Foto: GEPA, AP

Junior Verstappen wirft Villeneuve "Tötung" vor

03.09.2016, 15:00

Lange hat die Formel- 1 auf einen Max Verstappen gewartet! Endlich ein heißblütiger, junger Pilot, der cool ist und nicht viel herumredet. Dazu über ein Wahnsinns- Talent verfügt. Aber nach dem belgischen Grand Prix haben sich viele Insider gefragt: Ist der 18- Jährige auch gefährlich? In Monza legte Verstappen nun mit einem Skandalsager gegen Jacques Villeneuve nach …

Der Kanadier, früher auch kein Kind von Traurigkeit, hatte nach dem wilden Manöver gegen Kimi Räikkönen in Spa gemeint, Max müsse ruhiger werden. "Du wirst sonst noch jemanden umbringen!" Vor dem Grand Prix von Italien wies der 18- Jährige Villeneuves Kritik in der niederländischen Zeitung NOS aufs Schärfste zurück: "Villeneuve soll auf seine Worte aufpassen, weil er hat selbst jemanden getötet - in Melbourne 2001."

Heftig bis skandalös, diese Aussage! Beim damaligen Australien- GP war nach einem Crash am BAR des Kanadiers ein Rad weggebrochen, durch ein Loch im Sicherheitszaun geflogen und hat dort einen Marshall tödlich verletzt (oben im Video).

Foto: GEPA, AP

"Max gibt sich in keiner Sekunde geschlagen"

Die "Akte Spa" ist also noch immer nicht geschlossen. Kann man Max Verstappen noch trauen, wenn man mit ihm bei über 300 Stundenkilometer auf der Strecke kämpft? Die Meinungen im Fahrerlager sind gespalten. Weltmeister wie Fernando Alonso oder Damon Hill finden den Oranje- Youngster erfrischend mutig. "Zweikämpfe waren immer hart in der Formel- 1", erinnert sich Hill. "Meine Duelle mit Schumacher waren auch nicht immer fair - und Max gibt sich in keiner Sekunde geschlagen!"

Aber bei 300 noch nach rechts zucken? Niki Lauda sah Verstappen in Spa gleich besser in der Psychiatrie aufgehoben als auf der Rennstrecke. Eine Woche später meinte der dreifache Weltmeister: "Die Jungs sollten das auch mal unter sich ausmachen. Redet miteinander, wir haben das früher auch gemacht!" Das versuchte Verstappen hier im königlichen Park aber tunlichst zu vermeiden. Er bat FIA- Rennleiter Charlie Whiting extra darum, das Manöver im Fahrerbriefing vor all seinen Kollegen am Freitagabend nicht anzusprechen.

Das Briefing dauerte dann keine zehn Minuten. Danach hörte man, dass Whiting dem "Spa- Rowdy", wie er vom Schweizer "Blick" getauft wurde, in einem Extrameeting eine Verwarnung erteilt habe: Noch so ein wildes Manöver - und man nimmt ihn wegen Unsportlichkeit aus dem Rennen. Ob das einen aufstrebenden Racer beeindruckt, der mit jugendlicher Überzeugung sagt: "Ist mir alles egal, ich mache was will!"

Die Formel- 1-Fans lieben Max schon jetzt dafür!

Hier im Video sehen Sie die Highlights des Grand Prix von Belgien:

03.09.2016, 15:00
Tanja Bauer, Kronen Zeitung
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