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26.06.2017 - 05:23
Pakistanische Aktivisten bei einem Protestmarsch nach der Entführung von fünf Bloggern.
Foto: AFP

Vier von fünf Bloggern wieder in Freiheit

30.01.2017, 11:57

Vier der fünf im Jänner entführten pakistanischen Blogger und Aktivisten sind am Wochenende wieder aufgetaucht. Das bestätigten Familienmitglieder am Montag. Der Aktivist Samar Abbas blieb auch am Montag noch verschwunden. Alle Männer hatten im Internet oder in Magazinen die Islamisierung der Gesellschaft für politische Zwecke oder das mächtige Militär Pakistans kritisiert.

Die fünf Männer waren im Jänner innerhalb von zwölf Tagen aus verschiedenen Städten Pakistans verschwunden.  Menschenrechtsorganisationen hatten angedeutet, staatliche Akteure könnten am Verschwinden der Männer beteiligt gewesen sein. Die Fälle hatten international Empörung ausgelöst.

Wo die vier freigekommenen Blogger nun sind, blieb zunächst unklar. Familienmitglieder von drei der Männer sagten, sie seien in Pakistan. Zum Gesundheitszustand der Männer oder der Identität der Entführer wollten die Familienmitglieder der Entführten nichts sagen. Einer der Aktivisten, Asim Saeed, arbeitet seiner Familie zufolge bei dem deutschen Pharmaziekonzern Merck in Singapur und sei nun wieder dort oder in Deutschland. Merck wollte sich dazu nicht äußern.

Angehörige der entführten Blogger bei einer Pressekonferenz in Islambad.
Foto: AFP

Alle vier Männer laut Datenschützer ins Ausland geflohen

Der Leiter der pakistanischen Datenschutzorganisation "Bytes For All", Shirzad Ahmad, sagte jedoch, alle vier Männer seien ins Ausland geflohen, um sich in Sicherheit zu bringen. Sie und ihre Familien werden in sozialen Medien als Gotteslästerer beschimpft.

Solche Vorwürfe werden nach Angaben von Kritikern der scharfen Blasphemiegesetze des Landes oft missbraucht, um unliebsame Menschen ruhigzustellen. Blasphemie kann in Pakistan vom Staat mit dem Tod bestraft werden. Extremisten exekutieren Gotteslästerer oft in Selbstjustiz.

Mindestens ein Verwandter eines der Entführten hat nach Angaben von Shirzad Ahmad Droh- SMS der Islamistengruppe Lashkar- e Jangvi al Almi erhalten.

Geheimdienst ISI und Taliban als "größte Feinde der Pressefreiheit"

Reporter ohne Grenzen zählt "Pakistans militärischen Geheimdienst ISI und die radikalislamischen Taliban zu den größten Feinden der Pressefreiheit weltweit". Auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit steht Pakistan auf Platz 147 von 180 Staaten.

Redaktion
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