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08.12.2016 - 21:51

So (un)praktisch sind Riesen- Smartphones im Alltag

28.09.2013, 09:00
Offene Münder, ungläubige Gesichter: "Das ist ein Scherz, oder? Die spinnen doch!" Nie zuvor haben Testgeräte im Freundeskreis derart heftige Reaktionen hervorgerufen wie Sonys Xperia Z Ultra und das Galaxy Mega von Samsung. Warum, das lässt sich bereits anhand der Namensbezeichnungen erahnen. Beide Geräte sind der Kategorie der sogenannten Phablets zuzuordnen und damit vor allem eines: übertrieben groß.

Über viele Jahre hinweg galt es als besonders schick, wenn Handys möglichst klein waren und sich dementsprechend kompakt in der Hosentasche verstauen ließen. Dann kam das Internet und mit ihm der Wunsch vieler Verbraucher, auf dieses auch unterwegs mit dem Mobiltelefon zugreifen zu können. Inzwischen haben sich die Verhältnisse umgekehrt: Das Smartphone wird nur noch selten zum Telefonieren genutzt, stattdessen wird mobil durch die Weiten des World Wide Web gesurft, was das Zeug hält.

Foto: Screenshot mobiledevicesize.com

Als Größe groß in Mode kam

Die Anforderungen an die Geräte, insbesondere deren Bildschirme, haben sich entsprechend geändert. Je größer die Displays nun sind, umso besser lassen sich Websites mit ihren multimedialen Inhalten, allen voran Videos, darstellen. Kritiker mögen einwerfen, dass es dafür doch bereits besonders handliche Tablets wie zum Beispiel Apples iPad mini oder Googles Nexus 7 gibt, doch diversen Studien zufolge werden diese nur selten auf Achse, sondern stattdessen zu Hause in den eigenen vier Wänden benutzt. Und: Telefonieren, ab und zu ja dann doch noch ganz nützlich, kann man mit ihnen eben auch nicht.

Warum Smartwatches auf einmal sinnvoll sind

Insofern sind Phablets, ein aus den Begriffen Smartphone und Tablet zusammengesetztes Kunstwort, ein recht cleverer Schachzug der Industrie – auch in Hinblick auf eine ganz neue Form von Geräten, die in Zukunft neue Absatzmärkte eröffnen sollen: Smartwatches. Die intelligenten Computeruhren fungieren als verlängerter Arm des Smartphones, indem sie auf diesem eingehende Benachrichtigungen und dergleichen via Bluetooth auf den kleinen Displays am Handgelenk anzeigen.

Warum Phablets und Smartphones künftig Hand in Hand gehen sollen, liegt auf selbiger, wenn man eines der Riesen- Smartphones erst einmal in derselben hält: Die Geräte sind so groß, dass sie fast nirgends Platz finden außer im Rucksack oder der Handtasche. Es braucht also eine Erweiterung in Form einer Smartwatch, um sich auch in Zukunft noch schnell und bequem über verpasste Anrufe und Co. zu informieren. Durchs eigene Handgepäck wühlt man sich dann erst, wenn das Gerät auch wirklich benötigt wird, etwa zum Arbeiten als Mini- Tablet- Ersatz.

"Hinsetzen unmöglich" oder "Blockschokolade in der Hose"

Diese Argumentation und Verkaufsstrategie mag aus Sicht der Hersteller durchaus schlüssig sein, in der Praxis erweisen sich Sonys Xperia Z Ultra  und Samsungs Galaxy Mega , insbesondere ohne die entsprechende Smartwatch am Handgelenk, aktuell in erster Linie als Klotz am Bein, in der Hand oder wo auch immer. Denn wer keine weitgeschnittenen Baggy- Pants (vielleicht feiern die Hosen als Nutznießer des Phablet- Booms bald ihr Revival) sein Eigen nennt, tut sich sichtlich schwer, die Geräte auszuführen. Versuchen Sie zum Spaß doch einmal, den ganzen Tag über mit einer großen Tafel Schokolade in Ihrer Hosentasche herumzuspazieren, geschweige denn, sich mit dieser hinzusetzen.

Bei einem Gewicht von 199 Gramm bringt es Samsungs Galaxy Mega in der größeren von zwei verfügbaren Varianten (5,8 oder 6,3 Zoll) immerhin auf die bereits recht stolzen Abmessungen von 167,6 x 88 x 8 Millimetern. Sonys Xperia Z Ultra setzt allerdings noch einen oben drauf: Obwohl sein Display mit 6,4 Zoll nur unwesentlich größer als jenes des Mega ist, fällt das Gehäuse des 212 Gramm schweren Geräts mit 179 x 92 x 6,5 Millimetern deutlich größer und auch wuchtiger aus. Schuld daran tragen vor allem die im Gegensatz zum Mega mit seinen abgerundeten Kanten eckige Bauform sowie die vergleichsweise großen Ränder ums Display.

Wenn der Daumen plötzlich zu kurz ist

Im täglichen Gebrauch ergeben sich daraus noch ganz andere Probleme, die über den bloßen Transport hinausgehen. So ist das Tippen mit einer Hand beispielsweise unmöglich, obwohl die virtuellen Tastaturen eigentlich größer sind, da der Daumen nur noch bis zur Bildschirmmitte reicht. Die andere Hälfte der Tastatur rückt in kaum greifbare Ferne. Auch das Fotografieren gerät schnell zu einem Balanceakt. Schade, denn zumindest bei Tageslicht leisten die mit jeweils acht Megapixel auflösenden Kameras der beiden Geräte recht brauchbare Ergebnisse (siehe Testbilder  auf Flickr). Bei wenig Licht sollte man die Phablets hingegen besser gleich stecken lassen, wo sie sind. Dann läuft man schließlich auch nicht Gefahr, sie versehentlich fallen zu lassen.

Beim Fotografieren fällt zudem auf, dass schiere Displaygröße allein den Geräten nicht zwingend zum Vorteil gereicht, solange die Auflösung nicht auch entsprechend hoch ist. Während Sony auf die 6,4 Zoll seines Z Ultra 1.920 x 1.080 Pixel (342ppi) verteilt und damit Full- HD- Qualität liefert, muss man sich beim Mega mit lediglich 1.280 x 720 Pixeln (233 ppi) zufrieden geben. So manches, was vorher auf normalen Smartphones noch gestochen scharf und schön aussah, sieht dann schnell aufgeblasen und grobpixelig aus.

Direkter Vergleich unzulässig

Ein direkter Vergleich der beiden Phablets untereinander ist allerdings nicht zulässig: Zu groß sind mit Ausnahme der Abmessungen die Unterschiede zwischen den Geräten und letztlich auch dem Preis. Für aktuell günstigstenfalls rund 330 Euro bietet Samsungs Mega eine 1,7 Gigahertz schnelle Dual- Core- CPU, 1,5 Gigabyte RAM sowie acht Gigabyte Flash- Speicher, der sich mittels microSDXC- Karten um bis zu 64 Gigabyte erweitern lässt. LTE- Unterstützung, Dual- Band- WLAN, GPS/Glonass, NFC, Bluetooth 4.0 sowie eine zweite Kamera mit 1,9 Megapixeln auf der Front runden das Angebot des Android- Phablets (Version 4.2.2) ab.

Das Display des Z Ultra hingegen bietet nicht nur die höhere Auflösung, sondern lässt sich auch mit jedem beliebigen leitfähigen Stift bzw. Gegenstand bedienen. Das gesamte Gehäuse ist zudem, wie für Sony inzwischen typisch, staub- und wasserdicht, wenngleich wohl nur die wenigsten Menschen ein derart großes Gerät unter die Dusche, an den Strand oder mit zum Sport nehmen dürften. Statt acht gibt es zudem 16 Gigabyte Flash- Speicher, die sich ebenfalls erweitern lassen. Und auch der Arbeitsspeicher fällt mit zwei Gigabyte größer aus. Für den nötigen Antrieb sorgen außerdem vier statt zwei Rechenkerne, die mit 2,2 Gigahertz takten. Dafür und nicht zuletzt auch die höherwertigen Materialien und Verarbeitung zahlt der Konsument mit derzeit günstigstenfalls rund 605 Euro allerdings im Vergleich zu Samsungs Mega auch fast das Doppelte für das Ultra.

LTE, NFC, GPS/Glonass, Bluetooth 4.0 finden sich auch im Ultra, das ebenfalls mit Android 4.2.2 läuft. Der Akku fällt indes mit einer Kapazität von 3.050 Milliamperestunden etwas kleiner aus als beim Mega, dessen wechselbare Batterie 3.200 Milliamperstunden liefert. Obwohl beide Geräte damit deutlich größere Akkus vorzuweisen haben als das Gros der konventionellen Smartphones, sind die Phablets nicht automatisch auch ausdauernder. Samsung gibt für sein Mega eine Gesprächszeit im 3G- Betrieb von bis zu 17 Stunden an, beim Ultra sollen laut Sony bis zu 16 Stunden drin sein. In der Praxis bedeutet dies, dass bei intensiver Nutzung damit meist nach ein bis anderthalb Tagen Schluss ist. Wer wenig surft, kommt durchaus mehrere Tage ohne Steckdose aus.

Fazit: So recht erschließen will sich uns der Nutzen der Riesen- Smartphones nicht. Als Zielgruppe kommen neben Kurzsichtigen und Menschen mit sehr großen Händen unserer Meinung nach derzeit eigentlich nur Business- Anwender infrage, die sich durch die Verwendung eines großen Phablets unterwegs möglicherweise die Mitnahme eines Tablets zum Arbeiten ersparen. Alle anderen Nutzer dürften von der Größe der Geräte kaum profitieren: Obwohl sowohl das Mega als auch das Ultra trotz ihrer Abmessungen überraschend dünn und leicht sind, erweist sich der Formfaktor im Alltag als zu sperrig und zu unhandlich. Wir jedenfalls wissen es zu schätzen, dass unsere Smartphones bei Bedarf auch in der Hosentasche noch Platz finden.

Wer die Größe seines Mobiltelefons mit anderen Geräten vergleichen möchte, kann dies übrigens auf mobiledevicesize.com  tun. Das obige Bild zeigt das Ultra und das Mega im Größenvergleich mit dem Samsung Galaxy S4 und dem iPhone 5S.

28.09.2013, 09:00
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