Amoklauf in Fabrik

Mitarbeiter tötet drei Kollegen und sich selbst

Ausland
08.01.2010 07:36
Ein Mitarbeiter eines Transformatoren-Werks im US-Staat Missouri hat in der Fabrik drei Menschen und dann sich selbst erschossen. Der Schütze hat bei dem Drama am Donnerstag in St. Louis weitere fünf Menschen verletzt. Es handelt es sich laut Gerichtsakten um einen Mitarbeiter, der einen Rechtsstreit mit seiner Firma über Pensionszahlungen geführt hatte.

Nach Polizeiangaben kam der Schütze am frühen Morgen auf das Werksgelände des Schweizer Technologiekonzerns ABB in einem Industrieviertel von St. Louis. Er war mit einem Gewehr und einer Handfeuerwaffe bewaffnet und stürmte die Büroräume. Der Schütze habe drei Menschen getötet und fünf weitere verletzt, teilte die Polizei mit. Drei der Verletzten befinden sich in einem ernsten Zustand.

Bis zu 50 Menschen befanden sich in Werk
Als der Schütze zu Schichtbeginn in das Werk stürmte, befanden sich dort zwischen 40 und 50 Menschen. Nach den Schüssen herrschte lange Zeit Unklarheit, ob der Schütze noch auf dem Werksgelände war oder die Flucht ergriffen hatte. Die Polizei durchkämmte die weitläufige Anlage vier Stunden lang. Eine nahe gelegene Autobahn wurde vorübergehend gesperrt. Schließlich fand sie einen weiteren Toten. Der Mann hatte sich offenbar selbst erschossen. "Wir sind sehr sicher, dass das der Schütze ist", sagte Polizeichef Dan Isom bei einer Pressekonferenz. Die Polizisten hätten auf dem Werksgelände keinerlei Schüsse abgegeben, fügte er hinzu.

Das Motiv des Schützen ist bisher unklar. "Es wird uns viel Zeit kosten, die Teile des Geschehen zusammenzusetzen", sagte der Polizeichef. Laut Angaben der Polizei handelte es sich um einen 51-jährigen ABB-Mitarbeiter namens Timothy H. Aus Akten eines Gerichts in Kansas City geht hervor, dass er mit ABB einen Rechtsstreit über Pensionszahlungen ausfocht.

Nachbar: "Entspannter und gelassener Typ"
Ein Nachbar des Schützen, der Anwalt Mike Sweney, sagte der Zeitung "St. Louis Post-Dispatch", H. habe ihn vor drei Jahren nach Anwälten für Arbeitsrecht gefragt. Er habe mehrfach Probleme mit Vorgesetzten erwähnt. Sweney beschrieb seinen Nachbarn als "entspannten und gelassenen Typen, der immer bereit war, ein Bier zu trinken und über die Dinge zu reden".

Entsetzen am Hauptsitz in Zürich
Am ABB-Hauptsitz in Zürich reagierte man entsetzt auf die tragischen Ereignisse. "Es ist ein schwarzer Tag für ABB", sagte Sprecher Thomas Schmidt. Sowohl in Zürich als auch in den USA seien Krisenteams gebildet worden. Priorität habe es nun, sich um die Kollegen in St. Louis zu kümmern.

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