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Jules Bianchi - verstorbener F- 1- Pilot im Portrait

18.07.2015, 11:18
Jules Bianchi hatte den Autorennsport in den Genen. In eine aus Mailand stammende Motorsport-Familie geboren, träumte er von einem Cockpit bei Ferrari. Sein Ziel wollte der hoffnungsvolle Formel-1-Pilot über den Umweg beim Nachzügler-Team Marussia erreichen. Mit 25 Jahren wurde er als Folge eines schrecklichen Unfalls aus dem Leben gerissen.

Er gehörte zur Ferrari- Talentschmiede. Und er galt auch schon als Kandidat für ein Stammcockpit beim legendärsten Formel- 1-Rennstall der Welt. Jules Bianchi hatte sich dazu bereit gefühlt. "Natürlich", sagte er selbstbewusst, aber nicht überheblich. "Es wäre doch ein logischer Schritt für mich."

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Es waren seine Worte wenige Tage vor dem Großen Preis von Japan, dem 34. Rennen in der noch jungen Formel- 1-Karriere des Franzosen. Es wurde sein letztes. Am Freitag, nach mehr als neun Monaten im Koma, erlag Jules Bianchi in seiner Heimatstadt Nizza seinen schweren Verletzungen, die er beim Grand Prix am 5. Oktober 2014 in Suzuka erlitten hatte. Er wurde nur 25 Jahre alt.

Nicht zum ersten Mal wurde die Bianchi- Familie vom Schicksal auf diese tragische Weise getroffen. Bianchis Großvater Mauro wurde als Sportwagen- Fahrer bekannt, 1968 verunglückte er beim 24- Stunden- Rennen von Le Mans. Er zog sich schwere Brandverletzungen zu. Sein Bruder Lucien - Jules' Großonkel - gewann damals den Klassiker. Ein Jahr später starb Lucien Bianchi, der auch 17 Mal in der Formel 1 gestartet war, bei Testfahrten in Le Mans.

Immer als Ziel: F- 1-Fahrer werden

Ungeachtet der schmerzvollen familiären Vergangenheit wollte Jules Bianchi nur eines: Formel- 1-Pilot werden. Geboren am 3. August 1989 in Nizza verkörperte er auch die Hoffnungen auf neue Erfolge der Grande Nation. Über Kartrennen - sein Vater Philippe betrieb eine Rennbahn - stieg Bianchi 2007 in den Formel- Sport ein.

Ende 2009 absolvierte er Testfahrten für Ferrari und wurde in die "Driver Academy" des italienischen Rennstalls aufgenommen. Danach empfahl er sich mit dem Team ART als zweifacher Dritter in der Nachwuchsserie GP2 für die Königsklasse des Motorsports.

2012 wurde F- 1-Traum wahr

2012 folgte endlich der Schritt in die Formel 1. Bianchi wurde zum Ersatzfahrer des Force- India- Rennstalls berufen. Nebenbei ging er in der Formel Renault an den Start. Drei Siege und insgesamt acht Podiumsplätze bescherten Bianchi letztlich den zweiten Gesamtrang - und ein Engagement als Stammfahrer beim russischen Team Marussia, das die Antriebe seiner Autos von Ferrari bekommt.

In seinem ersten Formel- 1-Jahr als Einsatzfahrer kam er im unterlegenen Wagen 2013 einmal sogar auf Rang 13. Es war in Malaysia, bei Bianchis zweitem Grand Prix. Seinem Team bescherte das im Duell mit Caterham den zehnten Platz in der abschließenden Konstrukteurswertung. Ein Jahr später gelang Bianchi in Monaco eine kleine Sensation.

Trotz Starts aus ungünstiger Position und zweier Strafen wurde er beim Klassiker Neunter. Diese zwei Punkte sind die einzigen geblieben, die der Rennstall Marussia in seiner Formel- 1-Zeit sammelte. Es sei ganz schön stressig gewesen, sagte Bianchi damals. Viel mehr könne er gar nicht erzählen. "Es war einfach wunderbar." Die noch junge Karriere des aufstrebenden Piloten endete rund vier Monate später auf grauenvolle Weise.

In Japan, wenige Stunden vor seinem Unfall, hatte er noch einen Vertrag mit Sauber unterschrieben.

Steckbrief Jules Bianchi (Frankreich/25 Jahre):

Geboren: 3. August 1989 in Nizza/Frankreich
Gestorben: 17. Juli 2015 in Nizza
Formel- 1- Teams: 2012: Force India (Ersatzpilot), 2013- 2014: Marussia
Erster Grand Prix: 21. März 2013 (Australien)
Letzter Grand Prix: 5. Oktober 2014 (Japan)
Beste Platzierung: Rang neun (GP von Monaco, 2014)
Grand- Prix- Teilnahmen: 34
Grand- Prix- Punkte: 2
Größte Erfolge: GP2- Gesamtdritter 2010 und 2011

18.07.2015, 11:18
AG/red
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