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09.12.2016 - 00:05
Foto: Georg Viktor Emmanuel

Austro- Künstler GVE loopt bis zum Weltuntergangstag

30.04.2012, 16:13
"Slip into my world of music" lautet der Titel seiner ersten Livelooping-Single (siehe Video) – und besser könnte man es auch gar nicht beschreiben, wie man sich dem öffnen sollte, womit Georg Viktor Emmanuel jetzt ganz Europa begeistern will: (s)einer "Beatbox Livelooping Show". Nach erfolgreicher Generalprobe in Amsterdam geht der 35 Jahre alte gebürtige Kärntner auf Tournee durch 17 Länder. Wir haben ihn wenige Tage vor seinem Kick-off-Konzert am 11. Mai im – passenderweise – Wiener "Loop" getroffen.

krone.at: Georg Viktor Emmanuel – da wurden deine echten Vornamen zu deinem Künstlernamen, wie ich vernahm –, was ist das Loopen bzw. das Liveloopen überhaupt? Kannst du das kurz erklären?
Georg Viktor Emmanuel: Das Loopen ist eine der aufregendsten Arten, Musik zu machen. Verschiedene Musiker haben unterschiedliche Zugangsweisen. Ich persönliche erzeuge mittlerweile alle Klänge ausschließlich mit der Stimme und zeichne sie dann in Echtzeit auf einer Loopstation auf. Um den Klang meiner Stimme zu beeinflussen, verwende ich verschiedene Effekt, die ich mit den Füßen bediene. Die Loopstation an sich ist nichts anderes als ein Aufnahmegerät, das dann die aufgenommenen Klänge in einer Schleife wiedergibt. Wenn z.B. der Beat steht, lege ich den Bass drüber, dann die Gitarrensounds usw., bis ich schlussendlich mit dem Leadgesang drüber performe. Das Ganze klingt dann so, als würde eine komplette Band rocken.

krone.at: Du bist, zumindest in Österreich, einer von ganz wenigen, die auf diesem Niveau loopen. Wie sieht das im internationalen Vergleich aus?
GVE: Das Loopen an sich ist nach wie vor eine Nische. Es ist im Kommen, aber im Vergleich zu anderen Arten, Musik zu machen, weiterhin eher rar. Das sieht man auch daran, dass ich bezahlte Auftritte in Ländern bekomme, in denen mich derzeit eigentlich so gut wie niemand kennt. Das geht nur, weil meine Performance was Außergewöhnliches ist. Die für mich derzeit größten Looping Artists sind beispielsweise Dub Fx oder Beardyman. Ich steh' auf die Typen! (Grinst.)

krone.at: Wie bist du auf die Idee gekommen, mit dieser Musik die Leute zu begeistern? Oder hattest du einfach keine Lust mehr, als Mitglied einer Band Kompromisse einzugehen, und hast nach einem Weg gesucht, auf eine besondere Art solo unterwegs zu sein?
GVE: Mein Drang nach Unabhängigkeit hat zu einem Soloprojekt geführt. Kompromisse in der Musik sind schön und gut, aber nichts für mich. (Lacht.) Ich wollte mich aber auch nicht mit einem Computer auf die Bühne stellen und irgendwelche Playbacks ablaufen lassen. Also habe ich überlegt, wie ich eine aufregende 100%- Live- Performance solo kreieren kann, die einen Mördersound erzeugt. So bin ich dann zum Beatboxen und zum Loopen gekommen. Es macht einfach verdammt viel Spaß!

krone.at: Du hast schon zahlreiche Livelooping- Konzerte in Österreich und auch in den Niederlanden, Tschechien oder der Slowakei gegeben. Was erwartest du dir persönlich von deiner Europatournee, die dich durch 17 Länder – von Österreichs Nachbarländern angefangen über Polen, Dänemark, die Benelux- Staaten, Frankreich, Spanien, Großbritannien und sogar bis nach Irland – führen wird?
GVE: Ich erwarte mir, als Mensch und Musiker wachsen zu können. Ich will so was schon seit meinem elften Lebensjahr machen, und jetzt ist es mir endlich möglich. Das macht mich überglücklich. Ich erwarte aber auch viele Schwierigkeiten, die es zu bewältigen gibt. Und so komisch es klingt: Darauf freue ich mich sogar. Ich mag es, gefordert zu werden. Ich erhoffe mir aber auch, dass ich meinen Bekanntheitsgrad durch diese sehr aktionistische Tour, die Flashmob- Streetshows und vieles mehr beinhaltet, deutlich ausbauen kann.

krone.at: Auf deiner Homepage ist zu lesen, dass das Internetpublikum den Verlauf der Konzertreise mitbestimmen kann. Wie darf man sich das vorstellen?
GVE: Die Leute können unter dem Motto "Build & follow" vom Wohnzimmer aus mit mir durch Europa reisen, denn per Google Maps und ständigen Updates auf dem Videoblog auf Facebook  und www.looping- earth.com  kann man das gesamte Geschehen mitverfolgen und mit beeinflussen: So zum Beispiel werde ich Orte zur Auswahl stellen, und das Publikum kann voten, wo's als nächstes hingehen soll. Die Menschen können Goodies, die ich entlang der Tourroute verstecke, via GPS- Daten, die ich im Netz veröffentliche, suchen und finden. Sie können sich dafür bewerben, mich einen Teil des Weges zu begleiten, und mittels des einmaligen Konzepts der "Wandering Cam" werden die Zuschauer vor Ort sogar selbst zu Gestaltern des Videoblogs. Die Leute rund um den Globus können sich außerdem dazu bewerben, das letzte Konzert der Tour, das am "Weltuntergangstag", dem 21. Dezember, stattfindet, zu hosten. Dieses spezielle Konzert muss nicht in Europa sein. Es kann überall auf der Welt sein und das auf einem sehr ausgefallenen Platz. Wer Genaueres wissen will, schaut am besten nach dem Kick- off- Konzert am 11. Mai auf der Website  vorbei.

krone.at: Wird sich viel deiner Tournee auf der Straße abspielen?
GVE: Ja. Definitiv. Darauf freue ich mich am meisten. Ich habe einen sehr aktionistischen Zugang zu allem, was ich tue. Ich werde einerseits zwar stinknormale Straßenkonzerte geben, aber andererseits ist geplant, in den großen Metropolen auch außergewöhnliche Streetpartys auf die Harakiri- Methode zu organisieren. Das Ganze wird so gut wie immer ohne offizielle Genehmigung laufen, wodurch ich auch ein paar Probleme erwarte, aber das wird dann dem Videoblog die nötige Würze geben. (Lacht.)

krone.at: Wie ist das so, wenn du deine Gerätschaften auf der Straße aufstellst und drauflosspielst? Vor Leuten, die keinen Eintritt bezahlt haben, um dich zu sehen, sondern die vorher absolut nicht wissen, was sie erwartet? Wie reagieren die Leute auf dich?
GVE: Ich sag' dir das nach der Tour. (Grinst.) So viele Konzerte auf der Straße hatte ich nicht. Aber ich mag die Unmittelbarkeit. Ich finde, es ist die herausforderndste Art, ein Livekonzert zu geben, die es gibt. Man lernt enorm viel dabei.

krone.at: Du hast für diesen Traum von der Tournee ja so ziemlich alles aufgegeben, was für einen gesettelten jungen Mann deines Alters erstrebenswert ist: guter Job, Wohnung. Was, wenn die Tournee nicht das hält, was du dir von ihr versprichst? Oder versprichst du dir gar nichts davon und willst einfach eine geile Zeit haben?
GVE: Jep. Ich will eine geile Zeit haben. Dennoch habe ich klare Ziele, denn wenn ich die nicht hätte, könnte ich jetzt schon einpacken. Generell teilen sich die Ziele in zwei Bereiche: ein rein menschliches und eines aus geschäftlicher Sicht. Das menschliche habe ich bereits durch die Tatsache erreicht, dass ich meine Angst besiegt und den Entschluss gefasst habe, es zu wagen. So viele Menschen träumen ihr Leben lang von Dingen, die sie tun möchten, und aus lauter Angst und Sicherheitsdenken tun sie es nicht. Da wollte ich nicht dazugehören. Das geschäftliche Ziel, auch als Musiker so erfolgreich zu werden, dass ich danach von meiner Leidenschaft so leben kann, wie ich es mir vorstelle, wäre eine Draufgabe. Wir werden sehen. Plan B habe ich mal keinen. Ich bin voll auf das Kommende fokussiert.

krone.at: Und die letzte Frage: Wie geht man als Sänger damit um, dass einem die Leute während eines Konzerts eigentlich nur auf die Füße und nicht ins Gesicht schauen?
GVE: (Lacht.) Mir wurscht, ich hab' ja schöne Füße!

Bis zum 21. Dezember 2012 - und sollte der Kalender der Maya recht behalten, damit sogar bis ans Ende aller Tage - dauert die abenteuerliche "Looping Earth Tour", die Georg Viktor Emmanuel durch 17 europäische Länder – von Österreichs Nachbarländern angefangen über Polen, Dänemark, die Benelux- Staaten, Frankreich, Spanien, Großbritannien und sogar bis nach Irland – führt.

30.04.2012, 16:13
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