Foto: APA/EPA/VALDRIN XHEMAJ / Video: SKY

Lauda zu Sabotage- Vorwürfe: "Das ist lächerlich!"

03.10.2016, 11:53

Das Mercedes- Pannenrennen in Malaysia (Highlights oben im Video) hat Folgen. Lewis Hamilton ist nach dem nächsten Technik- Defekt sauer auf seinen Arbeitgeber, Nico Rosberg wehrt sich gegen den Abstauber- Vorwurf. Der Titel- Endspurt der Formel 1 wird bei Mercedes zum heiklen Stress- Test, vor allem weil auch der Konstrukteurstitel nun doch noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Eine Verschwörung bei den Silberpfeilen gegen den Titelverteidiger und zugunsten von Rosberg? "Das ist doch lächerlich", sagte Team- Aufsichtsratschef Niki Lauda. Hamilton selbst relativierte nach einem ersten Krisengespräch in der Garage seine Aussagen, sprach nun nur noch von "höheren Mächten", die ihm offenbar in diesem Jahr den vierten WM- Triumph nicht gönnen.

Doch die Saat des Zweifels war längst gelegt. "Wir haben Lewis hängenlassen", bekannte Mercedes- Motorsportchef Toto Wolff und versprach Hamilton eilig, bei der Suche nach der Ursache für die Motorpanne von Malaysia "jeden Stein umdrehen" zu wollen. Es gebe aber "kein Muster" im Vergleich zu den bisherigen Pannen dieser Saison, beteuerte der Österreicher. "Das ist technischer Sport, solche Dinge können passieren", sagte Wolff. Es gebe keine rationale Erklärung für Hamiltons Pech. "Das wird er erkennen."

Tatsächlich gestand Hamilton, sich hilfloser als je zuvor in seiner Formel- 1-Karriere zu fühlen. Zwei Motoren hat der 31- Jährige für den Rest der Saison noch zur Verfügung, einer davon ist bereits ziemlich gebraucht. "Ich will wissen, ob diese Motoren halten, und was ich dafür tun muss", sagte Hamilton, bevor er Malaysia verließ.

Rosberg gelingt "gelungene Schadensbegrenzung"

Seinem Dauerrivalen Rosberg kann diese Debatte kaum gefallen. Wird damit doch wieder der Eindruck gestärkt, der Deutsche sei trotz seiner acht Saisonsiege nur als Abstauber dank Hamiltons Pech auf Titelkurs. "Ich weiß, wie Lewis sich fühlt, ich war auch schon in dieser Situation", betonte Rosberg daher und verwies auf sein Technik- Drama beim Finalrennen 2014, als ihm ein defektes Hybridsystem die letzte Chance auf den WM- Titel raubte.

Diese Saison will Rosberg nicht erneut als Vize- Weltmeister beenden. Seine ganze Entschlossenheit zeigte er mit der Aufholjagd nach dem Crash mit Ferrari- Pilot Sebastian Vettel in der ersten Kurve, der ihn ans Ende des Feldes geschleudert hatte. Selbst die zehn Strafsekunden für den zu aggressiven Angriff gegen Kimi Räikkönen konnten Rosberg nicht von seinem Weg aufs Podium abbringen. "Das war gelungene Schadensbegrenzung. Insgesamt ist es ein guter Moment für mich", sagte Rosberg. Noch aber ist Hamilton nicht bezwungen.

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AG/red
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