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05.12.2016 - 19:49
Foto: Microsoft

Deal abgeschlossen: Nokia gehört jetzt Microsoft

25.04.2014, 14:47
Microsoft hat am Freitag wie erwartet die milliardenschwere Übernahme des Handy- und Tablet-Geschäfts von Nokia abgeschlossen. "Heute begrüßen wir die Geräte- und Service-Sparte von Nokia. Die Fähigkeiten, die Nokia einbringt, werden unsere Transformation beschleunigen", feierte Microsoft-Chef Satya Nadella den Abschluss.

Der Preis sei am Ende "etwas höher" ausgefallen als die vor fast acht Monaten zunächst angekündigten 5,44 Milliarden Euro, hieß es. Eine konkrete Summe wurde jedoch nicht mitgeteilt. Details will Nokia am Dienstag bei der Präsentation seiner Quartalszahlen bekannt geben.

Verantwortlich für das Handygeschäft bei Microsoft wird fortan Stephen Elop zeichnen. Der frühere Nokia- Chef wird zum Executive Vice President der Microsoft Devices Group ernannt, die Nadella unterstellt ist. Elop verantwortet damit das umfangreiche Gerätegeschäft, das unter anderem die Lumia- Smartphones, –Tablets und Handys von Nokia sowie Microsofts Xbox- und Surface- Sparte umfasst.

Microsoft übernimmt Mehrheit der Mitarbeiter

In der offiziellen Mitteilung begrüßte Microsoft die "branchenerfahrenden Mitarbeiter von Nokia an mehr als 130 Standorten in über 50 Ländern weltweit". Wie zuvor bereits bekannt gegeben war, übernimmt der Konzern rund 25.000 der zuletzt 32.000 Mitarbeiter von Nokia. Die Fertigungsanlagen der Finnen im südkoreanischen Masan sowie eine Fabrik im indischen Chennai verbleiben hingegen im Besitz von Nokia. Der einstige Handy- Weltmarktführer kündigte für die verbliebenen Mitarbeiter ein Hilfsprogramm an.

"Bleiben unserer Linie treu"

Hardware- Partnern, Entwicklern und Telekom- Unternehmen versicherte Microsoft, seiner Linie treu zu bleiben und auch weiterhin eng mit ihnen zusammenzuarbeiten. Man werde den Partnern "weiterhin Plattformen, Tools und Applikationen zur Verfügung stellen, um diesen die Herstellung ausgezeichneter Geräte zu ermöglichen", hieß es. Allen Kunden versprach der Konzern indes, bestehende Garantien für existierende Geräte des finnischen Handyherstellers zu übernehmen.

"Wollen Nachfrage nach Windows- Geräten steigern"

Mit dem Mobilfunkgeschäft von Nokia zielt Microsoft auf den lukrativen Markt mobiler Endgeräte mit einem jährlich potentiellen Umsatz von 50 Milliarden Dollar. Durch die "gemeinsame Entwicklung von Hardware und Software" wolle man zudem "die Nachfrage für Windows- Geräte insgesamt steigern", so Microsoft.

Noch viel Luft nach oben

Wenngleich mit drei Prozent nach wie vor weit abgeschlagen hinter Googles Android (78,1 Prozent) und Apples iOS (17,6 Prozent), konnte Microsofts Windows Phone zuletzt Marktanteile gutmachen. Laut IDC  konnte die Plattform im vierten Quartal 2013 ihre Position unter den Top drei Smartphone- Betriebssystemen ausbauen und ging im Vergleich zu den führenden Systemen als die am schnellsten wachsende Plattform mit 91 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr hervor.

Aufstieg und Fall eines Traditionsherstellers

Der Grundstein für Nokia wurde vor fast 150 Jahren gelegt. Der Bergbau- Ingenieur Fredrik Idestam gründete 1865 im Südwesten Finnlands eine Fabrik für Papierprodukte, nahe der Stadt Tampere. Wenige Jahre später kam eine zweite Papiermühle in der Nähe hinzu. Der Standort war am Fluss Nokianvirta gelegen, nach welchem Idestam 1871 sein Unternehmen Nokia benannte.

In den Jahren darauf kaufte der Unternehmer weitere Firmen hinzu. Durch die Übernahme eines Gummi- Produzenten wurde Nokia auch zum Hersteller von Gummistiefeln und Reifen. 1912 kaufte Idestam ein Unternehmen, das Kabel fertigte. Dieser Zukauf markierte den Einstieg ins Elektronikgeschäft. 1967 verschmolzen die Unternehmen zu Nokia.

Die Weichenstellungen für den Weg Nokias an die Spitze des weltweiten Handy- Marktes wurden in den 1960er- Jahren getroffen. Für das Militär und Notfalldienste entwickelte der Konzern ab 1963 Funktelefone. Anfang der 80er- Jahren baute Nokia in Skandinavien ein länderübergreifendes Mobilfunknetz auf. Die Telefon- und Netzwerkaktivitäten erweiterten die fünf bisherigen Geschäftsfelder: Elektronik für Verbraucher, Kabel, Holzwirtschaft, Gummi und Energieerzeugung. 1992 beschloss Nokia, sich auf Handys und Netzwerktechnik zu konzentrieren und verkaufte die übrigen Geschäftsbereiche.

14 Jahre Weltmarktführer

14 Jahre lang dominierte Nokia den Weltmarkt für Mobiltelefone und verkaufte so viele Geräte wie niemand sonst. 2012 dann aber lief der südkoreanische Hersteller Samsung den Finnen den Rang als Weltmarktführer ab. Nokia hatte den Trend zu Smartphones unterschätzt: Zwar entwickelte auch Nokia Geräte mit vielen Multimedia- Funktionen, in der Gunst der Verbraucher konnten sie jedoch nicht mit Produkten wie dem iPhone von Apple mithalten, das mit der benutzerfreundlichen Steuerung über einen berührungsempfindlichen Bildschirm ab 2007 Maßstäbe setzte.

Nach dem Verkauf der Handysparte bleibt Nokia das Netzwerk- Geschäft. Angesichts des Smartphone- Booms gewinnen leistungsfähige Netze für die mobile Datenübertragung an Bedeutung.

25.04.2014, 14:47
AG/red
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