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11.12.2016 - 07:30
Alexander Wrabetz und Richard Grasl
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

General gegen Finanzdirektor: Das Duell um den ORF

29.07.2016, 17:30

Um Mitternacht ist die Bewerbungsfrist für den ORF- Chefposten abgelaufen. Jedes Mitglied des Stiftungsrates könnte noch bis Montag Personen nachnominieren. Wer ab 1. Jänner 2017 für die nächsten fünf Jahre die größte Medienorgel des Landes leitet, wird bei der Wahl (mit einfache Mehrheit der 35 Stimmen) am 9. August entschieden.

Insgesamt rittern derzeit acht Kandidaten - unter ihnen ein YouTube- Filmemacher - um den Posten. Die einzigen freilich mit Chancen: der amtierende General Alexander Wrabetz, der in seine dritte Amtszeit gehen will - und als großer Herausforderer sein bisheriger Finanzdirektor Richard Grasl.

Beide Top- Manager treten mit teils unterschiedlichen Konzepten an. Die Bewerbung von Richard Grasl etwa ist 169 Steiten lang. Für ihn sei es eine Herzensangelegenheit: "Ich habe das Unternehmen von fast allen Seiten kennengelernt. Von ganz unten bis ganz oben, in freudigen Zeiten bis hin zu Krisenzeiten." Schwerpunkt ist neben "Einsparungen im Sinne des Gebührenzahlers" unter anderem durch die Zusammenlegung der Direktionen  ("transparent mit offenen und nicht geschlossenen Bürotüren") und ein immerhin 30- Prozent- Erfolgsanteil am Gehalt, der nur bei Zielerreichung ausbezahlt wird. Zudem will der 43- jährige Kremser ein Vier- Augen- Prinzip bei Entscheidungen einführen.

Herzstück für ihn ist die Information. Das Flagschiff "ZiB" soll um fünf Minuten verlängert werden, im ORF 1 eine weitere Sendung entstehen und zudem digital eine 24- stündige ZiB an sieben Tagen pro Woche etabliert werden. "Wir brauchen Mut und Entscheidungsfreude, um den Wandel zu gestalten", so Grasl.

Im Konzept von Alexander Wrabetz ist hingegen nach wie vor eine Allein- Geschäftsführung vorgesehen. Auch er legt das Hauptaugenmerk auf die Information. "Ich stehe neben jahrzehntelanger Top- Management- Erfahrung für eine nachweislich positive Bilanz als Generaldirektor, für mutigen, unabhängigen Journalismus ohne Maulkörbe, für eine klare Strategie im Bereich neuer und sozialer Medien und für eine Vision, welche Rolle der ORF in Zukunft in der Gesellschaft einnehmen soll", so der 56- jährige Wiener.

29.07.2016, 17:30
Christoph Budin, Kronen Zeitung
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