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06.12.2016 - 21:10
Foto: Andreas Graf / Video: APA

Metallica rockten die Wiener Stadthalle

15.05.2009, 11:51
Vorbei sind die Zeiten, in denen Metallica mit ihrem Thrash-Metal-Sound nur ein Thema für hartgesottene Metal-Freaks waren. Das zeigte das Konzert am Donnerstag in der Wiener Stadthalle nur allzu gut. Und es zeichnet die größte Metal-Band der Welt wohl aus, kreischende Teenies, Vater-Sohn-Gespanne, Normalos und echte Metaller unter einen Hut zu bringen. So viel vorweg: Allen hat’s gefallen, keiner ging enttäuscht nach Hause. Und das zu Recht, lieferten die „Four Horsemen“ doch einen grandiosen Gig ab, der vor Hits nur so strotzte!

So viel war schon beim Opener "That Was Just Your Life" von "Death Magnetic", dem neuesten Album der Kalifornier, klar. Zuerst durften aber noch The Sword und Machinehead auf die Bühne. Gerade auf zweitere hatten wohl auch einige Anwesenden in der randvoll ausverkauften Wiener Stadthalle gewartet. Blöd nur, dass der Sound diesen Namen eigentlich gar nicht verdiente. Statt knackiger Gitarrenriffs und Doublebass- Gewitter am Schlagzeug gab’s nur Geräusch- Brei – Hauptsache laut, dachte sich wohl der verantwortliche am Mischpult. Schade, dass die großartigen Nummern der Jungs um Robb Flynn so einfach untergingen.

Bilder von Metallicas Wien- Konzert findest du in der Infobox!

Die Angst, die Soundqualität könnte sich bei Metallica ähnlich unterirdisch darstellen, blieb Gott sei Dank unbegründet: Immer noch ziemlich laut, dafür aber klar, dröhnten schon die ersten Songs aus den Boxen. Nach "That Was Just Your Life" legten Sänger und Gitarrist James Hetfield und Co. gleich noch eine Nummer von ihrem neuen Album nach, um im Anschluss mit "Of Wolf and Man" und "Harvester of Sorrow" in die späten 80er- und frühen 90er- Jahre ihres Werks einzutauchen. Dann die erste Überraschung: Die Band spielt ihren sonst gerne für Zugaben genutzten Überhit "One" schon nach den ersten paar Songs. Die Menge feiert und singt aus vollem Hals. Zum ersten Mal an diesem Abend lodern verschiedenfarbige Flammen auf der Bühne und tauchen James Hetfield, Drummer Lars Ulrich, Gitarrist Kirk Hammet und Bassits Robert Trujillo in gleißendes Licht. Irre! Und symptomatisch für den gezielt sparsamen aber extrem wirkungsvollen Einsatz der Spezial- Effekte, den die Band auf dieser Tour zur Maxime erhoben hat.

Mit großer Spielfreude rattert Metallica danach durch weitere Songs des aktuellen Albums – klarerweise darunter auch die erste Single- Auskopplung von "Death Magnetic": "The Day That Never Comes". Dazwischen streuen sie Klassiker wie "Sad But True" oder das große "Master of Puppets". Das Publikum dankt es der Band und feiert ihre Metal- Heroen frenetisch ab. Das Prinzip der so genannten "Center Stage" bringt dabei die vier Musiker noch näher an die Fans. Frontal- Konzerte waren gestern: Denn durch die Bühne in der Mitte der Halle kommen umso mehr Metal- Heads in den Genuss, die äußerst sympathisch aufgeigende Band aus nächster Nähe zu sehen. Das funktioniert natürlich nur Dank der agilen Bühnen- Performance, denn die Rocker  – natürlich außer Drum- Maschine Ulrich – laufen unentwegt von einer Seite zur anderen, singen einmal dort ins Mikro um im nächsten Moment wieder die Zuschauer auf der anderen Seite mit ihrer Anwesenheit zu beehren. Tolle Idee!

Ein geniales "Nothing Else Matters" später haben Metallica nach weit über zwei Stunden auch genug: "Jump in the Fire" kommt als erste Zugabe. Und bei voller Saalbeleuchtung (James: "I want to see you people!") spielen sie unter dem Jubel und Gegröle der aufgeheizten Menge noch den Mitsing- Klassiker "Seek and Destroy". Dabei ergießt sich ein Meer aus übergroßen, schwarzen "Death Magnetic"- Luftballons auf die Fans, die sich einen Spaß daraus machen, die Bälle durch die Luft der Stadthalle zu kicken. Nach der obligatorischen Plektrum- und Drumstick- Verteilaktion geht die sichtlich zufrieden Band von der Bühne und entlässt die ebenfalls sichtlich zufriedenen Fans in die nasskalte Mainacht. "Vienna! See you in six weeks!", heißt es da zum Abschied und es scheint im Stillen abgemacht, dass die meisten der Anwesenden wohl auch am Novarock- Festival wieder den gar nicht beschaulichen Metallica- Klängen lauschen werden.

von Stefan Taferner
Fotos: Andreas Graf

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