Der nächtliche Betrieb der U-Bahn am Wochenende sowie vor Feiertagen ist ein Ergebnis der Volksbefragung: Mit knapper Mehrheit haben sich die Wiener im Februar für diesen ausgesprochen.
Kosten betragen jährlich fünf Millionen Euro
Die zusätzlichen Kosten für den Nachtbetrieb werden - wie bereits angekündigt - rund fünf Millionen Euro pro Jahr betragen. Die Summe setzt sich laut Steinbauer wie folgt zusammen: Die Kosten für Fahrdienst, Aufsicht und Sicherheit werden auf 2,6 Millionen Euro geschätzt, der Bereich Infrastruktur schlägt mit 3,2 Millionen Euro zu Buche. Wobei hier allein die Stromkosten 1,5 Millionen Euro ausmachen.
Parallelführungen sollen vermieden werden
Abgezogen werden Einsparungen beim Nachtbusnetz (minus 0,8 Millionen Euro), da dieses am Wochenende verkleinert wird. Ab September wird es somit zwei Liniennetze für die Nightlines geben. An Werktagen sind diese wie bisher unterwegs. Am Wochenende wird auf die U-Bahn Rücksicht genommen: Parallelführungen sollen vermieden werden, hieß es. Dafür wird es neue Strecken von und zu U-Bahn-Stationen geben.
Der Termin für die Einführung des 24-Stunden-Angebots erscheine optimal, da am Ende der Sommerferien die Fahrgastzahlen wieder ansteigen, wurde betont. Die logistischen Vorbereitungen sind laut Wiener Linien im Laufen. So werden etwa bereits die Fahrpläne berechnet und die Dienstpläne ausgearbeitet. Auch eine eigene Betriebsvereinbarung wird verhandelt.
28 U-Bahn-Garnituren unterwegs
Außerdem muss in den Stationen ein neues Wegeleitsystem montiert werden, das auf die neuen Nachtbuslinien bzw. -haltestellen verweist. Auch die Tonbänder mit den Ansagen sowie die Wartungspläne werden geändert. Fix ist auch bereits, wie viel rollendes Material eingesetzt wird: In der Nacht werden 28 U-Bahn-Züge unterwegs sein. Im Einsatz sind weiters, so wie bereits jetzt in den Nachtbussen, sogenannte "Nightliner", also Mitarbeiter der Wiener Linien, die für Fragen zur Verfügung stehen.
Die Wiener Linien stehen laut eigenen Angaben auch bereits in Gesprächen mit der Polizei, um die Sicherheit in den Stationen und Verkehrsmitteln zu gewährleisten. Auch die Verkehrsbetriebe selbst ergreifen entsprechende Maßnahmen: Neben den "Nightlinern" in den Zügen wird es in den Haltestellen Stationswarte geben. Zum Einsatz kommen in der Nacht vor allem Garnituren, die bereits mit Videoüberwachung ausgerüstet sind, betonte Steinbauer.
Vizebürgermeisterin Renate Brauner hob hervor, dass von vergleichbaren Städten in Europa nur Hamburg und Stockholm einen U-Bahn-Nachtbetrieb anbieten. Dort sei das Ticket jedoch teurer. In Wien werden, so wurde jedenfalls versichert, die Fahrscheinpreise nicht steigen. Die 24-Stunden-U-Bahn wird aus Steuermitteln finanziert.
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