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26.04.2017 - 10:35
Foto: flickr.com/Joe Haupt

Radiotest fehlerhaft: GfK drohen Klagen

20.04.2016, 06:47

Der Radiotest, jenes Marktforschungsinstrument von GfK, mit dem Österreichs Radiosender die Werbepreise festlegen, ist fehlerhaft. Es gehe um Abweichungen von ein bis drei Prozentpunkten und einen Zeitraum von zumindest vier Jahren, informierte die GfK am Dienstag seine Auftraggeber. Den Marktforschern drohen nun Schadenersatzklagen.

Wie Kronehit, ORF und der Privatradio- Vermarkter RMS Austria gemeinsam mitteilten, gestand die GfK Fehler bei der Erhebung und Berechnung der Daten ein. Diese lägen ausschließlich im Bereich des Instituts und führten zu einer Verzerrung der Marktdarstellung in der Bandbreite von ein bis drei Prozentpunkten. Die Radiostationen fordern eine "umfassende Aufarbeitung samt Richtigstellung der Daten". Laut der gemeinsamen Aussendung dürfte diese in den kommenden Tagen vorliegen. "Diese Vorfälle sind aus Sicht des Radiotests äußerst unerfreulich."

Ein GfK- Sprecher bedauerte die Causa. Zu Einzelheiten wie der Schadenshöhe wollte er sich jedoch nicht äußern. Man habe eine Untersuchung eingeleitet, für Details sei es zu früh. Welche Sender von den Abweichungen profitiert haben, wird nicht verraten. Die Abweichungen seien jedoch "nicht zu unseren Gunsten ausgefallen", sagte Kronehit- Geschäftsführer Ernst Swoboda. Beim ORF sowie beim Marktführer Ö3 wollte man sich über die Pressemitteilung hinaus nicht äußern.

"Nach Bauchgefühl"

Laut Swoboda haben GfK- Mitarbeiter beim Ausfüllen der Fragebögen nicht ordentlich gearbeitet, sondern seien "nach Bauchgefühl" vorgegangen. Dass die Fehler unabsichtlich, also "nebenbei" passiert sind, schließt Swoboda ebenso wie Korruption aus. Es gebe keine Hinweise, dass gegen Geld manipuliert wurde.

Der Radiotest von GfK Austria ist Österreichs größte Untersuchung des Radionutzungsverhalten und wird halbjährlich veröffentlicht. Pro Jahr werden 24.000 Telefoninterviews geführt. Aus den Ergebnissen ergeben sich unter anderem Marktanteil, Reichweite und Hördauer. Diese liefern die Basis, auf der die Radiosender festlegen, wie viel ein Werbespot kostet.

20.04.2016, 06:47
AG/red
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