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29.06.2017 - 15:47
Parov Stelar
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Frequency punktet mit buntem Stil- Potpourri

19.08.2016, 21:40

Am zweiten Tag bot das Frequency Musik für alle. Rock, Hip- Hop, Electro, Dance, Indie/Alternative- Rock und R&B gaben sich die Klinke in die Hand und stellten die Fans vor Entscheidungsschwierigkeiten. Parov Stelar, Wolfmother und das Programm der Weekender Stage waren die größten Highlights.

"Das Leben war nicht nur ein Fest, es war ein Festival", singen die Sportfreunde Stiller in einem Song ihres demnächst erscheinenden neuen Albums. Das Trio aus Deutschland stand als einer der Hauptacts am Freitag am Programm des FM4 Frequency in St. Pölten. So vielfältig wie ein Leben sein soll, war das Programm - von Hip- Hop und Folk- Pop zu Beginn über harte Klänge bis zum Electro- Swing- Ausklang.

Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Inspirierende Vielfalt

"Ich finde so eine stilistische Bandbreite (wie beim Frequency, Anm.) tatsächlich großartig", sagte Rüdiger "Rüde" Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller, im Interview mit der APA. "Früher habe ich mich immer gefragt, wie die das in der Schweiz schaffen, dass Placebo neben einer Weltmusikband spielen kann. Das hat dort immer gut funktioniert, das zog immer ein total durchgemischtes Publikum an. Ich merke jetzt aber auch bei Festivals wie hier oder in Deutschland, wo das Line- Up stark durchgemischt wird, dass es funktioniert. So eine Vielfalt hat ja auch etwas total Inspirierendes."

Sportfreunde Stiller
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Die Sportfreunde sind fast so was wie Lokalmatadore, die einstigen Newcomer zählen mittlerweile zu den etablierten Acts. Rüde lachte: "Wir stellen das gerade fest! Uns gibt es plötzlich seit 20 Jahren. Wir haben unser halbes Leben in dieser schönen bunten Musikerwelt verbracht. Und es ist immer noch schön und aufregend, Dinge zu tun, an denen andere Anteil nehmen. Ich finde es einfach toll, dass es weitergeht."

Sportfreunde Stiller
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

"Vogueing"- Party

Während Rüde und seine Kollegen noch freie Zeit bis zu ihrem Gastspiel hatten, bei dem sie auch drei Songs aus ihrem kommenden Album "Sturm & Stille" vorstellen wollten, startete Tag zwei auf der Green Stage mit Chefboss, einer Hamburger Girlcrew. Alice Martin und Maike Mohr zogen die ersten Tanzwütigen mit einem frechen- spaßigen Versatz aus Dancehall und Electro an. Das Duo, flankiert von zwei Tänzerinnen und zwei Tänzern sowie einem DJ mit "Rauchkanone" im Hintergrund, gab auf der Bühne die Moves dazu vor: Vogueing bezeichnen Chefboss ihren Mix aus Tanzen, Work- out und Modeln, ein Stil der in der New Yorker Schwulenszene entstanden ist. Besungen wurde das "Blitzlichtgewitter" (aktuelle Single) wie die "Zombie Apokalypse" - Party eben.

Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Fast zeitgleich präsentierte sich Mick Jenkins auf der Weekender Stage und erzählte wortgewandt zu düsteren Beats seine Geschichten über Ganggewalt und soziale Missstände. Das hatte Tiefe. Der Rapper aus Chicago untermauerte seinen Ruf als einer der besten Newcomer seiner Zunft. "Spread Love" lautete seine Botschaft, denn "es gibt zu viel Hass derzeit da draußen". Minimalistisch das Bild - ein DJ und eben Jenkins - und dennoch spannend die Darbietung, die der Rapper am 31. Oktober in Wien (Grelle Forelle) wiederholt.

Sweet Home Alabama

Fröhlicher gestaltete sich der Tagesauftakt auf der Space Stage: Walking On Cars zelebrierten ihre eingängige, üppig instrumentierte Mischung aus Pop, Spuren von Rock und (ganz wenig) irischem Folk. Die Gruppe von der wild- romantischen Halbinsel Dingle vergaß auch nicht auf ihren Hit "Speeding Cars". Sonnige Sounds verbreitete am selben Ort anschließend der in Kalifornien geborene Singer- Songwriter Matt Simons, der zwischen eigenen Songs auf wirksame Coverversionen wie "Sweet Home Alabama" setzte und den Soundtrack für einen Besuch bei einer kühlenden Megadusche lieferte. Die Temperaturen dafür waren gegeben.

Walking On Cars
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Das Festivalleben fasste Skero gut zusammen: "Ma is immer im Stress, oiwei is wos los." Der heimische Hip- Hopper war mit einer "Kapöööön" nach St. Pölten gekommen, einer Kapelle (samt Dirigenten) und am Nachmittag auf der Weekender- Stage fast "verschenkt" - ein besserer Slot hätte durchaus Sinn gemacht, zumal Skero die Leute anzog und begeisterte. Die Mischung aus Hip- Hop, Reggae, Bläser und Austro- Schmäh kam so gut an, dass er in der Halle gefühlt dreimal so viele Leute versammelte wie Simons auf der Space Stage.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die australischen Indie- Rocker The Temper Trap begeisterten auf der Hauptbühne mit elegisch- atmosphärischen Melodien, konnten die immer noch wenigen Besucher unter der sengenden Spätsommersonne aber auch nicht aus den Schuhen reißen. Fast noch schlimmer erwischte es auf der Green Stage die allerorts gehypte und provozierende Punk- Alternative- Rock- Combo Fat White Family, die ihre extrovertierte Show mit nackten Oberkörpern und viel Geschrei fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit darboten.

The Temper Trap
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Ihre Landsmänner von Foals zeigten sich kurz darauf auf der Space Stage von ihrer stärksten Seite. Das aktuelle Album "What Went Down", auf dem sich die Oxforder wesentlich härter als früher präsentierten, diente als optimale Unterlage für bittersüße Hymnen, die zwischen zart und hart oszillierten. Frontmann Yannis Philippakis erwies sich erneut als kundiger Zeremonienmeister, fand aber ebensowenig optimal in das Set wie das Publikum, das sich den elegischen Klängen eher reserviert annäherte. Im Finish segelte der bullige Frontmann doch noch gekonnt in die Fanschar und sorgte für Jubel. Spät aber doch sprang der Funke über.

Foals
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Einziger Rock- Act

Ganz anders gestaltete sich die Lage bei den australischen Retro- Rockern Wolfmother. Diese begeisterten schon im Mai bei einem feurigen Open- Air- Konzert in der Wiener Arena und ließen sich auch auf der Green Stage nichts zu schulden kommen. Wuschelkopf Andrew Stockdale versammelte eine beachtliche Publikumsmasse, die alte wie neue Hits abfeierte. Das an Black Sabbath erinnernde "Gypsy Caravan" vom brandneuen Album "Victorious" kann sich dabei locker mit Klassikern wie "The Joker And The Thief" oder "Woman" messen. Stimmung bei Band und Publikum kombinierten perfekt - die Aufmerksamkeit wurde nur kurz von einem vorbeifahrenden Heißluftballon abgelenkt. Ein Triumphzug der einzig echten Rockband des Tages.

Wolfmother
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Wesentlich schwerer hatten es auf der Space Stage die Last Shadow Puppets. Das Hedonisten- Duo Alex Turner (Arctic Monkey) und Miles Kane (The Rascals) lockte mit seinem dandyhaften Auftritt nur eine Handvoll Zuseher vor die Bühne. Vor dem Auftritt sonnte sich Kane noch im Backstage- Bereich, während Turner samt Begleitband Zeuge der Fat- White- Family- Show war und sich allgemein sehr volksnah zeigte. Die Show selbst changierte zwischen bekömmlichen Indie Rock und eigenwilligen Crooner- Einlagen, das weibliche Streicherquartett wurde von den harten Stromgitarren meist in den Hintergrund gespielt. In der Halle würden Songs wie "The Age Of The Understatement" oder "Dracula Teeth" sicher hervorragend funktionieren - auf einem Partyfestival fehlt es den Songs einfach an Feuer.

The Last Shadow Puppets
Foto: Andreas Graf

Geheimtipp: Weekender Stage

Als wirklich feine Alternative bot sich an diesem Tag aber ohnehin die Weekender Stage an. Den nicht nur Mick Jenkins und Skero zeigten sich dort in Hochform, auch der durchstartende Salzburg- Rapper Dame gab eine mehr als gelungene Talentprobe seiner Rap- Kunst ab. Unverständlicherweise in die Halle versteckt wurde auch der US- Electro/R&B/Rap- Senkrechtstarter Anderson.Paak, der mit seinen mitreißenden Rhyhtmen und den fein eingestreuten Gitarren eine bunte Mischung aus unterschiedlichsten Stilen projizierte. Nicht nur dem Jubel nach zu urteilen wächst da etwas ganz ganz Großes heran - in Österreich beim nächsten Festivalauftritt wohl sicher auf einer größeren Bühne.

Parov Stelar
Foto: APA/HERBERT P. OCZERET

Shaken hieß das Motto bei Parov Stelar. Mit Band und Sängerin Cleo Panther zog der Österreicher seinen bewährten Electro- Swing ab. Überraschungen blieben aus, die wollte allerdings ohnehin niemand: Zum Finale vor und auf der Space Stage waren Tanzrhythmen gefragt, Party pur - und genau das wurde geliefert. Neben Hits wie "All Night", "Catgroove" und "Booty Swing" überzeugte Österreichs erfolgreichster Musik- Export vor allem mit einer bahnbrechenden Lichtshow und einem phänomenalen Sound. Gestählt von internationalen Top- Festivals wie dem Sziget oder dem kalifornischen Coachella bot das DJ- Kollektiv eine souveräne Vorstellung, die keine Wünsche offen ließ. Zum Abschluss gibt es heute u.a. Manu Chao, Die Antwoord, Limp Bizkit und die Kills zu bestaunen.

19.08.2016, 21:40
Robert Fröwein, Kronen Zeitung/AG
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