt. Ansonsten arbeiteten wir wie immer.

"Krone": Ihr hattet über die letzten Jahre mehrere Reunions, bis zum Album hat es dann doch sehr lange gedauert.
Ozzy: Wir haben es wirklich oft versucht und ich habe früher selbst genügend Fehler gemacht. Jetzt haben wir das Album gemacht, obwohl Tony (Iommi, Gitarrist - Anm. d. Verf.) gegen Krebs ankämpft. Er ist ein wahrer Held.

"Krone": Wie geht es ihm zurzeit?
Ozzy: Ich hoffe, dass es ihm gut geht.

"Krone": Hat der Albumtitel "13" eine besondere Bedeutung?
Ozzy: Es ist nur eine Zahl – wir hätten es auch schlimmer treffen können.

"Krone": Insgesamt habt ihr 16 Songs aufgenommen – wie viele haben es letztendlich auf das Album geschafft?
Ozzy: Weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall wird es Box- Sets, Bonustracks und dergleichen geben.

"Krone": Könnte man nicht einige Songs für ein weiteres Studioalbum verwenden?
Ozzy: Nein, das ist ausgeschlossen. Ich weiß nicht, ob wir noch mal ein Album machen werden. Kann gut sein, aber wissen tue ich es nicht. Ich bin einfach dankbar, dass wir dieses starke Album zustande gebracht haben.

"Krone": Du hast gesagt, "13" wäre das wichtigste Album deiner Karriere. Aus welchem Grund?
Ozzy: Die Leute fragen mich schon seit Jahren, wann ich denn endlich wieder mal auf einem Black- Sabbath- Album zu hören sein werde und wann wir wieder zusammenarbeiten. Und jetzt haben wir das nach vielen Schwierigkeiten hingekriegt. Es ist nicht einfach nur ein neues Black- Sabbath- Album, sondern etwas spezielles. Ich bin so dankbar und aufgeregt, wenn ich an die Veröffentlichung denke – kein Black- Sabbath- Fan wird von diesem Album enttäuscht sein. Die Qualität ist verdammt hoch.

"Krone": Ihr habt schon 2001 ein paar Songs geschrieben. Wurden die auch für das neue Album verwendet?
Ozzy: Nein, davon haben wir keinen einzigen verwendet.

"Krone": Hast du während der Aufnahmen Druck verspürt? Druck, etwas wirklich Großes erschaffen zu müssen?
Ozzy: Nein, absolut nicht. Ich war schon Alkohol- und Drogenabhängig und habe all das überlebt. Wir waren lange genug von diesem Bullshit beeinflusst. Die Zeiten sind vorbei, darum verspüre ich auch keinen Druck mehr.

"Krone": Wie verlief die Zusammenarbeit mit Produzent Rick Rubin?
Ozzy: Er ist ein verdammt cleverer Kerl. Er ist schon seit vielen Jahren Black- Sabbath- Fan und wusste immer, worauf es bei uns ankommt. Im Endeffekt war die Zusammenarbeit mit ihm besser, als ich erwartet hätte.

"Krone": Viele Fans hätten sich eine komplette Reunion gewünscht, aber Drummer Bill Ward hat sich dazu entschlossen, das Album nicht miteinzuspielen. Aus welchem Grund?
Ozzy: Das musst du Bill fragen, ich habe keine Ahnung.

"Krone": Besteht denn die Möglichkeit, dass Bill wieder zu Black Sabbath zurückkehrt?
Ozzy: Alles ist möglich – wenn es passt, würde es mich sehr freuen, wäre er wieder in der Band.

"Krone": Ersatzmann war Brad Wilk, den man von Rage Against The Machine kennt.
Ozzy: Er ist kein fixes Mitglied, sondern nur Session- Drummer.

"Krone": Wird man ihn auch auf Tour sehen?
Ozzy: Nein, live wird Tommy Clufetos bei uns spielen.

"Krone": Eure Tour hat im April in Australien gestartet. Was bietet ihr den Fans?
Ozzy: Hoffentlich eine große Show. Bis jetzt war das Feedback sehr gut und wir werden auch einige Songs aus dem neuen Album spielen.

"Krone": War das für dich ein magischer Moment, als du mit deinen alten Kollegen wieder die Bühne betreten hast?
Ozzy: Absolut. Es ist, als ob du mit deiner Ex- Freundin schlafen würdest. Du weißt genau, was du tust.

"Krone": 2012 hast du als "Ozzy & Friends" bereits ein Konzert in der Wiener Stadthalle gegeben und warst sehr gut in Form. Bist du fitter denn je zuvor?
Ozzy: Oh ja, ich trinke nicht mehr, nehme keine Drogen und rauche auch nicht. Ich achte auf meine Gesundheit.

"Krone": Kannst du dich noch an den Auftritt erinnern?
Ozzy: Nicht wirklich, das ist schon zu lange her.

"Krone": Hattest du wenigstens Zeit, dir die Stadt anzusehen?
Ozzy: Leider nicht. Auf Tour ist immer so viel zu tun, dass nicht wirklich Zeit für Sightseeing bleibt.

"Krone": Wird es für dich mit zunehmenden Alter schwieriger, dich für Liveshows zu motivieren?
Ozzy: Nein, darum bin ich ja auf der Welt.

"Krone": Sind Liveshows für dich nach so vielen Jahren noch immer aufregend?
Ozzy: Absolut. Wenn ich die Bühne betrete, dann kommt das Feeling von früher immer zurück. Nicht alle Shows funktionieren so wie ich will, aber die meisten sind echt gut. Ich bin sehr glücklich die Leute zu sehen und noch glücklicher, dass sie mich noch immer sehen wollen.

"Krone": Wie sieht es denn mit deiner Solokarriere aus?
Ozzy: Solange wir zusammen bleiben, konzentriere ich mich auf Black Sabbath und auch noch auf Ozzy & Friends. Ich kann ja nicht alles zur gleichen Zeit machen.

"Krone": Wird es künftig also auch weitere Ozzy & Friends- Shows geben?
Ozzy: Ich weiß nicht, aber ich werde mich jedenfalls noch länger nicht zur Ruhe setzen. Ich werde es so lange machen, wie ich kann. Wenn ich sterbe, dann sterbe ich eben. Ich würde gerne auf der Bühne sterben.

"Krone": Interessant war auch deine Aussage, dass du gerne etwas mit Adele aufnehmen möchtest. Warum gerade Adele?
Ozzy: Das war eine kleine Missinterpretation. Was ich sagte war, dass ich Adele's "21"- Album mag, weil sie dort einfach eine brillante Arbeit abgeliefert hat. Sie ist 25 Jahre alt und ich bin verdammte 64. Ich liebe ihre Songs, die Frau ist großartig.

"Krone": Gibt es eigentlich noch Musiker, mit denen du nach so vielen Jahren gerne arbeiten würdest?
Ozzy: Nein.

"Krone": Nachdem du der Mitbegründer von Heavy Metal warst – was hältst du von der heutigen Musikszene?
Ozzy: Ich kümmere mich nicht wirklich darum. In Amerika und England ist alles überschwemmt mit diesen Talente- und Castingshows und die fetten Umsätze für die Musikindustrie sind Vergangenheit. All die guten Plattenläden sperren reihenweise zu. Ich kümmere mich weder um diese Shows, noch um Downloads.

"Krone": Gibt es im schnelllebigen Musikgeschäft noch immer Platz für eine alte Band wie Black Sabbath?
Ozzy: Ich hoffe es zumindest, denn wir haben wirklich viel Arbeit in das neue Album geworfen.

"Krone": Zu den Ozzy & Friends- Shows sind auch unheimlich viele junge Leute gepilgert. Weißt du das zu schätzen?
Ozzy: Natürlich. Ich freue mich immer junge Fans zu sehen, die nicht mal geboren waren, als ich schon gar nicht mehr in der Band war.

04.06.2013, 17:53
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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