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11.12.2016 - 10:14
Foto: thinkstockphotos.de, Tinder, Happn, Lovoo

Dating- Apps könnten HIV- Epidemie auslösen

04.11.2015, 12:13
Dr. Peter Greenhouse, einer der führenden Sexualwissenschaftler Großbritanniens, warnt: Dating-Apps wie Tinder fördern die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten wie Tripper und Syphilis. Der Forscher hält selbst eine HIV-Epidemie in der heterosexuellen Bevölkerung nicht für ausgeschlossen. "Apps können das", warnt Greenhouse.

Apps wie Tinder, Grindr, Lovoo, oder das in Großbritannien beliebte Happn haben in den letzten Jahren die Partnersuche verändert und werden von vielen Nutzern auch als einfacher Weg angesehen, um einen Sexpartner für eine Nacht zu finden. Allzu häufiger Partnertausch wird von Experten aber als Gefahr für die sexuelle Gesundheit der App- Nutzer angesehen.

Forscher warnt vor möglicher HIV- Epidemie

"Wenn genug Leute schnell ihre Partner wechseln, und sie Geschlechtskrankheiten haben, dann könnte das sogar eine Explosion von HIV in der heterosexuellen Bevölkerung auslösen", warnt Greenhouse im Gespräch mit der britischen TV- Anstalt BBC .

Auch andere Krankheiten profitieren vom schnellen Sex per App. In Großbritannien wurde 2014 eine Zunahme der Syphilis- Infektionen von einem Drittel festgestellt, die Zahl der Tripper- Infektionen stieg um fast ein Fünftel.

Dating- Apps weisen Schuld von sich

Die Macher von Dating- Apps glauben freilich nicht, dass ihre Produkte für um sich greifende Geschlechtskrankheiten verantwortlich sind. "Dating- Apps folgen größeren sozialen Trends und sich verändernden Verhaltensmustern, die sich im Laufe von Jahrzehnten entwickelt haben", sagt etwa Marie Cosnard von der Dating- App Happn.

Die Einstellung, wie viele Sexualpartner man haben will und wie eine Beziehung auszusehen hat, ändere sich einfach. Greenhouse sieht die Macher der Apps trotzdem in der Pflicht. Er fordert: "Apps müssen mehr Zeit in Aufklärungsbotschaften zur richtigen Verhütung investieren."

Geschlechtskrankheiten sind am Vormarsch

Ob es nun Dating- Apps oder veränderte Gewohnheiten sind: Fakt ist, dass in Industrienationen in den vergangenen Jahren vermehrt Geschlechtskrankheiten aufgetreten sind und einzelne Regionen deshalb bereits Warnungen herausgegeben haben.

In Großbritannien warnt beispielsweise die Gesundheitsbehörde der Region Wales vor einem Anstieg der Syphilis- Erkrankungen durch Dating- Apps. Und in den USA hat das Gesundheitsministerium des Staates Rhode Island vor einigen Monaten ebenfalls eine Warnung vor Dating- Apps  ausgesprochen. Dort sollen sie binnen Jahresfrist für eine Zunahme der Syphilis- Erkrankungen um 80 Prozent gesorgt haben, die Tripper- Fälle stiegen um 30 Prozent.

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