Fahrschüler Schumi

Für Schumacher wird das Comeback langsam peinlich

Sport
19.04.2010 12:49
Für Michael Schumacher wird die Rückkehr in die Formel 1 schön langsam peinlich. Als Zehnter in China wurde der einstige "Regengott" am Sonntag in Shanghai geradezu gedemütigt. "Der Rekord-Weltmeister als Fahrschüler", schrieb die Deutsche Presse-Agentur nach der schwachen Vorstellung des 41-jährigen Mercedes-Fahrers, der mit finsterem Gesicht zugab: "Dieses Wochenende war kein glückliches für mich. Ich muss daraus lernen."

Besonders peinlich ist, dass der wohl gewiefteste Taktiker im Geschäft selbst gegen seinen um 17 Jahre jüngeren und in 74 GP-Rennen noch sieglosen Teamkollegen Nico Rosberg bisher keine Chance hatte.

Rabenschwarze Bilanz
Auch der dreimalige Weltmeister Niki Lauda sieht den ehemaligen Superstar derzeit nur noch als Mittelmaß. "Der Michael muss hart an sich selbst und besonders mit dem Auto arbeiten, damit er das ganze Paket einfach schneller kriegt, weil im Moment geht die Reise nicht nach vorne." Schumachers Zwischenbilanz ist rabenschwarz. Mit zehn Punkten ist er nach vier Rennen WM-Zehnter, 50 Zähler hinter China-Sieger Button und 40 hinter dem neuen Gesamtzweiten Rosberg.

Noch aber steht das silberne Lager fest zum PS-Helden. "Keine Angst, Michael hat das Autofahren nicht verlernt", beteuerte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Er ist eine Institution. Er kommt zurück." Bisher ist Schumacher jedenfalls vom Glanz vergangener Tage weit entfernt. Chaotische Regenrennen wie in Shanghai waren für ihn früher eine Lust. Diesmal rutschte Schumacher zuweilen bedenklich um den Kurs und musste sich am Ende sogar vom Renault-Neuling Witali Petrow und Ferrari-Mann Felipe Massa überholen lassen.

Die Rückkehr an die Stätte seines 91. und bisher letzten GP-Sieges wurde so zur Demütigung. "Ich habe keinen guten Job gemacht", gestand Schumacher. "Man muss das als Erfahrung abhaken und sich aufs nächste Rennen vorbereiten."

Button strahlender Sieger
Ganz anders Jenson Button und das McLaren-Team. Erneut traf man dort unter widrigsten Umständen die goldrichtigen taktischen Entscheidungen, die der früher als Playboy verrufene Button perfekt umsetzte. "Es ist nicht Glück, das uns an die Spitze gebracht hat", sagte der 30-Jährige aus Südengland, der im Vorjahr mit dem Doppeldiffusor-Brawn überraschend Champion geworden war. "Er ist wie der Weltmeister gefahren, der er ist", meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Der intelligenteste und schnellste Fahrer hat gewonnen", lobte Ex-Champion Niki Lauda.

Einen ausführlichen Bericht zum Rennen findest du in der Infobox!

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