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08.12.2016 - 14:26
The Chemical Brothers
Foto: APA/Herbert P. Oczeret

Frequency überzeugt mit optischen Schmankerln

21.08.2015, 11:05
Der erste Schritt im Jubiläumstrubel ist getan: Mit dem Auftritt der britischen Chemical Brothers hat das heurige Frequency Festival in St. Pölten den ersten seiner drei Feiertage zur 15. Auflage erfolgreich hinter sich gebracht. Elektronische Hymnen, optische Finesse und ein tanzfreudiges Publikum taten ihr übriges zum gelungenen Gesamteindruck.

Das kreative Brudergespann, das keines ist, war am Donnerstag allerdings nur zur Hälfte erschienen: Ed Simons ist aktuell nicht mehr Teil des Duos - jedenfalls was die Live- Performances betrifft. Denn natürlich hat er gemeinsam mit Tom Rowlands das jüngst erschienene Album "Born In The Echoes" geschrieben und programmiert. Allerdings scheint das Tourleben derzeit nicht zu seinen Prioritäten zu gehören, weshalb das zahlreich erschienene Frequencypublikum mit seinem Kompagnon sowie dem für die optische Umsetzung zuständigen Adam Smith vorlieb nehmen musste.

Unterhaltung ohne Ende

Aber kein Grund zur Sorge: Auch mit einem originalen Knöpfchendreher weniger knallten Stücke wie "Hey Boy Hey Girl", "Do It Again" oder das von der aktuellen Platte stammende "Go" ordentlich rein. Man muss den chemischen Brüdern jedenfalls zugutehalten, dass sie seit ihrem Debüt vor genau 20 Jahren stets zu unterhalten wussten. Und gerade wenn man von einigen durchwachsenen Phasen absieht, stimmte von der vielseitigen Großtat "Surrender" über geradliniges Liedgut wie auf "Push The Button" bis zum neuesten Output die Qualität doch meist. Nur wenige Elektronicacts können außerdem für sich behaupten, eine derart unterschiedliche Fanschar anziehen zu können.

In eine ähnliche Kerbe, aber bedeutend plakativer schlugen zuvor Major Lazer: Das Projekt der DJs und Produzenten Diplo, Jillionaire und Walshy Fire gefiel sich als überholtes Discoerlebnis mit Stroboskoplicht, bediente sich bei zig gleichermaßen überholten wie totgespielten Danceklassikern (etwa "I Like To Move It" oder Sean Pauls "Get Busy") und begnügte sich mit einem reinen Animationsgestus. Diesen letzten Aspekt erfüllte man - gemessen an der Bewegung in der Menge - allerdings recht ordentlich.

Major Lazer
Foto: APA/Herbert P. Oczeret

Müde Partie

Dienst nach Vorschrift musste man leider auch Ellie Goulding attestieren, die trotz des breit gefächerten Genrespektrums bei dieser Festivalauflage hervorstach - und zwar im negativen Sinne: Kommerzielle Popsternchen, die sich in einem wohlgesonnenen Umfeld wähnen, haben nämlich gerade bei einer nur leidlich überzeugenden Performance keine Siegeschancen. Dazu wirkte der Auftritt der 28- jährigen Britin zu altbacken und im direkten Vergleich zu manch Mitbewerber geradezu bieder. Von einer sexuell aufgeladenen Darbietung konnte also keine Rede sein.

Ellie Goulding
Foto: APA/Herbert P. Oczeret

Weniger sexuell, dafür aber besonders betörend tönten die heimischen Alternative- Chartsstürmer Catastrophe & Cure von der Weekender Stage. Der Publikumsauflauf hielt sich ob der berühmten Konkurrenz zwar in Grenzen, Applaus und vereinzeltes Gejohle war für die teils gitarrenlastigen, teils elektronischen Indie- Hymnen aber mehr als verdient.

Noch immer als neu ist hingegen Casper einzustufen: Was Benjamin Griffey unter seinem Rap- Pseudonym in den vergangenen Jahren fabriziert hat, hinterließ nämlich einen bleibenden Eindruck in der Szene - und weit darüber hinaus. Das Publikum tobte, als der Rapper die Bühne betrat und das Festival sofort als eines seiner Liebsten deklarierte. Die Freude, nach seinem Auftritt 2013 in diesem Jahr als Headliner dabei sein zu können, war der Performance vom ersten bis zum letzten Song anzumerken. Freude auch bei den Fans - das Gelände vor der Green Stage war bis weit nach hinten komplett gefüllt. Aufgewärmt hat sich die Menge bereits bei K.I.Z., die das Publikum ebenfalls zu begeistern wussten und auch abseits des Musikalischen ihre Anhänger animierten: "Wir finden nur gemeinsam das Glück. Miteinander, aneinander, ineinander", hießt es da etwa kurz vor einer mustergültigen Wall Of Death durch die Zuhörer. Auch so geht Fanliebe.

Casper
Foto: APA/Herbert P. Oczeret

Siegeszug des Indie- Hypes

Der vielleicht stimmigste, weil auch für Ambiente wie Kontext passendste Auftritt kam allerdings am frühen Abend von Alt- J: Die britische Band, die sich gleichermaßen Avantgarde wie Pop auf die Fahnen heftet und gerne zwischen den Welten wandelt, sorgte allen voran mit einer umwerfenden Lichtshow für offene Münder. Dass Sänger Joe Newman und seine drei Kollegen zudem noch eine Unzahl an eingängigen Songs im petto haben, war der Begeisterung nur noch zuträglicher. "Fitzpleasure", "Breezeblocks" oder das monolithische "The Gospel Of John Hurt" sind nur eine kleine Auswahl dessen, was dabei Aug' und Ohr bezirzte. Und wo die Albumversionen teils etwas an Biss vermissen lassen, gab es live kein Halten mehr.

Alt-J
Foto: APA/Herbert P. Oczeret

Nach langen - für alle Beteiligten zum Glück trockenen - Stunden standen die Festivalbesucher schließlich vor der Wahl: Den von Matsch und Schlamm geprägten Weg zum Zelt antreten, oder sich doch in Richtung Nightpark und damit in die VAZ- Hallen begeben? Immerhin stand dort noch Programm bis in die frühen Morgenstunden an. Nicht weniger als zwölf Acts gab es in dieser Nacht noch zu erleben, vom Major- Lazer- Bestandteil Diplo über Bakermat und Gorgon City bis Steve Hope und das Abschlussdoppel aus Zeds Dead sowie Andy Catana. Aber nicht vergessen: Es gibt noch zwei Tage zu feiern, u.a. mit Kendrick Lamar, The Offspring, Prodigy oder Interpol.  Denn wenn schon Jubiläum, dann ordentlich.

21.08.2015, 11:05
AG/frö
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