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28.04.2017 - 19:07
Ex-Premier Silvio Berlusconi
Foto: APA/EPA/ETTORE FERRARI

Italiens Regierung unterstützt Berlusconi- Konzern

29.12.2016, 08:41

Die italienische Regierung kritisiert die Vorgehensweise des französischen Medienkonzerns Vivendi, der in den letzten Tagen seinen Anteil an der TV- Gruppe Mediaset im Besitz von Ex- Premier Silvio Berlusconi auf 30 Prozent aufgestockt hat. Vivendis Vorgehensweise sei nicht transparent, meinte Industrieminister Carlo Calenda in einem Interview mit der Tageszeitung "La Stampa".

"Bisher war die Vorgehensweise intransparent, Vivendis Absichten sind unklar. Wir müssen die Marktregeln respektieren und akzeptieren, dass ein Ausländer eine italienische Firma erwirbt. Was nicht normal ist, ist die bisherige Vorgehensweise", betonte Calenda. Es bestehe die Gefahr, dass Vivendi Mediaset lahmlege. Dabei sei Mediaset ein wichtiges Unternehmen im Medienbereich.

Regierung wenig erfreut über Medien- Machtkämpfe

"Die Regierung hat über die Methoden dieser Operation eine negative Meinung. Dies bedeutet aber nicht, dass wir die Marktregeln verzerren, oder dass es zu einem staatlichen Eingriff für Mediaset kommen wird", so Calenda.

Trotz heftiger Proteste aus Italien hat Vivendi seinen Anteil an Mediaset auf 30 Prozent aufgestockt. Der Konzern ist somit zum zweitstärksten Aktionär von Mediaset aufgerückt. Mediasets Mutterkonzern Fininvest erklärte, er habe seinen Anteil an Mediaset aufgestockt, um die feindliche Übernahme durch die Franzosen abzuwenden.

Offene Schlacht zwischen Berlusconi und Bollore

Damit ist eine offene Schlacht zwischen Berlusconi und Vivendi- Chef Vincent Bollore ausgebrochen. Zwischen den beiden sind die Beziehungen bereits seit Monaten angespannt. Im Sommer ließ Vivendi eine schon vereinbarte Übernahme des zu Mediaset gehörenden Pay- TV- Senders Premium platzen.

Vivendi bezweifelte plötzlich die finanzielle Bewertung und wollte nun lieber 15 Prozent an der ganzen Gruppe. Mediaset lehnte ab und verklagte Vivendi auf Schadenersatz von 570 Millionen Euro.

Eigentlich wollten die Unternehmen eine gemeinsame Plattform zum weltweiten Vertrieb von TV- Inhalten schaffen. Italienische Medien hatten von einem "europäischen Netflix" gesprochen. Doch der Deal ist gescheitert. Bollore will jetzt mit einer feindlichen Übernahme bei Mediaset das Sagen haben. Ob er es schafft, ist fraglich.

Redaktion
krone.at
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