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08.12.2016 - 02:12
Foto: Tourismusverband Obertauern

Beatlemania im Skiparadies Obertauern

08.02.2015, 17:00
Vor 50 Jahren kurvten die Beatles für ihren Film "Help!" über die Pisten von Obertauern und spalteten damit auch die österreichische Bevölkerung. Herbert Lürzer, "Stunt-Double" für Paul McCartney und schon damals alles andere als ein erklärter Beatles-Fan, erinnert sich mit viel Schmunzeln an die zwei legendären Wochen zurück.

"Mit der Musik von den Beatles konnten wir nicht so viel anfangen, wir haben damals lieber Peter Kraus, Oberkrainer- Musik und solche Sachen gehört", lacht Herbert Lürzer. Vor 50 Jahren war er recht unbeeindruckt, als die vier Pilzköpfe seinen Heimatort eroberten – und  er selbst zu einem Teil der Musikgeschichte wurde.

Umjubelt und besorgt

Im März 1965 verwandelte sich der beschauliche Ort Obertauern für zwei Wochen in ein Pop- Mekka: Die Beatles drehten hier die Winterszenen für ihren legendären Musikfilm "Help!". Auf dem Salzburger Flughafen herrschte Ausnahmezustand. Als die Beatles am  13. März 1965 zum Landeanflug ansetzten, marschierten sowohl  5.000 vor allem weibliche, kreischende Fans auf als auch besorgte Eltern, die mit "Beatles Go Home"- Schildern die Moral ihrer Kinder schützen wollten.

In Obertauern sah man die Ankunft der berühmten Gäste eher entspannt. "Es war schon ein echtes Ereignis, aber wir haben gar nicht so viel Notiz davon genommen. Bei uns hatten die Beatles dann ihre himmlische Ruhe", schmunzelt Lürzer. Da John, Paul, George und Ringo keine Ahnung vom Skifahren hatten, mussten Einheimische als Double herhalten – einer davon war der Hotelier im Ruhestand.

A bissl Skifahren beibringen

"Ich war damals 22 Jahre alt und Skilehrer. Weil ich schon im Ausland gearbeitet hatte, unter anderem als Steward auf einem Schiff, konnte ich ganz gut Englisch. Deswegen habe ich die Rolle wohl bekommen", erzählt Herbert Lürzer. Er sprang bei den wilden Skiszenen für Paul McCartney ein. "Außerdem habe ich ihm ein bissl Skifahren beigebracht, Stemmbogen, bissl rutschen und so."

Im Hotel Marietta war damals die Zentrale der Dreharbeiten. "Hier wurden wir jeden Tag in der Früh in die Beatles umgewandelt, mit Perücke, engen Hosen und allem Drum und Dran. Wenn wir gedreht haben, musste ich McCartneys Nerzmäntelchen anziehen, während er in meinen Anorak geschlüpft ist." Die Salzburger "Popstars auf Ski" sahen den Originalen täuschend ähnlich. "Viele Fans wollten Autogramme von uns, wahrscheinlich haben einige bis heute nicht gemerkt, dass da Herbert Lürzer und nicht Paul McCartney steht", lacht der sympathische Pensionist fröhlich.

Exklusives Österreich- Konzert

Über den entspannten Umgang der Bergbuben mit den Weltstars wunderten sich wohl auch die Beatles selbst – und fragten ihre Doubles bei einem gemütlichen Abend im zur Bar umgewandelten Skistall des Hotels Marietta: "Mögt ihr unsere Musik überhaupt?" Und als die Antwort etwas zaghaft ausfiel, da griffen die vier zu ihren Instrumenten – und gaben spontan das einzige "Österreich- Konzert". "Unvorstellbar, dass die nur für uns gespielt haben!"

Für den Job bekam Herbert Lürzer pro Tag damals zwischen 700 und 1.000 Schilling. "Das war unglaublich viel Geld für uns!" Das investierte er schließlich in die kleine Familienpension, die mit der Zeit zum Superior- Hotel Kesselspitze heranwuchs. Mittlerweile gehören zum Familienbetrieb Lürzer Ferien drei Hotels, die Skihütte Edelweiß, das Après- Ski- Zentrum Lürzer Alm, Sportgeschäfte und einiges mehr. Auch das Hotel Edelweiß, in dem einst die "Fab Four" gastierten, ist jetzt im Besitz der Lürzers. "Hier kann man immer noch in den gleichen Zimmern wie die Beatles schlafen."

Würdige Jubiläumsfeier

Das Jubiläum wird nun von 14. bis 21. März mit einer "Beatles- Woche" gefeiert – mit zahlreichen Live- Acts wie zum Beispiel der "Magical History Tour", dem Beatles- Musical "All You Need Is Love" und Filmvorführungen, allen voran natürlich "Help!". "Den Film habe ich ja eigentlich nie verstanden", schmunzelt Herbert Lürzer.

Auch ihn wird man in diesen Tagen sicher im Hotel Edelweiß treffen. "Ich bekomme wieder ein Kostüm verpasst – nur singen werde ich   hoffentlich nicht müssen..."

08.02.2015, 17:00
Franziska Trost, Kronen Zeitung/frö
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