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28.04.2017 - 13:00
Foto: Warner Music

Coldplay: Die Rückkehr der Lebensfreude

03.12.2015, 17:00
Nach den dunklen Zeiten auf "Ghost Stories" haben die britischen Megaseller Coldplay auf ihrem neuen Album "A Head Full Of Dreams" die Lebensfreude wiedergefunden. Mit Beyoncé, Barack Obama und Co. startet Chris Martin einen weiteren Angriff auf die Chartspitze, verängstigt seine Fans aber auch mit einem drohenden Band-Ende.

Allerorts ist derzeit die Rede vom großen "Tränen- Konsens- Pop", der die gängigen Formatradios und Albumcharts aufmischt. Stimmt schon, so ganz daneben liegt man mit dieser Kategorisierung nicht, denn die beiden größten Alben zum Jahresabschluss 2015 drücken gerne auf die Emotionstaste. So bricht Adele mit "25" derzeit nicht nur marktwirtschaftlich sämtliche Rekorde, sondern frönt auf ihrem neuen Werk auch frohgemut dem großen Pathos. Coldplay hingegen, die größte Band- Cashcow des noch jungen Jahrtausends, haben ihr schlimmstes Tal durchschritten und setzen nun wieder auf die Kraft des Positiven.

Spaß statt Schwermut

"Ghost Stories" nannte sich der düstere Tränendrücker anno 2014, auf dem Frontmann Chris Martin seine schmerzhafte Trennung von Aktrice Gwyneth Paltrow verarbeitete und Millionen von Fans mit in seinen melancholischen Abgrund zog. Ein gutes Jahr später nun aber plötzlich die große Kehrtwende. "A Head Full Of Dreams" verinnerlicht schon im Titel Hoffnung und Aufbruchsstimmung, das kaleidoskopische Cover- Artwork ist das bunteste, seit Muse auf "The Resistance" der Elektronik ihr Zugeständnis machten und auch inhaltlich schöpft Ober- Melancholiker Martin offensichtlich wieder neuen Mut, dann statt schwermütigem Moll setzt man auf sonnigen Dur.

Martin selbst äußerte sich einem Interview relativ kryptisch zum neuen Werk. "Vor ungefähr drei Jahren wachte ich auf und eine Stimme im Universum sagte mir, wir sollen ein Album namens 'Ghost Stories' machen und danach eines mit dem Titel 'A Head Full Of Dreams'. Ich bat den Rest der Band, die Alben so zu nennen und sie stimmten zu." Die Tristesse für dunkle Stunden wurde durch ein feierndes, fröhliches Spaßalbum ersetzt, das dennoch zu keiner Sekunde auf die wichtigsten Trademarks der Band vergisst, die da wären: Eingängigkeit, Stadiontauglichkeit und eine gewisse Redundanz, die sich kompositorisch seit "X & Y" durch die einzelnen Songs zieht.

Der Hunger ist zurück

Die positive Grundstimmung erkennt man schon an der ersten Single "Adventure Of A Lifetime", wo Coldplay fast schon euphorisch ans Werk gehen. "'Ghost Stories' war damals ein eher persönliches Album, ich wollte damit auch nicht auf Tour gehen, weil ich in dieser Phase nicht der Frontmann sein wollte, der diese Songs auf einer Bühne präsentiert", denkt Martin zurück, "ich war damals eher Autor und weniger Interpret. Aber nachdem das Kapitel abgeschlossen war, waren wir wieder hungrig auf Liveshows. Anstatt etwas zu überstürzen, haben wir diese Energie einfach ins Studio mitgenommen, um das neue Album aufzunehmen."

Für die wuchtige Produktion sorgten Rik Simpson und das norwegische Duo Stargate, auch in punkto Name- Dropping haben sich Coldplay nicht lumpen lassen. So hört man Noel Gallaghers Gitarre in "Up & Up" durch den Äther rauschen, singt Beyoncé auf "Hymn For The Weekend" ein Duett mit dem Frontmann, wurde sogar Präsident Barack Obama, übrigens ein bekennender Coldplay- Fan, gesampelt und soll sich im Song "Everglow" gar die Stimme von Martins Herzschmerz- Ex Gwyneth Paltrow versteckt haben.

Naht das Ende?

Das Album ist also auch inhaltlich so bunt wie außen und wird unter Garantie zum massentauglichen Erfolg. Außerdem haben Coldplay endlich wieder Touraktivitäten angekündigt, ein Österreich- Termin steht allerdings noch in den Sternen. Was den Fans aber wirklich Angst macht, ist das von Martin angedeutete Ende der Band. "Es ist unser siebentes Ding und wir sehen es in etwa wie das letzte Harry- Potter- Buch. Das heißt nicht, dass es nicht irgendwann wieder etwas geben wird, aber es ist eine Art Vervollständigung. Ich kann es mir nur als unser finales Ding vorstellen, ansonsten würden wir nicht alles für das Album geben." Bis also Klarheit in die Sache kommt, einfach zurücklehnen und "A Head Full Of Dreams" auflegen.

03.12.2015, 17:00
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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