Bei den vier flüchtigen Bankräubern,
die - wie berichtet - mit Postile und Messer die Angestellten
und Kunden in Schach hielten, dürfte es sich um Russen handeln.
Jetzt setzt man auf die Fotos aus der Alarmkamera und auf den
Fluchtwagen. Denn vermutlich handelt es sich bei dem gesuchten
Pkw um einen bordeauxroten Fiat Croma, der in der Nacht zum Mittwoch
im 11. Wieder Bezirk gestohlen wurde.
"Konkret fahnden wir nach einem Wagen Baujahr 1993
mit dem Kennzeichen W 13635 P", so Chefinspektor Franz Pripfl
von der Kriminaldirektion 1. Die Ermittler bitten um Hinweise
zum Fluchtauto unter der Telefonnummer 01/31346/33150.
Seitens der BA-CA setzt man seit dem Überfall
auch auf einen privaten Sicherheitsdienst. Jetzt steht nämlich
während der Kassazeiten ein Wächter vor der Tür
und kontrolliert mit Argusaugen die Kunden, die die Bankfiliale
im internationalen Pressezentrum betreten.
Die geschockten Opfer des 61. (!) Bankraubs in diesem
Jahr müssen schon wieder ihren Dienst versehen. Und können
über die dummen Scherze mancher Kunden, die über den
Überfall witzeln, gar nicht lachen.
So lief der Raub ab
AmMittwoch Vormittag stürmten vier noch unbekannte
Täter die Filiale in der Gunoldstraße im 19. Wiener
Gemeindebezirk. Einer von ihnen war mit einer Schusswaffe bewaffnet,
die anderen trugen Messer, einer ein Brecheisen. Beim Hereinstürmen
stießen sie eine Kundin zu Boden, der einzige männliche
Kunde im Raum, der direkt daneben an einem Beratertisch saß,
deutete ihr, zur Sicherheit am Boden zu bleiben, als der mit der
Pistole Bewaffnete ihm auch schon die Schusswaffe an den Kopf
hielt: "Hände hoch!"
"... mit der eisernen Scheckkarte..."
Der Kunde, Dejan Nukic (im Bild nachgestellt:
am Boden kniend), hinterher im Gespräch mit Krone.at:
"Ich habe beim Bundesheer damals gelernt, wie man sich bei einer
Geiselnahme am besten verhält. Wenn einer mit der 'eisernen
Scheckkarte' hereinkommt, gibt es nur eins: ruhig bleiben." Während
des ganzen Überfalls hatte er die Pistole am Kopf.
Uhr vom Handgelenk geraubt!
Ungewöhnlich: Der Räuber fand sogar die
Ruhe, dem Kunden seine Fossil-Armbanduhr vom erhobenen Handgelenk
zu nehmen. "Ich hatte sogar die Gelegenheit, ihm die Waffe wegzuschlagen,
aber ich wollte nichts riskieren. Hätte ich das Gefühl
gehabt, er würde die Waffe gebrauchen, hätte ich aber
etwas unternommen."
Insgesamt befanden sich sechs Personen in der Filiale,
als die Bankräuber hereinstürmten: drei Kundinnen, zwei
Mitarbeiterinnen und der Kunde, der mit der Waffe bedroht wurde.
"Mehr, mehr, mehr!"
"Der an der Kasse rief immer nur 'mehr, mehr, mehr!'
, dann, nach fünf bis sieben Minuten rief einer etwas Unverständliches,
dann zogen sie so schnell ab, wie sie gekommen sind." Gut 20.000
Euro haben sie erbeutet.
Nach dem Überfall sprach Nukic mit einer der
Kundinnen. "Sie war völlig fertig und sagte: 'Da sieht man
die Dinge im Leben gleich ganz anders!'" Nukic selbst nimmt den
Vorfall eher leicht. "Trotzdem mache ich heute nichts Anderes
mehr, als mich zu entspannen. Ich brauch heute nichts mehr..."
Dabei war der Musikproduzent doch nur in der Bank,
um seiner Betreuerin ein Exemplar seiner neuen Dance-CDs zu bringen
(Club Revolution)...
Personenbeschreibung
1.) männlich, ca. 20-22 Jahre alt, ca. 170 cm
groß, sportlich, ovale Gesichtsform, braune Haare, braune
Augen, war bekleidet mit dunkler Hose, grauer Jacke mit schwarzen
Streifen auf den Ärmeln, dunkler Rollhaube und hatte das
Gesicht teilweise mit einem Schal verdeckt
2.) männlich, ca. 35 Jahre alt, ca. 170 cm groß,
schlank, rundes Gesicht, schulterlanges schwarzes Haar (möglicherweise
Perücke) Brille. Er war dunkel bekleidet, hatte ein Brecheisen
in der Hand und trug eine beige Tasche
3.) männlich, ca. 25 Jahre alt, ca. 175-180 cm groß,
schlank, war maskiert mit schwarzer Motorradhaube mit Sehschlitzen,
trug eine helle Jacke mit schwarzen Streifen auf den Ärmeln
und hatte einen Schraubenzieher mit roten Griff in der Hand
4.) männlich, ca. 25 Jahre alt, ca. 175 cm groß,
schlank, vermummt mit einem Schal, trug eine dunkle Wollhaube,
dunkle Sonnenbrille und dunkle Jacke
Die Täter in einem roten Fiat. Die Fahndung
läuft auf Hochtouren, die Ermittlungen führt die Kriminaldirektion
1.