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Foto: Andreas Graf / Video: krone.tv

3 Feet Smaller: "Wir werden sicher nicht ruhiger werden!"

27.06.2011, 10:25
Das monatelange "Darben" im Studio hat ein Ende: 3 Feet Smaller, die selbsternannten "Bowling-Punks" aus Wien, werfen mit (dem namenlosen) Album Nummer fünf rotzigere, fettere und geradlinigere Rock-Sounds denn je auf den Markt. Im krone.at-Interview lassen Frontman Marcus Smaller und Drummer Roberto Franko ihren "Vaterfreuden" freien Lauf und versprechen den Fans: "Wir werden in den nächsten Jahren sicher nicht ruhiger werden."

krone.at: Seid ihr einverstanden, wenn wir euch als die Aushängeschilder der österreichischen Punkrock- Szene bezeichnen?
Roberto Franko: Also, ich kann damit leben.
Marcus Smaller: Wenn's so ist, dann fühle ich mich geehrt.

krone.at: Wir wissen auch, dass ihr seit Kurzem die "glücklichste Band der Welt" seid, wie eurem facebook- Account zu entnehmen ist. Denn: Euer neues Album ist da. Was macht euch daran genau so glücklich?
Roberto Franko: Wie jede Mutter ist man stolz, wenn das Baby einmal zur Welt kommt. Die Arbeiten zum Album waren sehr zeit- und energieaufwendig. Es ist aber optisch wie auch musikalisch sehr schön geworden. Und wir sind total glücklich, dass es jetzt endlich da ist.

krone.at: Das Album trägt den originellen Titel "3 Feet Smaller". Vermutlich sind wir nicht die Ersten, die die nicht minder originelle Frage stellen: Ist euch nix besseres eingefallen?
Marcus Smaller: Ja, genau. Du hättest dich gerne vorher melden können und Vorschläge machen (lacht). Im Endeffekt waren wir lange am Überlegen für einen Album- Titel und haben uns dann entschlossen, das Album nach uns zu benennen. Wobei es ja eigentlich keinen Titel hat. Nachdem es uns ja schon elf Jahre gibt, wollten wir das alles auch ein bisschen revuepassieren lassen.
Roberto Franko: Wir haben uns bei den Arbeiten zum Album gedacht: Mit dem Album wollen wir's wirklich wissen. Wir haben alle unsere Erfahrung und unser Herzblut reingesteckt und können sagen: Das sind wir, das ist die Band. Deswegen war ein self- titled Album auch sehr naheliegend. Unsere gesamte Energie steckt in diesem Album.

krone.at: Zu wie viel Prozent trägt das Album die Handschrift von euch beiden? Es heißt ja, ihr seid das Fundament der Band.
Marcus Smaller: Das ist das erste Album, das wir als komplette Band gemacht haben. Die Arbeit der ersten vier Alben haben wir beide uns in der Tat jeweils zur Hälfte geteilt. Beim jetzigen entfallen wohl auf jedes Bandmitglied 25 Prozent.
Robert Franko: Vor allem die Arbeit vom "General", der früher unser Bassist war, jetzt zweiter Gitarrist ist, war sehr wichtig, weil er neue Riff- Ideen hinzugebracht hat.

krone.at: Der Opener auf dem Album trägt den rebellischen Titel "Vienna is burning". Dabei könnte man meinen, man wird mit zunehmendem Alter ruhiger und gelassener. Ist das bei euch umgekehrt?
Marcus Smaller: Das ist Klischee- Denken. Ich hab' nicht vor, innerhalb der nächsten zehn Jahre ruhiger zu werden – wenn's geht, eher noch lauter.

krone.at: Wie sehr könnt oder wollt ihr mit eurer Musik Missstände aufzeigen oder sie sogar verändern?
Marcus Smaller: Das möchte ich nicht. Es ist mir schon ein ziemliches Anliegen, dass unser Schaffen auch nicht so verstanden wird. Es gibt genug Bands, die per Fingerdeut zum Ausdruck bringen, was nicht alles schlecht und böse ist. Auf dem Album sind zwei Songs etwas politisch angehaucht sind. Aber beide sind so gehalten, dass sie keine direkte Aussage von mir darstellen.

krone.at: Man darf die Leute aber schon zum Nachdenken anregen, oder?
Marcus Smaller: Das auf jeden Fall. Definitiv.
Roberto Franko: Die Texte von Marcus sind sehr persönlich. Und da gehört natürlich auch dazu, dass man zeigt, was einen ankotzt.

krone.at: Was kotzt euch momentan denn so an?
Roberto Franko: Im Moment relativ wenig, weil wir ja mit dem Album sehr happy sind (lacht). Aber als Band zu denken, dass man politische Missstände verändern kann, ist doch relativ naiv.

krone.at: Roberto, du hast in einem Interview einmal gesagt, ihr könntet in Österreich mit dieser Musikrichtung nicht mehr viel mehr erreichen, als ihr es bereits getan habt. Heißt das, dass der Prophet im eigenen Land nichts wert ist?
Roberto Franko: Das weiß ich nicht. Aber vielleicht hängt das damit zusammen, dass wir Punk- oder Alternative- Rock im weitesten Sinne machen und somit nicht so massentauglich sind. Und deswegen muss die Entwicklung der Band in die Breite gehen: und zwar in dem Sinne, dass wir mehr im Ausland spielen müssen …

krone.at … was vermutlich auch nicht einfach ist: nämlich als österreichische Band im Ausland Fuß zu fassen.
Roberto Franko: Leicht ist es nicht, keine Frage. Es ist uns aber doch relativ gut gelungen, in den vergangenen eineinhalb Jahren in Deutschland Fuß zu fassen – hoffentlich mit dem neuen Album noch mehr. Immerhin handelt es sich ja um das erste "3 Feet Smaller"- Album, das in Deutschland richtig veröffentlicht wird. Konzerte spielen wir dort ja schon seit mehreren Jahren und die Resonanz ist durchaus positiv.

krone.at: Wie gut könnt ihr mit dem Status, den ihr habt, von der Musik leben?
Roberto Franko: Mein Bentley steht unten (lacht).
Marcus Smaller: Ich hab' keinen Führerschein, ich muss mich chauffieren lassen. Aber jeder hat seine Last zu tragen.

krone.at: Wie schwierig ist es, in Österreich mit Punkrock Geld zu verdienen?
Roberto Franko: Jeder, der Musik macht, weiß, dass es wahnsinnig schwierig ist, Geld damit zu verdienen. Der Zusammenbruch der CD- Verkäufe macht das Ganze natürlich nicht einfacher. Aber wir machen ja Musik, weil wir nicht anders können. Insofern ist die Frage obsolet. Egal, wie viel rausschaut, wir werden's weiter durchziehen.

krone.at: Zurück zum Album. Darin werden auch düstere Themen behandelt. Es geht auch um Drogensucht, um Liebeskummer, um Depressionen. Wie viel Autobiografisches steckt da drin?
Marcus Smaller: Das fällt alles auf mich zurück und alles ist zu 100 Prozent so, wie's da drin steht.

krone.at: Wirklich?
Roberto Franko: Vielleicht ist's ein bisschen übertrieben. Aber es sind die Texte von Marcus und er hat sich dadurch sicherlich einiges von der Seele geschrieben.

krone.at: Ist Musik eine Droge?
Marcus Smaller: Ja, die beste, die's gibt.
Roberto Franko: Mit Sicherheit. Ich bin schon seit mehreren Jahren ziemlich drauf (lacht).
Marcus Smaller: Daher haben wir auch schon Angst vor der Pension und dem Entzug (lacht).

krone.at: Im Vorjahr habt ihr euer zehnjähriges Bestandsjubiläum gefeiert. Was würdet ihr mit dem Wissen von heute anders machen, wenn ihr noch einmal von vorne beginnen könntet?
Marcus Smaller: Ich, ganz ehrlich, nichts. Aus dem simplen Grund, dass ich mir denke, dass alles, was passiert, seine Gründe hat, warum es passiert. Jede Zeit war lehrreich und hat uns im Endeffekt zu dem gemacht, was wir heute sind. Daher sind wir mehr als dankbar dafür, was wir erreicht haben.

krone.at: Es hat auch immer wieder Besetzungswechsel gegeben. Glaubt ihr, dass ihr ohne die Besetzungswechsel heute weiter wärt?
Roberto Franko: Wenn wir von Anfang an mit der jetzigen Besetzung gespielt hätten, wären wir heute ziemlich sicher weiter. Wenn es einige Besetzungswechsel nicht gegeben hätte, wären wir heute nicht hier.

krone.at: Gab's schon ernsthafte Auflösungsgedanken?
Roberto Franko: Ja, dauernd (lacht). Wir sind seit elf Jahren zusammen. Da sieht man sich oft und geht sich, wenn's sein muss, aus dem Weg.
Marcus Smaller: Es stimmt schon, was viele sagen: nämlich, dass eine Band wie eine Beziehung ist, wie man das Ganze intensiver als nur hobbymäßig betreibt. Und jede Beziehung hat ihre Hochs und Tiefs.
Roberto Franko: Was uns aber zusammenschweißt, ist, dass wir an die Band glauben – genauso wie man an einer Beziehung arbeitet. Wenn man eine Krise gemeinsam durchsteht, macht das einen nur stärker.

27.06.2011, 10:25
Michael Fally
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