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07.12.2016 - 00:09
Foto: AP

Blackberry verhandelt nun auch mit SAP und Google

07.10.2013, 09:14
Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry ist bei der Suche nach einem Käufer nun offenbar auch mit SAP und Google in Kontakt getreten. Zudem spreche das Management um den Konzernchef Thorsten Heins mit dem US-Netzwerkausrüster Cisco über einen kompletten oder teilweisen Verkauf, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Vor allem das Servernetz und die Patente gelten als interessant, wie es hieß. Ein solches Geschäft wäre eine Alternative zu dem 4,7 Milliarden Dollar schweren Verkauf an eine Investorengruppe um den Finanzdienstleister Fairfax, mit der der kanadische Konzern kürzlich eine vorläufige Vereinbarung schloss.

Blackberry bat potenzielle strategische Investoren, bis Anfang kommender Woche Interessensbekundungen abzugeben, wie aus den Kreisen verlautete. Darunter seien auch der US- Chipriese Intel sowie die südkoreanischen Smartphone- Hersteller Samsung und LG. Ob es zu Angeboten kommt, war aber zunächst unklar.

Käufer interessiert an Servern und Patenten

Dem Vernehmen nach gibt es vor allem ein Interesse an dem als besonders sicher geltenden Servernetz und den Patenten, die womöglich dem deutschen Software- Konzern SAP ins Auge stechen könnten. Gleiches könnte für den Internetriesen Google gelten, der nicht zuletzt deswegen schon den ebenfalls abgestürzten Handy- Pionier Motorola übernommen hat. Finanzinvestoren wie Cerberus Capital hätten bereits Interesse signalisiert, hieß es weiter.

Interessenten werden aber wohl Vorsicht walten lassen. Denn der Wert der Patente und Lizenzvereinbarungen dürfte sich in den kommenden eineinhalb Jahren halbieren, wie jüngst aus Unternehmensunterlagen hervorging. Analysten schätzen den Wert des Servernetzes zur Verarbeitung verschlüsselter Nachrichten auf drei bis 4,5 Milliarden Dollar.

Patente könnten Milliarden wert sein

Die Patente könnten demnach zwei bis drei Milliarden Dollar wert sein. Zudem verfüge Blackberry über Reserven und Beteiligungen in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar. Bernstein- Analyst Pierre Ferragu geht aber davon aus, dass Blackberry in den nächsten eineinhalb Jahren fast zwei Milliarden Dollar seiner Barreserven aufbrauchen wird.

SAP, Google, Cisco, Intel und LG wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Bei Samsung war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Blackberry erklärte lediglich, das Unternehmen arbeite weiter an der Prüfung seiner strategischen Alternativen.

Sanierung ohne Druck durch Aktionäre

Fairfax will das Unternehmen von der Börse nehmen. Nach dem Vorbild des US- Computerherstellers Dell will der kanadische Großaktionär den Konzern so ohne Druck und Störfeuer anderer Anteilseigner mit mehr Ruhe sanieren. Er prüft nun die Bücher. Zuletzt wurden aber Zweifel an seinem Vorhaben laut.

Blackberry war einst bei Smartphones führend. Die Geräte waren vor allem bei Managern beliebt, weil diese damit schon vor Jahren unterwegs E- Mails schreiben konnten. Das Unternehmen kämpft aber schon seit Längerem darum, den Anschluss auf dem Boom- Markt nicht vollends zu verlieren. Dazu hatte sich das Unternehmen im August auch selbst zum Verkauf gestellt und strebt eine Zukunft als Nischenanbieter für Geschäftskunden an.

Sanierung kostet jeden dritten Arbeitsplatz

Blackberry musste allerdings gerade erst einen Milliardenverlust und Massenentlassungen verkünden, jeder dritte Mitarbeiter muss gehen. Der Konzern muss viel Geld abschreiben, weil das mit großen Hoffnungen gestartete Smartphone Z10 zum Ladenhüter wurde. Kunden bevorzugen Geräte mit iOS oder Android.

Zu allem Übel steht Blackberry deswegen auch noch juristischer Ärger ins Haus. Ein Aktionär verklagte das Unternehmen am Freitag in den USA. Er wirft dem Konzern und namentlich Heins sowie Finanzchef Brian Bidulka vor, die Aussichten für das Handy zu rosig dargestellt und damit den Aktienkurs in die Höhe getrieben zu haben. Der Kurseinbruch nach den Abschreibungen habe den Investoren dann hohe Verluste eingebrockt. Blackberry wollte sich nicht äußern.

07.10.2013, 09:14
AG/red
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