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05.12.2016 - 07:05

Ghostface Killah reiste in alte Hip- Hop- Zeiten

19.07.2014, 01:34
18 Jahre nach seinem Albumerfolg "Ironman" gab Wu-Tang Clan-Mitglied Ghostface Killah am brütend heißen Freitagabend seine Österreich-Premiere in der nur mäßig gefüllten Wiener Arena. Eine eher statische und viel zu kurze Show, sorgte dafür mit zahlreichen Klassikern, starken Samples und guter Stimmung für partielle Begeisterungsstürme.

Wer erinnert sich nicht gerne zurück an die Glanzzeiten des Wu- Tang Clan. Als sie mit ihrem Debütalbum "Enter The Wu- Tang (36 Chambers)" Musikgeschichte schrieben und Songs wie "C.R.E.A.M.", "Triumph" oder "Gravel Pit" über die Jahre zu absoluten Kultklassikern gediehen. Das reichte bei der von einer Shaolin- Philosophie und Comics hauptbeeinflussten Combo locker aus, um aus diversen Ecken zu den "Beatles des Hip Hop" gezählt zu werden.

Irreales Vorhaben

Nachdem sich das Kollektiv aus New York aber schon seit geraumer Zeit darauf konzentriert, nur mehr selten bei Festivals aufzutauchen und noch seltener neue Alben zu produzieren (obschon das kommende Werk "Once Upon A Time In Shaolin" nach Wunsch der Band als Unikat rund fünf Millionen Dollar lukrieren sollte). Zum wohl erfolgreichsten und bekanntesten Solo- Artisten nach dem allbekannten Method Man stieg über die Jahre Arbeitstier Ghostface Killah auf.

Nicht nur sein 1996 erschienenes Debütalbum "Ironman" gehört zur Cremé de la Cremé der US- Hip- Hop- Szene, auch der ständige Drang zu arbeiten, das nahezu jährliche Veröffentlichen neuer Alben und konstantes Touren machen den 44- Jährigen zu einem der erfolgreichsten Wu- Tang- Mitglieder. Dass Dennis Coles – so sein echter Name – es nun endlich auch nach Österreich schaffte, sorgte für freudiges und erwartungsvolles Raunen in der Szene.

Jubel für Remixes

Insofern ist die gut, aber nicht außerordentlich gut gefüllt große Arena am sommerlichen Freitagabend eher eine Enttäuschung. Dafür zeigt sich Ghostface Killah mit ordentlicher Verspätung anfangs topmotiviert auf der Bühne. Beim Rapper sind es vor allem die ausdrucksstarten Lyrics und das eher warme Stimmtimbre, das ihm in der Szene zu besonderem Erfolg verholfen hat. Und auch wenn er immer wieder auf neues Material zugreift, sorgen doch gesampelte Mixes von alten Wu- Tang- Klassikern vermischt mit Material des Kultalbums "Ironman" für den größten Beifall.

Ghostface Killah bietet vielmehr einen bunten Querschnitt über die verschiedensten Phasen seiner erfolgreichen Karriere, verspricht dem Publikum genau das zurückzugeben, was es ihm zu geben bereit ist und feuert abwechselnd Wu- Tang Clan- , Solo- oder GZA- Songs in die vor Hitze stickig- schwüle Halle. Das Feuer springt leider meist nur auf die ersten paar Reihen über, der Rest begnügt sich viel zu oft mit schnödem Legendenschauen und scheint auch von den ständigen Tempiwechsel und Sample- Einlagen des DJs überfordert.

Hochs und Tiefs

Als Ghostface Killah zum Mitsingen der legendären ersten Wu- Tang- Single "Protect Ya Neck" zwei textsichere Fans aus dem Publikum sucht, endet der Wunsch beinahe im Fiasko, da sich fast niemand zum Live- Rappen mit dem großen Idol bereit erklärt. Als Coles dann aber Feuerzeuge und Smartphones leuchten ließ, um auf Instagram zu prahlen, mit dem "Rock Me Amadeus"- Sample von Falco Lokalkolorit in das toughe Eastcoast- Rap- Geschrote würzte und bei einem Medley für das verstorbene Wu- Tang- Mitglied Ol' Dirty Bastard die Puppen in Bikinis tanzen und shaken ließ, war das Zusammenspiel zwischen mäßig gut gelauntem Star und leicht distanziertem Publikum am Höhepunkt.

Nach gut einer Stunde ist die Old- School- Show des New Yorker Rap- Idols bereits beendet – ein Schelm, wer an sturen Dienst nach Vorschrift denkt. Bei seinem erstmaligen Österreich- Besuch bot Ghostface Killah aber trotz der kurz bemessenen Zeit eine feine Reise in ältere Hip- Hop- Jahrzehnte. Mit dem Wu- Tang Clan- Smashhit "Gravel Pit" zu schließen, war dann aber doch etwas zu sehr nach Schema F gedacht. Übrigens – der nächste Wu- Tang steht schon vor der Tür – am 31. Juli wird Raekwon die Grelle Forelle zum Beben bringen.

19.07.2014, 01:34
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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