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23.05.2017 - 13:37
Foto: tvthek.orf.at

TVthek verstößt gegen Schutz Minderjähriger

18.04.2016, 13:45

Der ORF schützt Minderjährige nicht ausreichend, wenn er Filme mit brutalen Szenen auch tagsüber in seiner TVthek zeigt. Zu diesem Urteil kommt die Medienbehörde KommAustria in einer aktuellen Entscheidung, die am Montag veröffentlicht wurde. Beim Öffentlich- Rechtlichen sieht man das anders: Man werde nach genauer Analyse über eine Berufung entscheiden, so der ORF.

Die KommAustria nahm drei "Tatort"- Ausgaben und eine Folge der Krimi- Serie "Die unlösbaren Fälle des Herrn Sand", allesamt ausgestrahlt im Sommer 2015, zum Anlass des Verfahrens. Diese beinhalten nach Ansicht der Behörde eine "Reihe von gewalttätigen, Minderjährige gefährdende Szenen". Das Problem laut Medienbehörde: Während solche Szenen im Fernsehen erst nach 20 Uhr gezeigt werden, sind sie nach Ausstrahlung sieben Tage lang in der TVthek des ORF abrufbar - und zwar zu jeder Uhrzeit. Damit werde riskiert, die "körperliche, geistige oder sittliche Entwicklung von jedenfalls Kindern im Alter unter zwölf Jahren zu beeinträchtigen".

"Technische Versäumnisse"

Der ORF habe es verabsäumt, Kinder durch "technische Maßnahmen" den Zugriff auf solche Szenen zu verwehren. Damit verstoße er gegen das eigene Angebotskonzept für die TVthek, wie er es für deren Genehmigung vorgelegt hatte. Auf Nachfrage sagte der Sprecher der KommAustria, man werde sich "nicht einmischen, wie der ORF das technisch löst". Ein gängiges Mittel im Europavergleich sei aber, gewisse Links einfach erst ab einem bestimmten Zeitpunkt "auswählbar zu machen".

ORF erwägt Berufung

Der Bescheid ist noch nicht rechtskräftig; der ORF kann dagegen berufen und prüft diesen Schritt derzeit. "Der ORF legt höchsten Wert auf die Einhaltung aller Bestimmungen zum Schutz von Minderjährigen und geht davon aus, keine dementsprechenden Regulative verletzt zu haben", betonte der Sender am Montag. Man werde die Entscheidung "in den kommenden Wochen genau analysieren und danach entscheiden, ob Rechtsmittel dagegen ergriffen werden".

18.04.2016, 13:45
AG/red
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