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19.09.2017 - 15:37
Foto: Warner Music

Echosmith: "Jeder Song trägt das Element Hoffnung"

03.02.2015, 17:00
Mit ihrer Single "Cool Kids" und leichtfüßigen Indie-Pop rollt das kalifornische Geschwister-Quartett Echosmith zurzeit auch die österreichischen Charts auf. Mit ihrem Debütalbum "Talking Dreams" und einem Live-Konzert im Wiener Chelsea wollen Sängerin Sydney (17), Gitarrist Jamie (21), Bassist Noah (19) und Drummer Graham (15) Sierota nun endgültig durchstarten. Noah nahm sich ein paar Minuten Zeit, um den plötzlichen Erfolg, die konstante Familienbande und Schwierigkeiten im Tourleben zu erläutern.

"Krone": Noah, ihr seid vier Geschwister, die ein starkes Album veröffentlichten, mit ihrer Single gerade Riesenerfolge feiern und zudem rund um die Welt touren. Der Traum scheint wohl wahr geworden zu sein.
Noah Sierota: Es ist wirklich großartig, auch dass die Single "Cool Kids" so gut läuft und wir all diese Dinge als Familie erleben. Es ist eine tolle Geschichte, die hoffentlich noch länger so weitergeht. Man weiß nie, was als Nächstes kommt, und ich weiß, dass sehr viele Musiker gerne unser Glück erleben würden, deshalb kosten wir es auch aus und wissen, was wir davon haben. Wir sind sehr dankbar, dass gerade uns das alles wiederfährt.

"Krone": "Cool Kids" läuft auch in Österreich exzellent. Wie fühlt sich das für dich an, selber ein "Cool Kid" zu sein?
Sierota: (lacht) Natürlich ist es toll, gerade so durchzustarten, und wenn du im Musikbusiness einmal halbwegs erfolgreich bist, lernst du auch jeden Tag neue Menschen oder persönliche Helden kennen. Die Single war natürlich ein tolles Sprungbrett, um selber in diese coolen Kreise vorzustoßen, und wir genießen das derzeit jeden einzelnen Tag.

"Krone": Gab es in eurer Kindheit Zeiten, wo ihr nicht zu den coolen Kids gezählt habt?
Sierota: Wie fast alle Kids haben auch wir die verschiedenen Phasen des Aufwachsens mitgemacht und natürlich unter uns vieren auch allesamt andere Erfahrungen. In "Cool Kids" erzählen vier verschiedene Menschen aus vier verschiedenen Perspektiven. Jedes Kind geht durch die verschiedensten Phasen und muss mal mehr, mal weniger mitmachen. Wir haben alle sehr viel Unterschiedliches erlebt und können uns natürlich auch an die Zeiten erinnern, wo wir nicht so cool waren.

"Krone": Der Song läuft so gut, dass einige Mütter auf YouTube die Parodie "Cool Moms"  aufgenommen haben. Kennst du das Video?
Sierota: Ich habe es mir erstmals vor ein paar Tagen angesehen und es wirklich witzig gefunden. Meine Freundin und alle meine Freunde waren auch sehr amüsiert.

"Krone": Was ist die Botschaft eures Albumtitels "Talking Dreams"?
Sierota: So heißt auch der Song auf dem Album, den wir als letztes geschrieben haben. Wir hatten bereits elf Songs und brauchten noch einen zur Vollendung des Albums. Im Prinzip war die Nummer schnell geschrieben und hat genau die Stimmung eingefangen, die wir in diesem Moment unseres Lebens fühlten. Wir haben sehr optimistisch in die Zukunft gesehen, waren voller Vorfreude auf das Kommende, aber Ungewisse, und haben eben über unsere Träume gesprochen. Da wir uns immer schon die Frage stellten, wie das Album ankommen und wohin es uns bringen würde, war es fast logisch, diesen Titel dafür zu übernehmen. Bislang hat es alle unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.

"Krone": Eure Texte und auch die Musik spiegeln sehr viel Positives wieder. Ist das ein Ziel, dass ihr euch bewusst steckt?
Sierota: Das sehe ich ähnlich, zumal wir wirklich viele verschiedene Geschichten auf dem Album angeschnitten haben. Es war uns sehr wichtig, die unterschiedlichsten Sichtweisen und Stimmungen einzufangen. Wir wissen natürlich, dass das Leben auch dunkel und schwierig sein kann, deshalb konzentrieren wir uns schon bewusst darauf, Freude und eine positive Einstellung zu vermitteln. Jeder Song soll das Element der Hoffnung in sich tragen. Nimm doch nur "Cool Kids" – so viele Kids haben sich darin wiedererkannt. Haben gesehen, dass sie nicht die Einzigen sind, die sich oft nicht ganz gut fühlen und Probleme haben, sondern dass es da auch andere draußen gibt. Auch hier herrscht also ein positiver Vibe.

"Krone": Die Songs habt ihr selbst zusammen mit eurem Vater und Manager Jeffery David geschrieben. Wie wichtig war sein Input für euch?
Sierota: Wir sind von klein auf so aufgewachsen, dass wir zu fünft zusammenarbeiten – so haben wir immer schon Musik erschaffen. Natürlich haben wir auch überlegt, inwieweit wir zusammenarbeiten sollten oder eben nicht. Er hat auch nicht auf allen Songs mitgeschrieben, weil wir das nicht wollten. Aber er hat tolle Fähigkeiten und ist ein großartiger Songwriter – warum sollten wir darauf verzichten? Ihr hört ja selbst, dass seine Mitarbeit bei uns dazu verholfen hat, die Songs richtig gut klingen zu lassen.

"Krone": Vergleiche sind bei jungen Bands üblich – viele attestieren euch den Sound der The Smiths und den Look der Beatles. Wie denkst du darüber?
Sierota: (lacht) Ich liebe die Smiths und wenn jemand glaubt, wir wären die Beatles, ist das natürlich auch cool. Ich persönlich mag solche Vergleiche eigentlich ziemlich gerne und bin mehr als zufrieden damit.

"Krone": Werdet ihr denn auch mal so exzentrisch auftreten, wie der ehemalige The- Smiths- Sänger Morrissey?
Sierota: (lacht) Ich bin weder vegan noch so radikal eingestellt wie er. Ich denke aber, als Exzentriker bist du das schon sehr früh und wirst den Nimbus auch nicht mehr los. Ob wir so werden? Das werden wir ja sehen. Zu ihm passt das meiner Meinung nach fantastisch.

"Krone": Gerade heraus – wie schwierig kann es denn sein, wenn vier Geschwister praktisch die ganze Zeit zusammenhängen?
Sierota: Natürlich kann das zwischendurch schon ziemlich hart sein. Es ist einfach von größter Wichtigkeit, dass jeder seine Freiräume kriegt und wenn wir dann mal für ein paar Wochen zu Hause sind und nicht an Musik arbeiten oder touren, dann macht ohnehin mal jeder, was er will. Wir sind sehr unterschiedlich und respektieren den jeweils anderen. Unsere Situation ist für Geschwister auch nicht alltäglich, was gewisse Momente natürlich schwierig macht.

"Krone": Wer ist der Boss bei euch? Der Älteste, Jamie?
Sierota: (lacht) Es gibt keinen wirklichen Boss, das würde dem Klima wohl auch nicht guttun. Wir stimmen bei den Entscheidungen einfach ab und die Mehrheit gewinnt. Es gibt jedenfalls niemanden, der den Boss raushängen lässt.

"Krone": Aber am Ende gewinnt doch immer das Mädchen, in eurem Fall Schwester und Sängerin Sydney?
Sierota: So leicht lassen wir sie nicht davonkommen – dazu sind wir zu demokratisch aufgestellt. (lacht)

"Krone": Am Beginn eurer Karriere seid ihr durch Coversongs von Mumford & Sons oder Rihanna bekannt geworden. Warum findet sich keine einzige Version davon auf "Talking Dreams"?
Sierota: Wir hatten einfach genug eigene Songs geschrieben, hielten die für stark genug und wollten auch unsere Botschaften verbreiten. Für uns war aber immer klar, dass wir auf dem Album mit Eigenproduktionen überzeugen wollen. Die Covers haben wir prinzipiell dafür gemacht, um uns eine Fanbase aufbauen zu können. Das war der Hauptgrund dafür.

"Krone": Was sind die größten Schwierigkeiten für euch im Alter zwischen 16 und 21 Jahren, wenn es ums Touren geht?
Sierota: Was wir schon jetzt gelernt haben – ausreichend Schlaf ist das Um und Auf. Gerade das kann wirklich danebengehen, wenn man dauernd reist, Zeitumstellungen und Termine hat. Du musst einfach darum kämpfen, mal 30 Minuten relaxen und nichts tun zu dürfen. Die Seele baumeln zu lassen oder dich einfach mal kurz schlafen zu legen. So jung zu sein macht diesen Prozess nicht immer einfacher, weil wir uns von der Arbeit oft auch erdrückt fühlen. Aber wenn du dir diese Auszeiten nimmst, dann geht das alles recht leicht von der Hand.

"Krone": Ihr seid auch richtiggehend Selfie- begeistert, man sieht auch unter anderem auf Bildern mit Taylor Swift oder Sting. Entsteht daraus vielleicht auch einmal eine musikalische Zusammenarbeit?
Sierota: (lacht) Nicht wirklich, wir treffen einfach Leute und machen gerne Bilder davon. Vielleicht ergibt sich daraus ja wirklich auch einmal eine Geschäftsbeziehung, aber derzeit spielen wir einfach Konzerte, touren viel und versuchen, das Album zu pushen. Darauf liegt unser Fokus und das reicht auch fürs Erste.

"Krone": Mit eurem eigenen Indie- Pop- Kleidungsstil seid ihr neben der Musik auch am besten Weg dazu, zu Fashion- Ikonen für die Kids da draußen zu werden. Wie wichtig ist dir Mode neben deinem Hauptjob als Musiker?
Sierota: Schon wichtig, denn durch die Mode können wir auch ein Stück weit unsere Persönlichkeit vermitteln. Es ist auch wichtig, dass man sich nicht ausschließlich nur auf eine Sache konzentriert, sondern neben der Musik eben auch noch andere Interessensfelder entwickelt. Wir machen uns auch viele Gedanken über Kleidung und es passt eben, dass wir mit wilden Shirts und komischen Mustern herumlaufen, dann aber auch mal ganz fein im Anzug. Wir ziehen uns auch bei Interviews oder öffentlichen Terminen gerne schön an und die Leute bemerken auch, dass wir Wert darauf legen und mitunter auch etwas erwachsener wirken.

"Krone": Im Frühling werdet ihr eure allererste Europa- Tour antreten. Worauf freut ihr euch und was macht euch dabei nervös?
Sierota: Ich bin einfach nur aufgeregt und finde das wahnsinnig aufregend, die Erde zu bereisen und viele interessante Plätze kennenzulernen. Es wird auch aufregend, unsere Songs zu spielen und zu sehen, wie die Kids mitsingen, obwohl Englisch gar nicht mal ihre Muttersprache ist. Musik ist doch die ultimative Universalsprache.

"Krone": Ihr kommt auch für eine Show ins Chelsea nach Wien. Weißt du irgendwas über Österreich?
Sierota: Nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin. Ich freue mich aber schon darauf, so einiges herauszufinden.

"Krone": Arnold Schwarzeneggers Sohn datet Miley Cyrus. Das hat doch auch einen Österreich- Bezug.
Sierota: (lacht) Oh ja…

"Krone": Abschließende Frage – die Kritiken auf "Talking Dreams" sind meist sehr hymnisch. Der "Guardian" etwa schrieb aber, eure Musik sei "eingängig, aber charakterlos". Schmerzt so etwas?
Sierota: Das ist total okay für uns. Es gibt Musik, die ich mag, und welche, die ich nicht mag. So geht es auch anderen Leuten und genauso Musikjournalisten. Wenn jemand "Talking Dreams" oder "Cool Kids" lahm findet, dann ist das seine Meinung und ich kann gut damit leben. Jedenfalls berührt mich so etwas weder in positiver noch negativer Weise besonders.

Wer das angesagte Geschwister- Projekt rund um die Top- Single "Cool Kids" live erleben möchte, hat dazu am 4. Mai die Chance im Wiener Chelsea. Tickets erhalten Sie unter 01/960 96 999 oder im "Krone"- Ticketshop .

03.02.2015, 17:00
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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