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10.12.2016 - 23:38

Def Leppard: "Songs From The Sparkle Lounge"

08.05.2008, 12:17
Ihre Alben "Hysteria" und "Pyromania" sind meist fixe Bestandteile der Platten-Sammlungen männlicher Musikliebhaber, die in den Achtzigerjahren lange Haare trugen. Die Zotteln kann man sich beim neuen Album von Def Leppard getrost wieder wachsen lassen. Aus ihrer Haut bzw. ihrem Sound können die Rocker mit dem einarmigen Schlagzeuger einfach nicht heraus.

Frontmann Joe Elliott versprach nach dem 2006er- Coveralbum "Yeah!" beim nächsten Werk mit Eigenmaterial einen Schritt nach vorne zu machen. Im Vergleich zu ihren orientierungslosen Neunzigern ist das auf "Songs From The Sparkle Lounge" tatsächlich geschehen. Nur war der Fortschritt ein Rückschritt, nämlich zurück zum Feeling der Achtzigerjahre. Aber irgendwie ist es doch erstaunlich, dass einen der Sound des musikalisch hässlichsten Jahrzehnts der Nachkriegszeit trotzdem mitreißen kann.

Auf "Songs From The Sparkle Lounge" tut er das nämlich. Etwas zu knackig kommt einem noch die Single "Nine Lives" mit Countrystar Tim McGraw vor, doch schon bei "C'Mon C'Mon" ist alles da, was die Zeitreise ins Hairspray- Metal- Jahrzehnt braucht: Glattegebügelte Schmettergitarren, kreischend hohe Ah- Chöre und staubtrockene E- Drums. Weiter geht's auf "Tomorrow", das vom anatomisch bedingten Stil Rick Allens geprägt ist. Der Drummer hatte 1984 seinen linken Arm bei einem Autounfall verloren und danach einen einzigartigen Sound kreiiert, bei dem er mittels E- Drum- Pedalen seinen linken Fuß als Ersatz für die fehlende Hand benutzt.

Ein bisschen lahm - fast wie Bon Jovi, nur mit beherzterem Gitarreneinsatz - klingen sie auf "Cruise Control" und "Come Undone", bei "Only The Good Die Young" wird aber wieder eingängiger Rock mit saftigem Twin- Guitar- Solo geboten. Die Ballade "Love" hätte man sich absolut sparen können, ebenso wie "Hallucinate", das mit dem einfallslosesten Refrain der Bandgeschichte einen Rekord aufstellt. Letztendlich retten das düstere "Gotta Let It Go" und der ungewohnt harte Song "Bad Actress" (so hätte das ganze Album klingen können!) die Platte und machen sie im Vergleich zu ihren Vorgänger "X" wieder zu einer Empfehlung an jene Klientel, die neues Material für ihre in die Jahre gekommene CD- Sammlung braucht.

6,5 von 10 Glitzerkabinen


Von Christoph Andert

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