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06.12.2016 - 23:45

Buckcherry mussten sich Vorband geschlagen geben

11.11.2013, 10:24
Harter Wochenabschluss - Sonntagabend haben Buckcherry und Hardcore Superstar in der Szene Wien zum fröhlichen Tanz gebeten und dabei ordentlich Stimmung gemacht. Zwischen Kunst und Klischee blieb genug Zeit für ausufernde Partyklänge und so manch schwitzenden Körper. Auch wenn die Sympathieaufteilung ungleich verlief.

Es darf keinesfalls als selbstverständlich angesehen werden, dass sich die Wiener Szene an einem nasskalten Novembersonntag bis in die letzten Reihen füllt. Verantwortlich dafür sind zwei der bekanntesten Vertreter des "Dicke- Hose- Rocks", Hardcore Superstar und Buckcherry. Bereits seit Mitte der 90er- Jahre wüten die beiden Hard- Rock- Bands im Untergrund und haben es im Vergleich zu vielen Szenekollegen zu flächendeckender Bekanntheit geschafft.

Stimmungsunterschiede

Die musikalischen Unterschiede manifestieren sich an diesem Abend schlussendlich auch in der Stimmung des Publikums. Hier die mit viel Spaß und ordentlicher Motivation vorgetragene Party- Rock- Show der Schweden Hardcore Superstar, dort die etwas hüftsteife und erst im Laufe des Konzerts lockerer werdende Performance des Buckcherry- Frontmanns Josh Todd.

Hardcore Superstar eröffnen die Doppel- Headliner- Show und beherrschen das Einmaleins der Poser- Rock- Gilde aus dem Schlaf heraus. Kajal- überschminkte Augenpaare, glatt frisierte, lange Haare, eine hyperaktive Bühnenpräsenz und eingängige Melodien, die in den richtigen Momenten von kantigen Gitarrenriffs unterstützt werden. So sorgen "Moonhine" oder "Kick On The Upperclass" schon zu Beginn für Begeisterungswellen im Publikum, bevor mit "My Good Reputation" und "Into Debauchery" richtig knackige Hits auf die Besucher- Häupter einprasseln.

Band mit Rampensau- Qualitäten

Hardcore Superstar können mittlerweile aus einer neun Studioalben starken Diskografie wählen und erweisen sich als Meister des Entertainments. Frontmann Jocke Berg singt, springt und tänzelt in bester Rampensau- Manier auf der kleinen Bühne, Bassist Martin Sandvik kriegt ob der lauten Respektsbekundungen der Anwesenden das Grinsen nicht aus dem Gesicht und Gitarrist Vic Zino webt gekonnte Gitarrensoli in die flotten Partyhymnen.

Das Publikum beweist bei Songs wie "Above The Law" und "Wild Boys" Textsicherheit und verführt den sichtlich erfreuten Sänger Jocke zu demütigen Dankesbekundungen. Im Zugabenblock fahren Hardcore Superstar dann noch einmal ihr ganzes Repertoire auf, holen bei "Last Call For Alcohol" ein paar hocherfreute Fans auf die Bühne, um dieses für sie einmalige Ereignis mit Jägermeister zu zelebrieren und führen den größten Bandhit, "We Don't Celebrate Sundays", zum Wochenausklang ad absurdum.

Unnahbarkeit

Schwierige Ausgangsposition für den eigentlichen Headliner Buckcherry, zumal noch so manchem Besucher die heiße Airbourne- Show vom Vortag in den Ohren liegt. Jedenfalls summen einige die Melodielinie von "Ready To Rock" mit, bevor Exzentriker Josh Todd mit Sonnenbrille und Bandana zum eröffnenden "Lit Up" ansetzt. Wie erwartet kann der volltätowierte US- Amerikaner den immens gestiegenen Stimmungslevel seiner schwedischen Kollegen nicht aufrechterhalten, stolziert eitel über die Bühne und wirkt damit etwas unnahbar.

Instrumental sind die Amerikaner über alle Zweifel erhaben, vor allem Todds langjähriger Partner Keith Nelson pulvert eine Riffsalve nach der anderen aus seiner Axt, nur die Chemie zwischen Publikum und Band will lange nicht so wirklich stimmen. Nach der unpassend positionierten Ballade "Sorry" muss man sich kurz um den weiteren Verlauf des Abends Sorgen machen, aber gottlob kratzen Buckcherry dann mit der Konzentration auf flotte US- Hard- Rock- Kracher noch die Kurve.

Nur zweiter Sieger

Songs wie "Gluttony" oder das flotte "Crazy Bitch" trösten über die Tatsache hinweg, dass es Todd mit diversen Macho- Ansagen etwas zu gut meint und damit das eine oder andere Kopfschütteln in der Szene auslöst. Bei glasklarem Sound und einem hervorragenden "Dirty Mind" zum Abschluss machen Buckcherry zwar viel vom anfangs verlorenen Kredit gut, müssen sich ihrer Vorband an diesem Abend aber trotzdem demütig geschlagen geben.

11.11.2013, 10:24
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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