Vettel knackt mit Sieg in Austin Schumacher- Rekord

17.11.2013, 21:43
Der Rekord ist geknackt. Weltmeister Sebastian Vettel hat seine Siegesserie in der Formel 1 am Sonntag fortgesetzt. Der 26-jährige Deutsche dominierte den Grand Prix der USA in Austin nach Belieben. Der Red-Bull-Star fuhr seinen achten Sieg hintereinander ein - und übertraf damit auch Landsmann Michael Schumacher, der 2004 siebenmal in Folge triumphiert hatte.

Vettel ließ in Texas keine Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen. Der Vierfach- Champion kontrollierte das Tempo, brachte 6,2 Sekunden Vorsprung auf Lotus- Pilot Romain Grosjean über die Ziellinie. Vettels Teamkollege Mark Webber musste sich mit Rang drei zufriedengeben, nachdem er zu wenig aggressiv in die erste Kurve gegangen war und zwei Positionen eingebüßt hatte.

Vettel "sprachlos"

Am Ende durfte Vettel zum dritten Mal seine "Donuts" drehen - seit dem Ende Oktober in Indien eingefahrenen WM- Titel ist das bereits Tradition. "Ich bin sprachlos. Erinnert euch an diese Tage. Es gibt keine Garantie, dass sie für immer so weitergehen", mahnte der Seriensieger seine Crew am Boxenfunk. "Genießt es. Wir haben eine unglaubliche Saison. Ich bin so stolz auf euch, ich liebe euch."

Die Schumacher- Serie übertroffen zu haben, konnte Vettel selbst kaum fassen. "Einen Rekord einzustampfen, der eigentlich für die Ewigkeit hätte bestehen sollen, ist nur sehr, sehr schwer zu verstehen", betonte der 26- Jährige. Beim Saisonfinale kommende Woche in Brasilien könnte er seinen 13. Saisonsieg einfahren. Damit wäre ein weiterer Schumacher- Rekord eingestellt. "So was passiert nicht alle Jahre", erinnerte Vettel.

Marko: "Alles sehr, sehr hart erarbeitet"

Der Großteil des Feldes war mit einem Boxenstopp ausgekommen, Vettel setzte ihn nach einer Safety- Car- Phase zu Beginn genau bei Rennhälfte. Erstmals triumphierte er in den USA. Das einzige Rennen im aktuellen Kalender, das Vettel damit noch nicht gewonnen hat, ist der GP von Ungarn. "Es schaut leichter aus, als es ist", erinnerte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. "Das ist alles sehr, sehr hart erarbeitet, das darf man nicht vergessen."

Webber hätte Vettel bei Temperaturen um 30 Grad wohl als einziger Pilot ernsthaft gefährden können, kam im Finish aber trotz einer Hetzjagd nicht einmal mehr an Grosjean vorbei. "Die Pole Position wäre wichtig gewesen", meinte der Australier, der im Qualifying einen kleinen Fehler gemacht hatte. "So ist es schwer geworden." Hinter ihm reihten sich die Ex- Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes und Fernando Alonso im Ferrari ein.

Grosjean "stolz auf Lotus"

Alonso ist zwar WM- Zweiter, schaffte es aber bereits zum fünften Mal in Serie nicht auf das Podest. Grosjean dagegen ist in keinem dieser Rennen schlechter als Vierter gewesen. Platz zwei ist das beste Saisonergebnis. "Ich bin sehr stolz auf Lotus", sagte der Franzose. Dort ist er nun die Nummer eins. Teamkollege Heikki Kovalainen, Ersatz für seinen am Rücken operierten finnischen Landsmann Kimi Räikkönen, kam als 15. nicht in die Punkteränge.

Weil auch Felipe Massa im zweiten Ferrari nicht über Rang 13 hinauskam, baute Mercedes seinen Vorsprung im Kampf um Rang zwei in der Konstrukteurs- WM leicht aus. Nico Rosberg wurde Neunter, die Silberpfeile liegen nun 15 Punkte vor Ferrari und 33 vor Lotus. "Der Anspruch sind nicht ein vierter und ein neunter Platz", erinnerte Mercedes- Motorsportchef Toto Wolff. "Aber wir nehmen die Punkte gerne, es war gut."

"Schadensbegrenzung" bei Mercedes

Auch Mercedes- Teamaufsichtsratschef Niki Lauda war mit dem Ergebnis zufrieden. "Die Schadensbegrenzung wurde voll eingeleitet", erklärte der dreifache Weltmeister, der Vettel ob seiner Überlegenheit - der Red- Bull- Star fuhr im Finish sogar noch die schnellste Rennrunde, um den "Hattrick" mit Pole und Rennsieg perfekt zu machen - auch in Brasilien für unantastbar hält. Lauda: "Nächstes Jahr kann man ihn hoffentlich stoppen."

Das Ergebnis:

Rang Fahrer Team Zeit
1 Sebastian Vettel Red Bull Racing- Renault Sieger
2 Romain Grosjean Lotus- Renault +6.2 Sekunden
3 Mark Webber Red Bull Racing- Renault +8.3
4 Lewis Hamilton Mercedes +27.3
5 Fernando Alonso Ferrari +29.5
6 Nico Hulkenberg Sauber- Ferrari +30.4
7 Sergio Perez McLaren- Mercedes +46.6
8 Valtteri Bottas Williams- Renault +54.5
9 Nico Rosberg Mercedes +59.1
10 Jenson Button McLaren- Mercedes +77.2
11 Daniel Ricciardo STR- Ferrari +81.0
12 Jean- Eric Vergne STR- Ferrari +84.5
13 Felipe Massa Ferrari +86.9
14 Esteban Gutierrez Sauber- Ferrari +91.7
15 Heikki Kovalainen Lotus- Renault +95.0
16 Paul di Resta Force India- Mercedes +96.8
17 Pastor Maldonado Williams- Renault +1 Runde
18 Jules Bianchi Marussia- Cosworth +1
19 Giedo van der Garde Caterham- Renault +1
20 Charles Pic Caterham- Renault +1
21 Max Chilton Marussia- Cosworth +2 Runden
Out Adrian Sutil Force India- Mercedes

17.11.2013, 21:43
AG/red
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