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25.07.2017 - 02:29
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Grasl will mehr Autonomie für Landesstudios

01.07.2016, 08:27

ORF- Finanzdirektor Richard Grasl will im Fall seiner Bestellung zum ORF- Generaldirektor die Landesstudios aufwerten und in der Geschäftsführung ein echtes "Board- System" mit einem "kollegialen Führungsstil nach dem Vorstandsprinzip" installieren. Dies erklärte Grasl in Interviews mit den Fachmedien "medianet" und "Horizont".

Zugleich übte Grasl neuerlich Kritik an dem vom amtierenden ORF- Chef Alexander Wrabetz vertretenen Prinzip der Alleingeschäftsführung. Dieses sei auch einer der Gründe für seine Bewerbung. "Es gab Anlassfälle, wo ich das Gefühl hatte, dass die Balance im Unternehmen nicht mehr stimmt. Es war so, dass ich über manche Entscheidungen, die finanzielle Tragweite hatten, nicht informiert wurde oder es nur aus Zeitungen erfahren habe", so Grasl in "medianet".

ORF-Finanzdirektor Richard Grasl und der amtierende ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz
Foto: APA/ERWIN SCHERIAU

Mehr Autonomie für Landesstudios

Die ORF- Landesstudios will Grasl im Falle seiner Wahl stärken. "Ich möchte, dass die Landesstudios eine noch größere Autonomie haben bei Personal und Budget und agieren können wie einzelne Gesellschaften mit einem Landesdirektor als Geschäftsführer, statt wie bisher als Units der Zentrale." Grasl denkt auch über eine zusätzliche regionalisierte Sendung im ORF- Programm nach. "Im Übrigen würde ich auch im Rotationsprinzip je zwei Landesdirektoren pro Jahr in das Kollegium meiner ORF- Führung aufnehmen. Überlegenswert wäre für mich auch, dass sie bei Fragen, die die Landesstudios betreffen, auch ein Stimmrecht haben."

"Produktorientierter"

Das ORF- Direktorium möchte Grasl "produktorientierter aufstellen". Ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber Wrabetz, der sich ebenfalls um die Funktion des Generaldirektors bewerben wird, sieht Grasl auch in der Frage der digitalen Weiterentwicklung des Unternehmens. "Hier will ich den Weg der starken Bündelung gehen bis hin zu einer zentralen Stelle im ORF, digitale Fragen betreffend. So etwas gibt es derzeit nicht", sagte Grasl gegenüber "medianet".

01.07.2016, 08:27
AG/red
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