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07.12.2016 - 22:05
Foto: APA/EPA/PATRICK PLEUL

Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar

20.02.2014, 06:30
Facebook, das weltgrößte soziale Online-Netzwerk, kauft den Rivalen WhatsApp. Dafür legt Facebook 16 Milliarden Dollar (11,6 Milliarden Euro) in bar und eigenen Aktien auf den Tisch, wie das US-Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Später sollen weitere drei Milliarden Dollar in Form von Aktien an die Gründer und Mitarbeiter fließen.

Laut Facebook soll WhatsApp weiter als getrenntes Unternehmen geführt werden. Es ist der bisher größte Kauf des Internetkonzerns von Mark Zuckerberg, der bei seinem Börsengang vor weniger als zwei Jahren 16 Milliarden Dollar eingenommen hatte.

Zuckerberg soll Deal innerhalb von Tagen eingefädelt haben

Wenn man Facebook- Chef Zuckerberg glauben darf, hat er den Deal in nicht einmal elf Tagen eingefädelt. Vorletztes Wochenende habe er WhatsApp- Mitgründer Jan Koum vorgeschlagen, "dass wir uns zusammentun", verriet Zuckerberg am Mittwoch. "Ich kenne Jan schon eine ganze Zeit." Sie seien sich schnell handelseinig geworden.

Das ist die Kurzform. Die Langform erzählt die "New York Times" unter Berufung auf eingeweihte Personen. Demnach reden die beiden Seiten schon seit zwei Jahren miteinander auf Initiative von Zuckerberg. Bei Spaziergängen über die Hügel des Silicon Valley und gemeinsamen Abendessen hätten sie über Kommunikationsdienste gesprochen. Vor etwa zwei Wochen habe Zuckerberg dann ein konkretes Angebot unterbreitet.

Einigung bei einem Teller Schoko- Erdbeeren

Nach ein paar Tagen Bedenkzeit habe Koum Zuckerberg am vergangenen Freitag daheim besucht und ihn vom Abendessen mit seiner Frau Priscilla Chan abgehalten. Die beiden hätten verhandelt "und dabei einen Teller mit Schoko- Erdbeeren gegessen, die eigentlich für Frau Chan gedacht waren". Am Ende des Wochenendes habe das Geschäft gestanden.

"Für Nutzer ändert sich nichts"

Für die WhatsApp- Nutzer soll sich durch die Übernahme durch Facebook nichts ändern. Der Dienst werde nach wie vor für eine kleine Gebühr nutzbar sein, und keine Werbung werde die Kommunikation unterbrechen, versprach der Dienst in einem Blogeintrag.

"WhatsApp wird autonom bleiben und unabhängig agieren", hieß es. "Für Sie, unsere Nutzer, wird sich folgendes ändern: nichts." Auch Facebook- Gründer Zuckerberg versicherte, das WhatsApp- Team werde seine Unabhängigkeit behalten.

Alternative zu SMS für 450 Millionen Nutzer

WhatsApp hat sich als SMS- Alternative etabliert. Über die Smartphone- App können Nutzer untereinander Textnachrichten, Audiodateien oder Fotos austauschen. Das Netzwerk hat mehr als 450 Millionen Nutzer, 70 Prozent davon schauen täglich vorbei.

"WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden", erklärte Facebook- Chef Zuckerberg. Deshalb sei der Dienst so wertvoll. Facebook selbst kommt auf mehr als 1,2 Milliarden Nutzer.

Datenschutzbedenken

Der Datenberg, auf den Facebook künftig zugreifen kann, ist somit gigantisch. Viele Datenschützer sehen die Übernahme daher kritisch, zumal auch WhatsApp in der Vergangenheit immer wieder durch einen angeblich laxen Umgang mit den Daten seiner Nutzer von sich reden machte. Experten in den Niederlanden und Kanada hatten im Vorjahr etwa beanstandet, dass WhatsApp die Adressbücher der Nutzer automatisch ausliest und die Daten dann auf Servern des Unternehmens speichert.

Problematisch sei dies, weil durch diese Funktion persönliche Informationen über Dritte auf den Servern von WhatsApp landeten, die den Geschäftsbedingungen des Unternehmens aber überhaupt nicht zugestimmt hätten.

Stimmen Sie in der Infobox ab: Halten Sie Facebooks WhatsApp- Kauf für bedenklich?

WhatsApp- Gründer Koum weist derlei Vorwürfe zurück: "Wir sammeln keine Informationen über unsere Nutzer", betonte er noch Anfang des Jahres bei einer Konferenz in München. Er sei in der Sowjetunion aufgewachsen, bevor seine Familie Anfang der 90er- Jahre in die USA gekommen sei, und könne sich daher an die Zeit erinnern, als die Wände Ohren hatten (siehe Infobox).

"Unsere Philosophie ist, so wenig über unsere Nutzer zu wissen wie möglich." Die Kommunikation zwischen den Smartphones der Nutzer und den WhatsApp- Servern laufe verschlüsselt.

20.02.2014, 06:30
AG/red
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