Peinliche Panne

Britische Bank verliert Daten von 370.000 Kunden

Ausland
08.04.2008 08:21
In Großbritannien findet die Serie peinlicher Datenpannen kein Ende: Jetzt hat der englische Bankengigant HSBC zugeben müssen, dass ihm eine wichtige CD mit detaillierten Daten von 370.000 Versicherungskunden abhanden gekommen ist. Die Bank teilte am Montag mit, der Datenträger sei bereits vor einem Monat während eines Transportes mittels Kurierdienst verloren worden.

Auf der Disc sind unter anderem Namen, Geburtstag und Details zum jeweiligen Versicherungsschutz der Kunden gespeichert. Die britische Finanzaufsichtsbehörde wurde eingeschaltet, die nun Ermittlungen wegen Sicherheitsverstöße einleiten kann.

Nach Angaben der Bank ging die CD vor rund vier Wochen verloren, als sie per Kurier von einer Filiale in Southampton zum Schweizer Rückversicherer Swiss Re geschickt wurde. Derartige Informationen würden normalerweise über eine sichere Netzverbindung transportiert, diese habe an dem entsprechenden Tag jedoch nicht funktioniert, erklärte ein Sprecher der Bank. Er betonte, dass keine Finanzdetails über Bankkonten oder Adressen auf dem Datenträger seien. Die Möglichkeit, dass jemand damit einen Betrug begehen könne, sei "sehr gering".

Bank droht nun eine Millionenstrafe
HSBC, der größten Bank des Vereinten Königreichs, droht eine Millionenstrafe, falls die Aufsicht FSA mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beanstandet. Von der FSA äußerte sich zunächst niemand. Erst vergangenen Dezember musste der Lebensversicherer Norwich Union Life in einem ähnlichen Fall eine Strafe in Höhe von 1,26 Millionen Pfund zahlen.

Großbritannien hat in letzter Zeit immer wieder mit spektakulären Datenpannen internationales Aufsehen auf sich gelenkt. So gingen im vergangenen Oktober bei der Steuerbehörde CDs mit vertraulichen Daten von 25 Millionen Familien (Kindergeldempfänger) verloren.

Datenpanne kein Einzelfall
Im Dezember räumte die Regierung ein, dass auf einer Festplatte in den USA die gespeicherten Namen, Anschriften und E-Mail-Adressen von rund drei Millionen Führerscheinanwärtern verschwanden.

Im Jänner musste das britische Verteidigungsministerium zugeben, dass ein Laptop mit den Daten von 600.000 Rekruten oder anderen Militärdienst-Interessenten gestohlen wurde. Der zuständige Offizier hatte den Computer offenbar über Nacht in einem Auto liegen gelassen.

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