Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
21.07.2017 - 15:22
Foto: Robert Hinterleitner

Italo- Rocker Zucchero begeisterte Kuba

24.12.2012, 09:00
Rock-Legende Zucchero liebt die Musik Kubas – und schenkte den Kubanern daher ein gigantisches Gratiskonzert. Die "Krone" war dabei und hat mit ihm über die Magie des Landes, musikalische Pioniertätigkeiten und den Rock 'n' Roll gesprochen.

"Eigentlich war es eine 'Mission Impossible'", lacht Italo- Rocker Zucchero im palmenumsäumten Garten des Hotel Nacional in Havanna nach seinem großen Abend. Dicke Nachtschatten liegen unter seinen Augen – denn den Erfolg feierte er, wie man es auf Kuba gerne macht, mit Rum, Zigarren und viel Musik bis in die frühen Morgenstunden.

So wichtig wie Mathe und Schreiben

Monatelang hatten Zucchero und sein Team an einem Konzert gearbeitet, das fast unmöglich schien. Denn auch wenn in Havanna Livemusik aus jeder Bar klingt, die Menschen in den Straßen von Gitarreros und Percussionisten begleitet werden und Musik für die Kinder in der Schule ein mindestens ebenso wichtiges Fach wie Mathematik und Schreiben ist – große Rockkonzerte internationaler Superstars sind der abgeschotteten Insel so gut wie fremd.

"Auf Kuba gibt es fast nichts. Keine Technik, keine Veranstalter, vielleicht ein paar Scheinwerfer aus den 60ern. Wir mussten alles aus Italien mitbringen. Insgesamt zehn Container wurden aus Genua verschifft", erzählt Zucchero. Doch er hatte so lange davon geträumt, in diesem rassigen Zentrum der Musik zu spielen, dass ihn nichts davon abhalten konnte. "Ich bin vor genau zwei Jahrzehnten am 8. Dezember als einer der ersten westlichen Rockmusiker im Kreml aufgetreten. Damals schon dachte ich: Als Nächstes machen wir Kuba!", erinnert sich der rockende Weltenbummler.

Der Stolz des Landes

"Für viele Jahre warnten mich meine Plattenfirma und mein Manager, wenn ich auf Kuba spiele, wird es für mich wegen des Embargos in Amerika sehr schwer. Ich stand unter psychologischem Druck und habe es immer wieder verschoben", gesteht Zucchero ehrlich. "Aber ich habe Kuba immer geliebt. Die Menschen hier sind stolz auf ihre Kultur. Stolz auf ihre Dichter, auf ihre Musik – und auf ihre Autos", schmunzelt er mit Blick auf die ganz alltägliche Oldtimer- Parade, die laut ratternd vor dem Hotel vorbeischnauft.

Im Juli schließlich verbrachte er einen Monat auf Kuba und nahm mit "den besten Musikern der Insel" das Album "La Sesión Cubana" auf, für das er den Blues- Rock gegen kubanische Rhythmen tauschte. So mitreißend, dass es bei uns im kalten Österreich vor Kurzem sofort auf Platz eins der Charts stürmte. "In dem Monat wurde mir klar: jetzt oder nie! Kuba wird sich nach Fidel verändern – ob zum Guten oder zum Schlechten, wird sich erst weisen", meint er nachdenklich. "Mit 57 nach einer 30 Jahre andauernden Karriere möchte ich zeigen, dass es möglich ist, auf Kuba zu spielen, ohne mit einem politischen Gedanken in Verbindung gebracht zu werden. Viele Künstler kommen nicht nach Kuba, weil sie sich vor Sanktionen in Amerika fürchten. Aber man macht den Job ja für die Menschen, nicht um seine eigene Regierung glücklich zu machen. Rock 'n' Roll hat sich noch nie Institutionen gebeugt!"

Begeisterung für einen Unbekannten

Also hat er die Insel gerockt! Mit 22 Musikern enterte er am 8. Dezember seine mitgebrachte Bühne – und weit mehr als 20.000 Kubaner pilgerten zu seinem Gratiskonzert und freuten sich über das musikalische Geschenk. Auch wenn die meisten gar nicht wussten, wer Zucchero eigentlich ist – denn Kuba ist tatsächlich einer der wenigen Flecken auf der Weltkarte, die der Italiener mit seinen Hits noch erobern muss. Doch sie feierten mit dem ihnen unbekannten Rocker, der an diesem Abend eine Grenze niedergerissen hatte – und Cuba Libre nicht trank, sondern als Song auf der Bühne sang.

Nächsten Sommer wird Zucchero mit den Rhythmen der Insel Österreich einheizen: "Ich werde all meine Hits mit kubanischem Touch spielen." Die "Krone" präsentiert ihn am 10. Mai in Innsbruck (Olympiahalle), 12. Mai in der Wiener Stadthalle, 13. Mai in der Grazer Stadthalle und am 14. Mai auf dem Domplatz in Salzburg. Tickets erhältst du unter 01/960 96 999 oder im "Krone"- Ticketshop .

24.12.2012, 09:00
Franziska Trost, Kronen Zeitung/frö
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum