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F1 von Feuerwehr und Dauerregen ausgebremst

09.10.2015, 16:44
Ein Feuerwehr-Einsatz und Dauerregen haben am Freitag den ersten Trainingstag für den Grand Prix in Sotschi empfindlich gestört. Die erste Kraftprobe von Ferrari-Star Sebastian Vettel mit WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Nico Rosberg auf Mercedes ist damit buchstäblich ins Wasser gefallen. Zudem machten auch am Schwarzen Meer neue Entwicklungen im Red-Bull-Motorenproblem die Runde.

Zunächst hatten Einsatzkräfte am Vormittag die Strecke wegen Dieselspuren mit Hochdruck- Schläuchen reinigen müssen und damit den Trainingsbetrieb bereits um eine halbe Stunde verzögert. Die Streckenbetreiber kündigten eine interne Ermittlung an. Ein Kehrwagen hatte offenbar bei der Fahrt über den Asphalt Treibstoff verloren. Nach dem Eingreifen der Feuerwehr war der Kurs an mehreren Stellen so nass, dass die Piloten lange Zeit nur mit Mischwetter- Reifen fahren konnten.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff
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Ecclestone drängt Mercedes,  Red Bull  zu beliefern
Abseits des Renngeschehens kam es zudem laut einem BBC- Bericht am Vormittag zu einer Art Krisentreffen zwischen Formel- 1-Zampano Bernie Ecclestone  sowie Teamchef Christian Horner  und Motorsportberater Helmut Marko  von Red Bull. Das Trio soll sich wegen der nach wie vor ungewissen Motorenzukunft des britisch- österreichischen Rennstalls unterhalten haben. Ecclestone soll in der Folge sofort zu Mercedes gegangen sein, um die Deutschen zu überreden, Red Bull doch noch zu beliefern.

Ferrari  gibt Red Bull endgültig einen Korb
"Wir haben uns diese Entscheidung gut überlegt, sie ist auch unter dem Blickpunkt der Kapazität gefallen. Und deshalb ist es auch unsere letzte Entscheidung", hatte Mercedes- Motorsportchef Toto Wolff  jedoch bereits in einem Interview mit der dpa wenige Stunden zuvor klargestellt. Und dann erteilte auch noch Ferrari den "Bullen" einen Korb: Die Scuderia will höchstens das Red- Bull- Schwesternteam Toro Rosso  mit Triebwerken beliefern, die zudem nicht auf dem neuesten Stand sein sollen.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene
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"Red Bull war sich sicher, dass sie Mercedes- Motoren bekommen würden - so sicher, dass sie nicht nur Renault  gekündigt haben, sondern auch Infiniti und Total", wurde Ferrari- Teamchef Maurizio Arrivabene von "motorsport- total.com" zitiert. Erst als Mercedes Red Bull abgesagt hatte, "kamen sie zu uns. Wenn sie das schon im Juni getan hätten, wäre noch genug Zeit gewesen. Aber nach Monza nicht mehr."

Freitagstraining letztlich ohne irgendeine Aussagekraft

Beim zweiten Training am Nachmittag zog dann noch ein Regenschauer über den Kurs, die Fahrer verbrachten die meiste Zeit in der Garage. So hatten die drei schnellsten Runden des Tages von Nico Hülkenberg  im Force India,  Rosberg und Vettel  kaum Aussagekraft für den Großen Preis von Russland am Sonntag. "Was für ein Durcheinander", klagte Vettel am Boxenfunk und brachte damit den Tag auf den Punkt.

Nico Hülkenberg
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48 Punkte Vorsprung auf Teamkollege Rosberg  und 59 Zähler auf Vettel hat Titelverteidiger Hamilton  mit ins Sotschi- Autodrom gebracht. "Wir spüren den Druck von Ferrari, aber mit Blick auf die Resultate war Mercedes dieses Jahr sogar noch dominanter", sagte Hamilton, der mit dem Werksteam schon im fünftletzten Saisonlauf erneut die Konstrukteurs- WM gewinnen kann.

Mercedes-Ass Nico Rosberg
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Rosberg: "Wir dürfen uns nicht wieder überraschen lassen"

Doch ob Mercedes wie beim Doppelerfolg im Vorjahr wieder so überlegen sein wird, blieb auch nach den beiden Übungseinheiten am Freitag völlig offen. "Wir dürfen uns nicht wieder überraschen lassen, müssen vorsichtig sein", warnte Rosberg vor einem ähnlichen Schwächeanfall wie vor drei Wochen in Singapur. Damals hatte Vettel bei ähnlichen Streckenverhältnissen die gesamte Konkurrenz düpiert.

Der Ferrari- Hoffnungsträger sieht das Mercedes- Duo in Russland zwar wieder in der Favoritenrolle, meint aber mit Blick auf die Prognosen: "Man kann sich die Wahrscheinlichkeiten ganz leicht ausrechnen, aber auf der Strecke ist es immer ein bisschen anders." Für derartige Wahrscheinlichkeitsrechnungen hatte Vettel wie seine Rivalen am Freitag unfreiwillig viel Zeit. Ziemlich gelangweilt saßen die Piloten zumeist in den Boxen. "Kann irgendjemand Tee und Kekse bringen", twitterte das Mercedes- Team ironisch zu einem Bild der beschäftigungslosen Hamilton und Rosberg.

Das Ergebnis des 2. Trainings:

1. Felipe Massa  (BRA) Williams 2:00,458 Min.
2. Sebastian Vettel (GER) Ferrari 2:00,659
3. Valtteri Bottas (FIN) Williams 2:00,688
4. Max Verstappen (NED) Toro Rosso 2:00,806
5. Fernando Alonso (ESP) McLaren Honda 2:01,077
6. Daniil Kwjat (RUS) Red Bull 2:01,418
7. Carlos Sainz jr. (ESP) Toro Rosso 2:02,805
8. Jenson Button (ENG) McLaren 2:02,845
9. Nico Rosberg (GER) Mercedes
Anm.: Die restlichen Fahrer verzichteten wegen des Dauerregens auf die 2. Session.

Das Ergebnis des 1. Trainings:

1. Nico Hülkenberg (GER) Force India 1:44,355 Min.
2. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:44,407
3. Sebastian Vettel (GER) Ferrari 1:44,986
4. Sergio Perez (MEX) Force India 1:45,146
5. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 1:45,233
6. Carlos Sainz jr. (ESP) Toro Rosso 1:45,468
7. Lewis Hamilton (ENG) Mercedes 1:45,691
8. Valtteri Bottas (FIN) Williams 1:45,746
9. Max Verstappen (NED) Toro Rosso 1:46,203
10. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 1:46,215
11. Jenson Button (ENG) McLaren 1:46,231
12. Felipe Massa (BRA) Williams 1:46,333
13. Felipe Nasr (BRA) Sauber 1:46,747
14. Fernando Alonso (ESP) McLaren 1:47,443
15. Pastor Maldonado (VEN) Lotus 1:48,006
16. Daniil Kwjat (RUS) Red Bull 1:48,096
17. Jolyon Palmer (ENG) Lotus 1:49,094
18. Roberto Merhi (ESP) Manor 1:52,994
19. Marcus Ericsson (SWE) Sauber 1:54,272
20. Will Stevens (ENG) Manor 1:58,254

09.10.2015, 16:44
AG/red
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