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10.12.2016 - 19:10

Facebook- App fürs iPhone erntet heftige Kritik

26.01.2010, 11:11
Ein kleines Software-Update verrät großen Datenhunger: Die aktuelle Facebook-App für Apples iPhone ermöglicht die Einbindung aller "Freunde" ins Handy-Telefonbuch. Aber Facebook verlangt den Datenaustauch auch in der Gegenrichtung, womit die Anwendung heftige Kritik von Datenschützern erntet.

"Wenn du diese Funktion aktivierst, werden alle Kontakte von deinem Handy (Name, E- Mail- Adresse, Telefonnummer) an Facebook gesendet", heißt es nach dem Update der App auf dem iPhone. Für die Betreiber die Gelegenheit, "eine Netzidentität hundertprozentig abzubilden" und ein möglichst konkretes Werbeprofil zu gestalten, kritisiert Medienwissenschaftler Hendrik Speck von der Fachhochschule Kaiserslautern.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Bei den Datenschutzbeauftragten sind bereits Beschwerden gegen die neue Facebook- Anwendung eingegangen - von Personen, die gar nicht bei Facebook angemeldet sind, aber für eine Mitgliedschaft vorgeschlagen wurden. "Das ist eine Entwicklung, die ich für äußerst kritisch halte", so der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix gegenüber der Nachrichtenagentur DAPD. "Da entsteht eine Art Sog in ein Soziales Netzwerk." Jeder Nutzer solle sein Verhalten kritisch prüfen und jede Anwendung ablehnen, die nicht genau angibt, welche Daten wohin übertragen würden.

Wer sich allzu bedenkenlos auf alle Angebote der Online- Plattformen einlässt, geht das Risiko ein, dass sehr persönliche Daten auf Jahrzehnte hinaus gespeichert und in der Hand eines Privatunternehmens sind. Speck gibt außerdem zu bedenken, dass vor allem jüngere Nutzer kein Adressbuch auf Papier mehr führten, sondern sich ganz auf Facebook oder StudiVZ verließen. Wenn aber das Unternehmen die Mitgliedschaft kündige oder es aus einem anderen Grund keine Verbindung mehr gebe, breche mit einem Schlag ein großer Teil des sozialen Beziehungsnetzes weg.

"Brauchen völlig neues Datenschutzmodell"

Der Wissenschaftler fordert daher klare gesetzliche Rahmenbedingungen für Online- Plattformen: "Wir brauchen ein völlig neues Datenschutzmodell." Datenschutzbeauftragter Dix stimmt zu: "Es ist hochnotwendig, über eine neue Konzeption des Datenschutzes nachzudenken."

Allerdings ist Speck skeptisch, ob die dafür erforderliche Medienkompetenz bei politischen und juristischen Entscheidungsträgern ausreicht: "Es besteht die Gefahr, dass die Systemträgheit wesentlich größer ist als die Zeit, die wir für Entscheidungen haben, um die gesellschaft- technische Entwicklung nach den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaft zu gestalten."

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