Der 22-jährige Deutsche rettete schließlich 1,4 Sekunden vor Nico Rosberg (Mercedes) Platz vier. Der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher wurde bei seinem mit Spannung erwarteten Comeback unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Rosberg Sechster. Der regierende Champion, der Brite Jenson Button, kam im zweiten McLaren nur auf Rang sieben.
Feierstimmung bei Ferrari
Im Ferrari-Lager herrschte nach dem Doppelsieg in der Wüste natürlich Feierstimmung, hatten die Italiener doch im Vorjahr nur ein einziges Rennen gewonnen. "Es ist ein sehr spezieller Tag. Einen besseren Start in die Zusammenarbeit hätten wir uns gar nicht vorstellen können", sagte Neuzugang Alonso. Der Spanier feierte vor den Augen von König Juan Carlos seinen insgesamt 22. GP-Sieg, den ersten seit Japan im Oktober 2008.
Alonso hatte Massa bereits am Start überholt, vor ihm kontrollierte aber der aus Pole Position gestartete Vettel das Tempo - bis zur 32. von 49 Runden, als er über Funk einen dramatischen Leistungsverlust meldete. Mehr als 50 PS soll das Problem am Auspuff ausgemacht haben, der Vizeweltmeister verlor pro Umlauf knapp vier Sekunden, auf der Geraden fehlten ihm 12 km/h Topspeed.
Vettel mit "Schadensbegrenzung"
In Runde 34 war Alonso an Vettel vorbei, in Runde 35 Massa und schließlich in der 38. auch Hamilton. "Der Rest war nur noch Schadensbegrenzung", erklärte Vettel - eine sehr ordentliche allerdings. Trotz der Probleme hielt der 22-Jährige die beiden Mercedes, Weltmeister Jenson Button im McLaren (7.) und seinen Teamkollegen Mark Webber (8.) in Schach.
"Vettel ist unglaublich gefahren, einfach sensationell", lobte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. "Er hat nicht einen einzigen Fehler gemacht. Wenn wir nicht gewinnen können, dann wollten wir zumindest gute Punkte machen." In der WM fehlen Vettel nach dem ersten von 19 Saisonrennen gemäß neuem Punktesystem nun 13 Zähler auf Buchmacher-Favorit Alonso, der bei 25 hält.
Schnellste Rennrunde für Alonso
Die Ferraris hatten bei 35 Grad im Schatten vor dem Rennen als Vorsichtsmaßnahme den Motor gewechselt - ein gelungener Schachzug. "Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel, speziell mit Ferrari. Es wird schwer, den heutigen Tag zu vergessen", meinte Alonso, der auch die schnellste Rennrunde drehte. "Die Erwartungen an einen Ferrari-Fahrer sind sehr hoch. Es ist das beste Team der Welt."
Schumacher hatte vor seinem Rücktritt 2006 fünf WM-Titel für dieses Team geholt, mit seinem Comeback im Mercedes war der Deutsche nicht unzufrieden. "Es hat sehr viel Spaß gemacht. Alles hat gut funktioniert", sagte Schumacher, der wie in seinem allerersten Grand Prix 1991 von Platz sieben gestartet war, nach einem unauffälligen Rennen. "Es war die erwartete Odyssee."
Erstmals keine Tankstopps
Erstmals war Nachtanken im Rennen verboten. Die durch die Spritmengen extrem schweren Autos waren auf der verlängerten Strecke in Sakhir in der Anfangsphase mehr als acht Sekunden langsamer als im Qualifying. Von den drei neuen Teams brachte lediglich Lotus seine beiden Autos ins Ziel, Heikki Kovalainen belegte als Bester Rang 15. Die Piloten von Virgin und Hispania schieden jeweils bereits in der ersten Rennhälfte mit Defekten aus.
Endklassement des GP von Bahrain:
Rang | Fahrer | Team | Rückstand |
1. | Fernando Alonso | Ferrari | |
2. | Felipe Massa | Ferrari | +16,0 Sek. |
3. | Lewis Hamilton | McLaren | +23,1 |
4. | Sebastian Vettel | Red Bull | +38,7 |
5. | Nico Rosberg | Mercedes GP | +40,2 |
6. | Michael Schumacher | Mercedes GP | +44,1 |
7. | Jenson Button | McLaren | +45,2 |
8. | Mark Webber | Red Bull | +46,3 |
9. | Vitantonio Liuzzi | Force India | +53,0 |
10. | Rubens Barrichello | Williams | +62,4 |
11. | Robert Kubica | Renault | +69,0 |
12. | Adrian Sutil | Force India | +82,9 |
13. | Jaime Alguersuari | Toro Rosso | +92,6 |
14. | Nico Hülkenberg | Williams | +1 Runde |
15. | Heikki Kovalainen | Lotus | +2 Runden |
16. | Sebastien Buemi | Toro Rosso | +3 Runden |
17. | Jarno Trulli | Lotus | +3 Runden |
Ausgeschieden:
Karun Chandhok (IND) Hispania, Timo Glock (GER) Virgin, Kamui Kobayashi (JPN) Sauber, Witali Petrow (RUS) Renault, Bruno Senna (BRA) Hispania, Pedro de la Rosa (ESP) Sauber, Lucas di Grassi (BRA) Virgin
Schnellste Rennrunde:
Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:58,287 Minuten in der 45. Runde (Schnitt: 191,710 km/h)
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