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Horner: "Vettel hat nur das gehört, was er hören wollte"

25.03.2013, 11:04
Zwei todernste Piloten nach einem Doppelsieg – selten zuvor hat ein totaler Red-Bull-Triumph für eine derartig frostige Atmosphäre bei der Siegerehrung nach einem Formel-1-Rennen gesorgt. Auslöser: Sebastian Vettels Entscheidung, sich beim Grand Prix von Malaysia über alle Aufforderungen seines Teams hinwegzusetzen, seinen Kollegen Mark Webber nicht mehr zu attackieren oder zu überholen. Teamchef Christian Horner zurückhaltend - und dennoch vielsagend: "Er hat nur das gehört, was er hören wollte."

"Wir alle wissen, dass er ein schnelles Kerlchen ist, aber ich bin sehr enttäuscht über den Ausgang dieses Rennens", so Webber am Sonntag nach dem für ihn so bitter ausgegangenen Rennen. "Seb hat heute seine eigenen Entscheidungen getroffen. Man wird ihn dafür wieder schützen. So ist es halt." Ganz so mag man das bei Red Bull allerdings nicht stehen lassen - es scheint, als habe Vettel sogar die größten Unterstützer in seinem Team mit seinem Eigensinn verprellt.

Marko: "Vettel ist außer Kontrolle geraten"

"Sebastian weiß, dass es falsch war. Er hat sich entschuldigt, aber wir werden uns hinsetzen und darüber reden", machte Horner klar, dass die Angelegenheit zumindest teamintern noch lange nicht erledigt sein dürfte. Ebenfalls unverhohlen ließ Red- Bull- Motorsportchef Helmut Marko seinen Unmut über Vettel durchblicken: "Er ist außer Kontrolle geraten."

Auf die Frage, warum man Vettel nach dem haarigen Überholmanöver gegen Webber nicht zum Rücktausch der Positionen aufgefordert hatte, sagte Horner: "Glaubt wirklich jemand, das Sebastian das getan hätte, nachdem er vorher die Anweisung ignoriert hatte, nicht zu überholen?", fragte der Brite.

Vettel: "Jetzt bin ich das schwarze Schaf"

Vettel selbst machte zumindest nach außen hin den Eindruck, über seine eigene Renn- Brutalität "erschrocken" zu sein. "Jetzt bin ich das schwarze Schaf", merkte er nach dem Rennen an und sprach von einem "Riesenfehler". Der Rennfahrer mit dem Bubengesicht hatte einmal erklärt, dass man zwar im Rennen ein "Drecksack" sein müsse, aber nicht auch noch im Privatleben. "Ich hoffe, ich bekomme die Gelegenheit, Mark das zu erklären. Und es wird der Moment kommen, wo ich etwas zurückgeben kann", versprach der Champion.

Webber: "Jetzt werde ich erst einmal surfen gehen"

Auf die Frage, ob er die Entschuldigung Vettels annehme, reagierte Webber ausweichend: "In den letzten 15 Runden des Grand Prix sind mir viele Dinge durch den Kopf gegangen. Nicht nur wegen heute, sondern auch wegen der Vergangenheit. Wir werden sehen, was passiert. Jetzt werde ich erst einmal surfen gehen." Erst nach dem damit verbundenen Heimaturlaub in Australien wird Webber zu Simulator- Tests in die Teamfabrik im Milton Keynes zurückkehren - und wohl mit Vettel plaudern.

25.03.2013, 11:04
red/AG
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