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22.07.2017 - 13:51
Foto: ASSOCIATED PRESS

Wieder kritischer Journalist in Türkei verhaftet

29.12.2016, 12:24

Der prominente türkische Journalist und Buchautor Ahmet Sik ist am Donnerstag unter dem Vorwurf der Verbreitung von "Terror- Propaganda" festgenommen worden. Das teilten die Justizbehörden und die türkische Polizei mit. Auch Sik selbst bestätigte seine Festnahme auf Twitter: "Ich werde festgenommen", schrieb er.

Laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu wird Sik vorgeworfen, in Beiträgen für die oppositionelle Tageszeitung "Cumhuriyet" türkische Geheimdienste kritisiert und Twitter- Kurzbotschaften über die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbreitet zu haben.

Prominenter Gülen- Kritiker

Der investigative Journalist und Autor gehört zu den prominentesten Kritikern der Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen, den Staatschef Recep Tayyip Erdogan für den Putschversuch Mitte Juli verantwortlich macht.

Siks Buch "Die Armee des Imam" wurde 2011 noch vor der Veröffentlichung verboten, er selber saß ein Jahr lang in Untersuchungshaft. Sik kritisiert aber auch die jahrelange Förderung Gülens durch die Regierungspartei AKP und vor allem durch Erdogan bis zum öffentlichen Bruch 2013.

Sik wurde zudem 2014 mit dem UNESCO- Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet. Die UN- Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur würdigte ihn als "glühenden Verteidiger der Menschenrechte", der "Korruption und Gewalt gegen Meinungsfreiheit" anprangere.

Ausnahmezustand dauert an

Nach dem vereitelten Putsch wurde in der Türkei der Ausnahmezustand verhängt. Seither wurden nach einer Zählung der Plattform für unabhängigen Journalismus P24 bereits 118 Journalisten festgenommen, 80 von ihnen im Zuge der Ermittlungen gegen mutmaßliche Unterstützer des Umsturzversuchs.

Für Donnerstag war in Istanbul eine Anhörung gegen die Schriftstellerin Asli Erdogan und die Übersetzerin Necmiye Alpay vorgesehen. Die beiden Frauen wurden im Zuge von Ermittlungen festgenommenen, die der inzwischen verbotenen prokurdischen Zeitung "Özgür Gündem" galten.

Redaktion
krone.at
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