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26.02.2017 - 18:25
Foto: Canonical / Video: YouTube.com

Nutzer sollen Handy mit Android und Ubuntu finanzieren

23.07.2013, 11:03
Canonical, die Macher der Linux-Distribution Ubuntu, wollen ins Smartphone-Geschäft einsteigen. Über eine Crowdfunding-Plattform versuchen sie derzeit, über 30 Millionen US-Dollar für die Produktion des Smartphones Ubuntu Edge zu sammeln, auf dem gleichzeitig Ubuntu Phone und Android laufen soll. Das High-End-Smartphone aus Metall soll nicht nur als Handy, sondern - an einen Monitor angeschlossen - auch als vollwertiger Desktop-PC dienen.

Gelingt es Canonical, auf der Crowdfunding- Plattform "Indiegogo"  die für die Produktion des Ubuntu Edge nötigen 32 Millionen US- Dollar zu sammeln, wird geklotzt statt gekleckert. Canonical will den beim Produktionsstart schnellsten verfügbaren Multicore- Prozessor in seinem Smartphone verbauen und plant außerdem vier Gigabyte Arbeits- und satte 128 Gigabyte Flash- Speicher. Das Display soll 720p- Auflösung bieten und 4,5 Zoll in der Diagonale messen. Zwei Kameras mit acht (Rückseite) und zwei (Front) Megapixeln sowie LTE, N- WLAN, Bluetooth 4.0, NFC und GPS komplettieren das Handy.

Die großzügige Hardwareausstattung hat ihren Grund. Geht es nach Canonical, soll das Ubuntu Edge nämlich nicht nur Smartphone, sondern auch ultramobiler PC sein. Wird es mit einem externen Monitor verbunden, wird die Desktop- Version von Ubuntu geladen, und schon kann auf dem Ubuntu Edge, das zuvor noch in der Hosentasche schlummerte, wie auf einem ganz gewöhnlichen Linux- PC gearbeitet werden. Weil sowohl Ubuntu Phone als auch Android auf dem Gerät installiert sein sollen, hat der Nutzer die Möglichkeit, zwischen beiden Betriebssystemen hin und her zu wechseln.

3,2 Millionen Dollar am ersten Tag verdient

30 Tage läuft die Crowdfunding- Aktion noch, und aus heutiger Sicht sieht sie vielversprechend aus. In etwas mehr als einem Tag konnte Canonical bereits über 3,2 Millionen US- Dollar sammeln – immerhin schon ein Zehntel des benötigten Betrags. Unterstützer belohnt das Unternehmen je nach Höhe der Spende mit Ubuntu- Edge- Smartphones oder einer Namensnennung. Wer ein Handy will, muss allerdings tief ins Börsel greifen und 830 US- Dollar spenden. Wer nur das Projekt unterstützen, aber nicht gleich ein Handy erwerben möchte, der ist mit einer Spende von 20 Dollar dabei und wird später auf der Ubuntu- Website gewürdigt.

Dass Ubuntu mit seinem Smartphone eine Chance hat, den Markt aufzumischen, ist unterdessen unwahrscheinlich. Zum einen, weil mit Android, iOS und Windows Phone bereits drei etablierte Konkurrenten vorhanden sind, die den Markt unter sich aufgeteilt haben und auch andere Nischen- Systeme wie FirefoxOS oder Tizen um die Kunden buhlen. Und zum anderen, weil Ubuntus Linux- Distribution zwar gemeinhin als eine der benutzerfreundlicheren Linux- Varianten gilt, die meisten potentiellen Kunden aber dennoch keinerlei Erfahrung mit dem freien Betriebssystem vorweisen können. Für Linux- User und Technik- Fans, die gerne etwas Neues ausprobieren, könnte die Mixtur aus Android, Ubuntu Phone und Ubuntu Desktop aber durchaus interessant werden.

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