Foto: APA/MERCEDES AMGF1

Wolff hält Einsparungen für "praktisch unmöglich"

23.05.2014, 11:36
Ausgerechnet im Millionärsparadies Monaco hat die Formel 1 eine heftige Diskussion über Kosteneinsparungen geführt. Dass ein sinnvoller Ausgleich zwischen den überlegenen Werksteams und den Hinterbänklern aber "praktisch unmöglich ist", hat auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei dieser Gelegenheit klargemacht.

"Wie soll das gehen? Wir haben auf der einen Seite kleine Privatteams von rennbesessenen Millionären und auf der anderen Seite globale, multinationale Konzerne, die ihre Produkte und die Marke promoten. Das unter einen Schirm zu bringen, ist kompliziert bis praktisch unmöglich", sagte der Österreicher bei der Pressekonferenz einiger Teamchefs im Fürstentum.

In der Fragerunde wurde vermutet, dass sich die großen Hersteller Mercedes, Red Bull, Ferrari und McLaren schon auf den notgedrungenen Abschied einiger finanzschwacher Hinterbänkler vorbereiten und eventuelle Newcomer mit Kundenautos versorgen wollen. Dass dies ein relativ günstiger Weg für einen Einstieg in die Formel 1 - 2015 will etwa Gene Haas mit einem US- Team kommen - wäre, wurde auch gar nicht abgestritten.

F1 soll Top- Produkt bleiben

Wolff wies darauf hin, dass die Formel 1 als Krone des Motorsports alleine schon aus der Geschichte heraus das exklusive Top- Produkt bleiben, der Zugange wie in der weltweiten Wirtschaft dementsprechend anspruchsvoll sein solle. Red- Bull- Teamchef Christian Horner merkte an, dass in der Formel- 1-Geschichte mehr als 100 Teams gekommen und wieder gegangen seien, dies also eine Art natürlicher Kreislauf sei.

Die bisherigen Bemühungen der Formel 1 um Kosteneinsparungen muten jedenfalls an wie ein Witz. Potenzial für 10.000 Euro habe man gefunden, berichteten die Chefs der Teams, die auf Budgets von bis zu 400 Millionen Euro sitzen. Caterham hat im Vergleich dazu maximal 70 Millionen zur Verfügung.

"Schlicht unkontrollierbar"

Für Wolff ist die Situation klar. "Wollen wir die Rennen spannender machen oder wirklich Kosten sparen? Das ist höchst kompliziert, denn wer kann schon in Unternehmen wie Honda oder Ferrari hineinblicken, wenn dort die Formel 1 Teil der Kundenautoproduktion ist? Das ist schlicht unkontrollierbar."

Mit Red Bull und Mercedes haben seit einem Jahr nur zwei Marken und mit Sebastian Vettel (Red Bull), Lewis Hamilton und Nico Rosberg (beide Mercedes) lediglich drei Fahrer Rennen in der Formel 1 gewonnen. Nach vier von Red Bull dominierten Jahren hat 2014 Mercedes das Kommando übernommen.

23.05.2014, 11:36
AG/red
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