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25.09.2017 - 21:28
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

ORF- Chef Wrabetz hat größte mediale Präsenz

06.06.2017, 09:45

Österreichs Unternehmenschefs haben nur eine vergleichsweise geringe Präsenz in den Medien. Die meisten werden im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit im Betrieb nur schwach wahrgenommen. Erst Aufgaben im Sport, in Interessensvertretungen oder Politiknähe bringen einige von ihnen in der medialen Aufmerksamkeit nach vorne. Ausnahme: ORF- Chef Alexander Wrabetz, wie das erstmals veröffentlichte APA- DeFacto CEO- Ranking zeigt.

Wrabetz kommt im Rahmen seiner Tätigkeit am häufigsten in den Ressorts Kunst und Kultur vor, wobei nicht alle Themen für ihn angenehm gewesen sein dürften: Von der Erhöhung der GIS- Gebühren über Probleme mit dem ORF- Budget und den umstrittenen Umbau der ORF- Information bis hin zu Vorwürfen gegen den ORF im Zusammenhang mit dem Eurofighter- U-Ausschuss brachten ihm Berichte auch teilweise unerwünschte Aufmerksamkeit.

ORF-Generaldirektor Wrabetz verspricht eine "lückenlose Aufklärung".
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

An zweiter Stelle folgt Red- Bull- Chef Dietrich Mateschitz. Über ihn wird vor allem im Ressort Sport berichtet. Die Projekte gehen von RB Leipzig und RB Salzburg, über das Projekt Spielberg und die F1- Teams bis zur Schaffung seiner Medienplattform Quo Vadis Veritas.

"Im Besonderen ein Interview in der Kleinen Zeitung vom 8. April zum Thema Flüchtlingspolitik lässt den Indexwert von Mateschitz sprunghaft ansteigen" erläutert Manuel Kerzner, Analyst von APA- DeFacto. Im April ist sein Indexwert dadurch gut doppelt so hoch wie im Schnitt der sechs Monate. "Auffällig ist, dass der reichste Österreicher wenig bis gar nicht mit dem Kerngeschäft von Red Bull - Energydrinks - medial präsent ist", sagt Kerzner. Zum Verlauf seiner Geschäfte nimmt Mateschitz seit Jahren nicht Stellung.

Foto: APA/Erwin Scheriau

Auf Wrabetz und Mateschitz folgen mit großem Abstand erst der scheidende Casinos- Austria- Chef und Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees, Karl Stoss, Kapsch- Chef und IV- Präsident Georg Kapsch sowie Voest- Chef Wolfgang Eder. "Auffällig stark sind die Werte oberösterreichischer Unternehmenslenker", sagt Kerzner: Mit Wolfgang Eder (Rang 5, Voest), Stefan Pierer (Rang 6, KTM) und Heinrich Schaller (Rang 10, RLB OÖ) finden sich gleich drei CEOs oberösterreichischer Unternehmen unter den Top- 10 Österreichs.

Wolfgang Eder, Vorstandschef der voestalpine
Foto: APA/Hans Klaus Techt

Frauen auch medial unterrepräsentiert

Dafür verstärkt sich die schwache Präsenz von Frauen in den Top- Jobs noch in der medialen Wahrnehmung: Nur drei Frauen schaffen es in die Top- 50 der Medienpräsenz. Margarete Schramböck von A1 (Bild unten) belegt im Index den 21. Rang und lässt damit Elisabeth Stadler (Rang 30; VIG) und Sabine Herlitschka (Rang 36; Infineon) hinter sich. "Mit einem Frauen- Anteil von unter zehn Prozent zeigt sich, wie Männer- dominiert die Ebene der Unternehmensführung in Österreich nach wie vor ist", so Kerzner.

Foto: APA/DIMENSION DATA/IAN EHM/

Politiker und Sportler gefragter als Unternehmenschefs

Der Vergleich mit Spitzenvertretern anderer Branchen verdeutlicht erst, wie wenig österreichische Firmenchefs in den Medien vorkommen. Über Bundeskanzler Christian Kern wurde im sechsmonatigen Untersuchungszeitraum 40 Mal intensiver berichtet als über Chefs großer börsennotierter Unternehmen, über Außenminister Sebastian Kurz 30 Mal intensiver. Und im Einzelmonat Mai, als Kurz die ÖVP übernahm, kam er auf die 60- fache Berichterstattung.

Aber auch ein Marcel Hirscher kommt - jedenfalls im untersuchten Winterhalbjahr - auf das 30- fache der Berichterstattung, die Rainer Seele oder Wolfgang Eder als Chefs der größten, börsennotierten Firmen mit ihren Milliardenumsätzen erzielen. Selbst Schauspieler Tobias Moretti hat eine doppelt bis drei Mal so hohe Medienpräsenz wie die Firmenlenker.

Foto: GEPA

"Mediale Sichtbarkeit"

Das erstmals berechnete APA- DeFacto CEO- Ranking wertet rund 600.000 Berichte in nationalen Tageszeitungen und Magazinen sowie in Fernsehnachrichten auf ORF, Puls4 und ATV aus. In den berechneten Indexwert über die "mediale Sichtbarkeit" fließen einerseits die Anzahl der Erwähnungen, andererseits die "Intensität" der Berichterstattung ein: Dazu werden die Anzahl namentlicher Erwähnungen im Verhältnis zur Artikellänge bzw. die Position des Akteurs im Text herangezogen. Das Resultat ist ein Indexwert, der über unterschiedliche Zeiträume hinweg eine Vergleichbarkeit der errechneten Ergebnisse gewährleistet.

Redaktion
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