Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
11.12.2016 - 11:03
Gruppe junger Afghanen
Foto: Screenshot ORF / Video: ORF

"War ein guter Junge, jetzt bin ich sch***e"

20.07.2016, 16:01

Junge Afghanen landen in Österreich vermehrt in den Schlagzeilen. Immer wieder liest man von Männern, die in Drogengeschäfte und Massenschlägereien verwickelt sind. Gerade nach dem Anschlag in einem deutschen Zug, bei dem ein erst 17 Jahre alter Afghane vier Menschen schwer verletzt hat , steigen Wut und Angst auch hierzulande. Doch wer sind diese Männer überhaupt?

Die ORF- Sendung "Am Schauplatz" (Ausschnitte sehen Sie im Video oben) zeigt einen Einblick in die Lebenswelt der Jugendlichen aus Afghanistan, die in den Parks von Wien zumeist tschetschenischen Jugendgruppen gegenüberstehen.

"24 Stunden im Park"

"Ich bin 24 Stunden im Park", erzählt etwa Achmadullah (20) aus Afghanistan. Er ist 2011 mithilfe eines Schleppers nach Österreich gekommen. "Damals war ich ein guter Junge und wollte es im Leben weiterbringen", sagt er. "Jetzt bin ich scheiße geworden." Er träumt von einem normalen Leben und einem richtigen Job. Einen Deutschkurs hat er bereits angefangen. Wie so viele nach ihm ist er mutterseelenallein geflüchtet.

"Ich spreche fünf Sprachen, aber ich kann meinen eigenen Namen nicht schreiben", erzählt ein anderer afghanischer Jugendlicher in der Venediger Au. Die Bildungslücken aufzuholen, sei nicht gerade einfach.

Foto: Screenshot ORF

"Kennen nur die Sprache der Gewalt"

Die afghanische Community versucht, sich um die Jugendlichen zu kümmern. Aber es seien inzwischen zu viele, sagt der Obmann des afghanischen Kulturvereins, Ghousuddin Mir. "Wir versuchen, ihnen zu helfen, aber unsere Möglichkeiten sind begrenzt." Ein großes Problem sei auch, dass die Jugendlichen mit dem Alltag überfordert seien. "Die jungen Burschen kennen nur die Sprache der Gewalt. Auch das Frauenbild der jungen Afghanen birgt Konfliktpotenzial. Sie kennen es nicht, dass Frauen selbstbestimmt leben, so wie sie es in Österreich tun", so Mir.

Bei den tschetschenischen Jugendlichen ist die Flucht schon länger her - aber auch bei ihnen hat die Integration oft nicht funktioniert. Said (18) und seine Clique verbringen ihre Tage im Park. Er ist seit zehn Jahren in Österreich. "Ich wollte eigentlich Arzt werden, weil mein Vater im Krieg in Tschetschenien gefallen ist", erzählt er. "Aber es hat nicht geklappt mit der Schule. Ich konnte nicht so gut Deutsch." Jetzt ist er arbeitslos, wie viele seiner Freunde.

"Eine verlorene Generation"

"Sie sind eine verlorene Generation. Vaterlos", beschreibt es Hyssein Iskahanov, einer der sogenannten Ältesten in der tschetschenischen Gemeinschaft. Er war Politiker in Tschetschenien und fühlt sich für die Jugendlichen verantwortlich. "Wir müssen sie aus den Parks wegbringen. Dort lernen sie nur eines: Gewalt. Und sie geben das an ihre jüngeren Brüder weiter."

20.07.2016, 16:01
krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum