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07.12.2016 - 11:27

Die Rolling Stones feiern 50- jähriges Bestehen

11.07.2012, 15:27
Am 12. Juli 1962 wurde in London ein endloses Kapitel der Musikgeschichte aufgeschlagen: Die Rolling Stones standen zum ersten Mal auf der Bühne. Damals rockte neben Mick Jagger und Keith Richards noch der 1969 verunglückte Brian Jones. Was damals als abtrünnige Verwirrung der Jugend abgetan wurde, ist ein halbes Jahrhundert später lebendes Kulturgut. Die Hits der Stones sind Klassiker, die Herren Jagger, Richards, Watts und Wood Legenden. Und wenn's wahr ist, dann ist dieses Kapitel noch nicht abgeschlossen.

Sie waren die Ersten ihrer Art – und sind nun die Letzten. In ihre Gesichter haben sich 50 Jahre Sex, Drugs & Rock 'n' Roll gekerbt – und immer noch sind die Rolling Stones die größte Band der Welt. "Das Gesicht von Keith Richards sagt mehr über das 20. Jahrhundert als jedes andere Dokument", formuliert es der britische Historiker Simon Schama treffend. Die tiefen Falten erzählen die Geschichte einer Revolution.

Stones lieferten Soundtrack für die Jugend

Die Rolling Stones lieferten den Soundtrack und den Lebensstil für eine Jugend, die der Prüderie und dem spießigen 50er- Jahre- Biedermeier ihrer Eltern entkommen wollten. Wem die Beatles mit ihren adretten Pagenköpfen zu brav waren, der folgte den Stones – sie verkörperten puren Sex, Wildheit und Gefahr, Rock 'n' Roll eben. "Die Beatles wollen deine Hand halten, die Stones wollen deine Stadt niederbrennen", beschrieb der US- Schriftsteller Tom Wolfe das Gefälle zwischen den beiden großen Bands einst.

Herzstück der Stones war immer das ungleiche Paar Richards–Jagger. Zusammengebracht hatte sie der Blues, diese Musik, die wie ein Geheimcode für aufbegehrende Jugendliche funktionierte. Keith, Sohn eines Arbeiters, der an der Kunstschule auf der Toilette Gitarre spielte, sprach 1961 auf dem Bahnsteig von Dartford Mick, den Studenten der Londoner School Of Economics, an, weil der zwei Platten von Chuck Berry und Muddy Waters unter dem Arm hielt. Mit Brian Jones, der später so tragisch in einem Swimmingpool ertrinken sollte, gründeten sie eine WG und eine Band.

Bandname durch Zufall kreiert

"Wir hatten kein Gas damals und froren uns den Arsch ab. Kein Wasser, nichts, alles abgestellt", erinnert sich Richards an diese Anfänge. Und Namen hatten sie auch noch keinen. "Endlich hatten wir einen Gig, also sagten wir: Rufen wir doch mal die 'Jazz News' an. Die fragten: Wer? Da lag eine Platte von Muddy Waters rum und der erste Song darauf war 'Rollin' Stone Blues'." Durch Zufall war einer der größten Bandnamen überhaupt kreiert.

Einem Zufall haben die Rolling Stones auch ihren ersten Auftritt zu verdanken. Im Londoner Marquee Club war eine Band ausgefallen, und so konnten die Stones am 12. Juli 1962, vor genau 50 Jahren, ein endlos langes Kapitel der Musikgeschichte aufschlagen. Als böse Buben eroberten sie schnell das Swinging London. Der weltweite Durchbruch gelang ihnen drei Jahre später mit dem Hit "(I Can't Get No) Satisfaction" – zum ersten Mal sang eine Band unverblümt über Sex. Ein Affront für die Eltern, eine Hymne für die Jugend.

Alles gelebt, was verboten ist

Die Rolling Stones lebten alles, was verboten war. Und sollten dafür bestraft werden – 1967 wurden Keith Richards und Mick Jagger wegen Drogenbesitzes in einem Schauprozess zu einem Jahr beziehungsweise drei Monaten Haft verurteilt. Die konservative "Times" schlug sich damals auf die Seite der Rocker – und schließlich wurden die beiden freigelassen.

Nach LSD folgte Heroin, die 1970er versanken im Drogenrausch. Fast zerbrachen sie daran, an dem ausufernden Lebensstil, der sie beinahe in den Bankrott führte, und an dem Schicksalsschlag, als bei einem ihrer Konzerte in Altamont ein Fan von den "Hells Angels" erstochen wurde. "Keith versank in Drogen, Mick hielt es mehr mit dem Sex", erzählt einer ihrer ehemaligen Manager, Marshall Chess, im Magazin "Spiegel" über diese Jahre. Zwei Egos prallten aufeinander – und schon in ihren 30ern begann der Graben zwischen dem legendären Songwriter- Duo immer größer zu werden. Aus einer schwierigen Freundschaft wurde eine Arbeitsbeziehung.

Alle Solo- Versuche scheiterten, zu Höchstleistungen laufen die beiden eben nur gemeinsam auf. Die großen Hits gelingen ihnen zwar schon lange nicht mehr, dafür verwandelten sich die Rolling Stones zu einem der besten Live- Hits überhaupt. Immer größer, immer aufwendiger wurden ihre Tourneen, mit ihren Bombast- Shows, die sie alle paar Jahre rund um den Globus führten, wurden sie richtig reich.

Neue Tournee 2013?

Zu ihrem Jubiläum bleiben sie erstaunlich ruhig. Für 2013 ist laut Gerüchten eine Tour geplant – angeblich wieder einmal die letzte. "Wir haben uns vor einiger Zeit getroffen. Da war die Stimmung sehr gut", verrät Gitarrist Ron Wood im "Stern"- Interview. "Wir wissen, dass wir unseren Fans zu diesem Anlass etwas schulden. Nur Charlie Watts meinte: 'Leute, für eine Tour mit 150 Konzerten bin ich zu alt.' Ich habe zu ihm gesagt: 'Charlie, reiß dich zusammen, du bist doch gerade erst 70.'" Und schließlich sind die Stones der lebende Beweis, dass man nie zu alt für Rock 'n' Roll ist.

11.07.2012, 15:27
Franziska Trost, Kronen Zeitung/red
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