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03.12.2016 - 10:44
Foto: Rene Huemer, Warner Music/Manfred Baumann

Oliver Wimmer: "14 Hours"

24.05.2009, 13:01
Die Stunde der Wahrheit für jeden Starmania-Sieger ist der Tag, an dem das erste Album erscheint. Für Oliver Wimmer, den Sieger der vierten Staffel der Castingshow, war es am Freitag so weit. Sein Debüt "14 Hours" überrascht mit ungeahnter technischer Perfektion und einer professionellen Produktion. Kein Wunder, das Album ist "made in Germany". Trotzdem ist Präzision nicht alles...

Bei weitem nicht nur musikalische Qualitäten machen bis dahin unbekannte Österreicher zu Siegern der ORF- Castingshow "Starmania". Sympathie, Aussehen, Charakter - und nicht zuletzt ein Fankreis, der gewillt ist, für teures Geld beim Staatsfunk anzurufen, um dem Lieblingskandidaten beim Entscheidungsvoting zu helfen. Ironischerweise kommt es dann beim ersten Album eines Siegers, draußen in der harten Welt des Musikbusiness, noch immer nicht darauf an, ob er oder sie wirklich gut singen oder Songs schreiben kann. Die wichtigen Schritte setzen hier zunächst Management und Plattenfirma.

Oliver Wimmer hat Glück gehabt. Er ist der erste Castingshow- Sieger, dessen Debütalbum nicht bei Universal Music Austria erscheint (darum in der vierten Staffel auch kein Hannes Eder), was heißt, dass er nicht bei den "üblichen verdächtigen" heimischen Produzenten landete. Um den talentierten Burgenländer kümmerte sich im Auftrag von Warner Music Austria ein Produzententeam aus Deutschland mit Unterstützung einiger heimischer Musikgranden wie Thomas Rabitsch. Das Album "14 Hours" ist trotzdem ein Kompromiss aus Zeitdruck und Oliver Wimmers musikalischen Qualitäten, der nicht nur Sänger, sondern auch ein achtbarer Gitarrist und Songschreiber ist. Drei von elf Songs stammen aus seiner Feder, bei der Single "Blown Away" war er immerhin Co- Writer. Und im Studio in Deutschland übernahm er bei ebenfalls drei Songs die Gitarrenparts. Als Sessionmusiker erwischte Oliver Wimmer dafür nur Vollprofis, darunter auch den begnadeten Schlagzeuger Felix M. Lehrmann.

Und wie klingt das Debüt? Sehr, sehr Rockig, manchmal bombastisch, Groove- betont - und dermaßen professionell aufgenommen, dass es mit Garantie jede Radiostation in Europa annehmen würde, was bei Starmania- Produktionen leider schon einige Male nicht der Fall war. Zur Qualität tragen auch die eingekauften Songs bei, die nicht Marke "letzte Reserve" sind, sondern mitunter Ohrwurm- Qualität besitzen. Bei den Lyrics steckt eher weniger dahinter: Liebe und Liebeskummer, die Suche nach dem Sinn des Lebens und ein bisschen Mutmacherei, verpackt in englischsprachigen Textpassagen, die gut klingen, aber wenig aussagen und schon gar nichts beim Namen nennen. Eine Coverversion von Nelly Furtados "Say It Right" tanzt in der perfekt abgestimmten Zusammenstellung ein bisschen aus der Reihe, macht aber gleichzeitig deutlich, dass man mit den richtigen Mitteln und ein paar Vollprofis, die am Pro- Tools- Computer jeden Instrumentalisten arbeitslos machen könnten, wirklich alles gut klingen lassen kann.

Fazit: Ein persönliches Album ist etwas anderes. Oliver Wimmer schreibt es im Booklet selbst: "Dieses Album wurde vor allem durch einen Faktor geprägt: Zeitdruck." Trotzdem stampft es Sound- mäßig sämtliche Post- Starmania- Produktionen in Grund und Boden und ist klanglich schon jetzt dort, wo Christina Stürmer erst mit dem zweiten Album (da ging sie ins deutsche Studio) hinkam. "14 Hours" klingt halt "made in Germany": technisch perfekt, zuverlässig und mit dem Charme eines Präzisionswerkzeuges. Den fehlenden Herz- Faktor muss Oliver Wimmer jetzt selbst rüberbringen.

6,5 von 10 Präzisionsarbeiten

von Christoph Andert
Foto by Rene Huemer, Album- Cover by Manfred Baumann

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