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08.12.2016 - 07:21
Foto: Universal Music

Bastille: "Ab jetzt spielen wir mit Gitarre!"

05.10.2014, 17:00
Mit ihren Singles "Pompeii", "Things We Lost In The Fire" oder "Of The Night" schafften die Briten von Bastille im letzten Jahr europaweit den großen Durchbruch. Das dazugehörige Debütalbum "Bad Blood" schaffte es sogar auf Platz eins der englischen Albumcharts. Wir haben uns am Rande des Frequency Festivals mit Sänger Dan Smith und Keyboarder Kyle Simmons verabredet, um uns über nervöse Festivalauftritte, fehlende Gitarren und die ideale Mischung aus Rock und elektronischer Musik zu unterhalten.

"Krone": Dan, Kyle – ihr wart heuer erstmals beim Frequency zu Gast, habt aber in letzter Zeit schon bei Riesenfestivals wie dem Glastonbury in England oder Coachella in Kalifornien gespielt. Welche Eindrücke nimmt man davon mit?
Dan Smith: Für eine junge und aufstrebende Band wie uns ist es einfach ein fantastischer Weg, Länder und Plätze zu entdecken, die wir sonst wohl niemals besuchen könnten. Glastonbury hat in England so eine Riesenbedeutung, dass dort jeder einmal auftreten möchte. Wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir dort und beim Coachella spielen durften. Wir haben in den Zelten gespielt und die waren ziemlich gut gefüllt, das hat uns sehr glücklich gemacht. Wenn du auf Tour bist, kommst du meist nur in die Hauptstädte und hast selbst dort keine Zeit, dir etwas anzusehen. Festivals entführen dich meistens auch in die weite Landschaft der verschiedenen Staaten.

"Krone": Ihr hattet also keine Zeit, euch irgendetwas hier in Österreich anzusehen?
Smith: Nein, leider nicht. Wir kamen, haben gegessen und machten eine Handvoll Interviews – schon war die Zeit um. Wir haben von einem schönen Fluss gehört, die Traisen glaube ich. Das ist doch wundervoll oder nicht?

"Krone": Ihr habt in einem Interview betont, dass ihr nicht gerade die größten Freunde davon seid, vor großem Publikum zu spielen.
Smith: Hmm… Ich würde sagen als aufstrebende Band, die in den letzten Monaten wirklich immer öfter auf Tour war und schon viel gesehen hat, hat sich nicht nur unsere Fanbase vergrößert, sondern ist auch das Selbstvertrauen stark gestiegen. Früher konnten wir jedem Fan ins Gesicht sehen bei den kleineren Shows – das gab uns irgendwie mehr Sicherheit.
Kyle Simmons: Das liegt wirklich an der persönlichen Ebene – bei den Festivals ist der Aufmarsch von Leuten oft so enorm, dass du dich gar nicht mehr auf einzelne Gesichter konzentrieren kannst. Das macht die ganze Sache etwas unpersönlich, weil du keinen direkten Kontakt mehr aufbauen kannst. Wir haben das Glück, dass wir auch heute noch kleinere Club- Shows spielen können, um die Ausgewogenheit zu bewahren. Diese Riesen- Festivals sind immer noch sehr schwierig zu spielen, aber speziell nach diesem Sommer haben wir genug Sicherheit und Übung darin, dass wir uns künftig sicher leichter damit tun werden.

"Krone": Hat diese Unsicherheit nichts mit Nervosität zu tun?
Simmons: Anfangs schon, aber mittlerweile haben wir wirklich Hunderte Shows abgespult und du bekommst dadurch automatisch etwas mehr Routine in dein Programm.
Smith: Vor so großem Publikum zu spielen ist aber glaube ich selbst für erfahrene Künstler oft immer noch ein surreales Erlebnis. Bahnbrechend war sicher, als wir von einer Club- Show- Band plötzlich mit Muse und Biffy Clyro auf große Stadiontour gingen. Teilweise spielten wir abends vor 40.000 oder 50.000 Menschen, und das war für uns anfangs regelrecht erschreckend. Momentan entwickeln wir uns aber stetig weiter, glücklicherweise nicht allzu rasant, sondern überschaubar, und das macht auch die persönliche Entwicklung für uns leichter. Am Anfang unserer Karriere war ich oft nahe einem Herzinfarkt, so nervös war ich teilweise auf der Bühne. Aber wie schon Kyle meinte, wenn du etwas tagtäglich machst, gewinnst du auch zunehmend an Sicherheit.

"Krone": Euer Debütalbum "Bad Blood" hat sich mehr als zwei Millionen Mal verkauft und unzählige eurer Singles werden in den Mainstream- Radios auf und ab gespielt. Erschreckt euch dieser plötzliche Megaerfolg?
Simmons: Es war mehr ein Schock, als bloßes Erschrecken. Weder das Label noch wir oder unsere Manager konnten damit rechnen. Wir sind aber noch heute unheimlich dankbar und überrascht zugleich, für den Erfolg, der uns so spontan zuteilwurde. Natürlich befinden wir uns jetzt in einer ziemlich angenehmen Position und haben viele Freiheiten gewonnen. Der Nachteil ist, dass sich die Leute von uns jetzt dauerhaft große Dinge erwarten und es offen bleibt, ob wir diese Wünsche erfüllen können. Wir arbeiten ja schon am kommenden Album und wollen uns keinesfalls wiederholen. Es bleibt also spannend, wie die Fans auf das neue Material reagieren werden.

"Krone": Ihr wollt also nicht bewusst weiterhin so eingängige Songs produzieren, die für das Radio geschaffen sind?
Smith: Ich weiß es gar nicht, aber sicher nicht bewusst. Wenn wir Songs schreiben, dann wollen wir etwas erschaffen, an das sich die Leute erinnern können. Wir wollen Songs kreieren, die sich durch ihre Stärke auszeichnen. Ich hoffe, daran ändert sich nie etwas. Wenn das bedeutet, dass wir damit ins Radio kommen, ist das natürlich großartig. Aber wir wollen uns ständig weiterentwickeln und verändern. Wir sind immer noch dieselbe Band, aber gehen ganz anders ans Werk. Wir verwenden etwa erstmals Gitarren und wollen den gesamten Sound einfach nach vor bringen. Ich hoffe, den Leuten gefällt, was wir machen. Wir erschaffen nichts Radikales oder Unzugängliches, aber wir ruhen uns sicher nicht auf unseren Lorbeeren aus.
Simmons: Ich will noch hinzufügen, dass wir "Bad Blood" in erster Linie für uns selbst gemacht haben. Dass so viele Menschen auf das Teil abfahren würden, war natürlich ein schöner Bonus, aber niemals Kalkül. Am wichtigsten ist es schon, dass wir selber zufrieden mit den Songs sind.

"Krone": Dass ihr auf eurem Debütalbum komplett auf Gitarren verzichtet habt, überrascht mich immer noch. Was war der Grund dafür?
Simmons: Dan kann nicht Gitarre spielen und jemand anderen wollte er nicht ranlassen. (lacht) Nein, im Ernst – anfangs war es wirklich so, dass jederEeinzelne von uns sich nicht zutraute, gut genug Gitarre spielen zu können. Im Laufe des Songschreibens wurde daraus eine Art Challenge, denn wir wollten schauen, wie weit wir dieses Album ohne Gitarren schreiben könnten.
Smith: Im Prinzip hat von Anfang an alles gegen Gitarren gesprochen, obwohl wir das niemals bewusst so geplant hatten. Wir hatten dann aber schnell gemerkt, dass die Herausforderung eine sehr interessante war. Wie können wir denn ohne den Einsatz von Gitarren einen derart wuchtigen Sound erschaffen? Wir mussten eben kreativ sein und haben Keyboards, die Streicher und auch die Backing- Vocals in den Vordergrund gemischt. Die Gitarre ist im Prinzip für jede Band das absolut logischste Instrument und für uns, wo wir jetzt gerade am Werken zu unserem zweiten Album sind, war sie eine völlige Neuheit. Der frische Einsatz der Gitarre hat es uns aber auch erlaubt, uns gut weiterzuentwickeln. Das nächste Album wird jedenfalls einige schwere Gitarrenriffs vereinen und ich kann die Reaktionen der Leute kaum erwarten. Es wird definitiv anders und auch neu klingen. "Bad Blood" wird immer "Bad Blood" bleiben, aber es wird davon keine Wiederholung geben.

"Krone": Da wird es doch auch auf der Bühne ein neues Kribbeln geben, wenn ihr plötzlich mit ganz anderen Songs überraschen werdet?
Smith: Das ist gut möglich, aber ich freue mich schon irrsinnig darauf, in Gesichter zu sehen, die anfangs mit Sicherheit sehr überrascht sein werden. Viele Menschen würden sich auch keine Gitarre auf der Bühne erwarten und kriegen die dann aber plötzlich geliefert – darauf freue ich mich jetzt schon. (lacht) Wir haben uns ja auch vor "Bad Blood" nichts Besonderes erwartet und werden auch jetzt nicht durchdrehen, sollten die neuen Songs gut ankommen. Wenn die Leute einen harten Gitarren- Song von uns mögen, wäre das fantastisch. Es wird jetzt sicher nicht so radikal härter, dass ich beginne, ins Mikrofon zu schreien, aber ich hoffe schon, dass unsere Fans unsere musikalischen Änderungen mittragen werden.
Simmons: Wenn wir die Songs proben, sind wir auch selbst überrascht von uns. Wir haben Riffs, die sind sehr stark im Grunge verwurzelt. Ich war niemals ein Fan von Grunge, aber aus irgendeinem sonderbaren Grund haben wir auch diese Elemente integriert. Aber ein guter Song ist einfach ein guter Song – auch wenn er sich deutlich verändert hat. Vor allem die Live- Sets werden lustig und interessant. Es wird Teile geben, da sind wir eine Vier- Mann- Grunge- Band und wenige Songs später, werden die Keyboards zentriert sein und wir werden elektronischer klingen. Das ist aber genau das, was uns wichtig ist. Wir können und werden machen, was wir wollen, und trotzdem einen roten Faden während unserer Gigs haben. Natürlich müssen wir uns bei den Leuten bedanken, die "Bad Blood" zu einem derart großen Erfolg gedeihen ließen, denn das gibt uns auch finanziell die Möglichkeit, uns so weiterzuentwickeln, wie wir selbst es für richtig halten.

"Krone": Wann können wir das Teil dann abgreifen?
Smith: 2015. Wir werden vorher noch das eine oder andere Lied im Internet veröffentlichen, dass auch schon anders klingt, aber noch nichts mit dem kommenden Album zu tun haben wird. Wichtig ist uns vor allem die Zukunft als Live- Band. Die Fans sollen von Bastille ein komplettes Paket bekommen, das gleichermaßen aus Elektronik und Rock bestehen wird. Lasst euch überraschen.

Vielleicht gibt es neue Songs mit Überraschungseffekt für die österreichischen Fans noch in diesem Jahr? Am 13. Dezember spielen Bastille jedenfalls live in Schruns beim Weltcup Montafon. Karten erhalten Sie unter 01/960 96 999 oder im "Krone"- Ticketshop .

05.10.2014, 17:00
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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