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Michael Schumacher schwebt weiter in Lebensgefahr

01.01.2014, 10:38
Die Entwicklung des Gesundheitszustandes des schwer verunglückten Michael Schumacher ist weiter völlig offen. Die Lage für den 44-jährigen Ex-Formel-1-Weltmeisters nach seinem Skiunfall am Sonntag hatte sich nach Angaben der Klinikärzte zwar leicht gebessert, die Mediziner im Universitätsspital Grenoble sprechen aber weiterhin von Lebensgefahr für Schumacher.

Seine Managerin Sabine Kehm erklärte am Neujahrstag vor dem Krankenhaus, dass sich Schumacher unverändert in einem kritischen, aber momentan stabilen Zustand befinde. "Wir sind erst am dritten Tag, nachdem es passiert ist. Wir müssen alle vorsichtig sein mit unseren Einschätzungen", betonte sie. Dennoch waren es zumindest keine schlechteren Nachrichten, die seine Managerin bei einer chaotischen Presserunde vor zahlreichen Kamerateams überbrachte. "Es gab keine Veränderungen, weder im positiven noch im negativen", sagte Kehm. Schumacher schwebt damit vor seinem 45. Geburtstag an diesem Freitag weiter in Lebensgefahr.

Die Klinik selbst hat vorerst keine neuen Informationen geplant. Das solle nur bei neuen Entwicklungen geschehen, hieß es in der französischen Stadt. Zuletzt hatten die Ärzte am Dienstag, nach einer zweiten Operation am Kopf Schumachers, eine Pressekonferenz gegeben. Dem Ex- Formel- 1-Weltneister war bei einem rund zweistündigen Eingriff einer von zahlreichen Blutergüssen im Gehirn entfernt worden. Schumacher liegt weiterhin im künstlichen Koma.

Ärzte "haben mehr Zeit gewonnen"

"Die Situation ist jetzt unter besserer Kontrolle als gestern, wir können aber nicht sagen, dass er außer Gefahr ist", betonte der Chef der Anästhesie- Abteilung, Jean- Francois Payen bei der Pressekonferenz (siehe auch Infobox). "Wir haben mehr Zeit gewonnen. Die kommenden Stunden sind aber von entscheidender Bedeutung", bekräftigte der Mediziner. "Wir arbeiten uns Stunde für Stunde voran." Es gebe Phasen der Stabilität, dann aber auch wieder Veränderungen.

Schumacher hat immer noch weitverbreitete Blutgerinnsel im Gehirn. Es sei wirklich nicht der Zeitpunkt, um Vorhersagen zu treffen. Die anderen Hämatome seien unter anderem schwer zugänglicher als das, welches bei der zweiten Operation entfernt wurde. Der Innendruck in Schumachers Schädel konnte durch den Eingriff gegen 22 Uhr am Montagabend aber gemindert werden. Dass sein Zustand sich so entwickelt hatte, dass die Operation möglich wurde, hatte die Ärzte nach eigener Aussage selbst überrascht.

Bluterguß im Gehirn entfernt

Ein Scan habe gezeigt, dass ein Eingriff möglich sei. Nach Absprache mit den behandelnden Ärzten und der Familie von Schumacher - neben Frau Corinna mit den beiden Kindern sind auch Bruder Ralf und Vater Rolf vor Ort - nahmen die Mediziner diesen umgehend vor. Dabei wurde ein Bluterguss in der linken Hirnseite entfernt.

"Wir müssen realistisch sein. Die ganze Familie ist sich im Klaren darüber, dass die Situation kritisch ist", betonte Professor Gerard Saillant, der als Freund mit nach Grenoble gereist war. Er kennt Schumacher seit vielen Jahren und behandelte den siebenfachen Weltmeister nach dessen schwerem Rennunfall 1999 in Silverstone.

Bei Unfall durch die Luft geschleudert

Der lebensgefährliche Unfall auf Skiern passierte am Sonntagvormittag in Meribel. Wie Schumachers Managerin Kehm am Dienstag vor Journalisten erklärte, hatte Schumacher unmittelbar vor dem Unfall einem auf der Piste gestürzten Freund geholfen. Anschließend sei Schumacher in den Tiefschneebereich zwischen zwei Pisten gefahren. Dort sei der 44- Jährige beim Ansatz zu einer Kurve gegen einen Felsen geprallt und in die Luft geschleudert worden. Kopfüber sei er dann auf einen Felsen gestürzt, sagte Kehm mit Verweis auf Schilderungen von Begleitern.

Schumacher war demzufolge nicht mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs. Dennoch schlug sein Kopf offensichtlich heftig auf. Medienberichten zufolge zersprang dabei sein Helm. Eine Bestätigung dafür gab es in Grenoble aber nicht.

Unmittelbar nach Sturz noch ansprechbar

Schumacher war unmittelbar nach dem Unfall ansprechbar, aber verwirrt. Er wurde letztlich in die renommierte traumatologische Abteilung des Universitätskrankenhauses von Grenoble gebracht. Weil sich der Zustand des Kerpeners verschlechtert hatte, wurde Schumacher dort umgehend notoperiert.

01.01.2014, 10:38
AG/red
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