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Haiku-Liebhaber

19.11.2009, 22:54
Porträt von EU-Ratspräsident Van Rompuy
Porträt von EU-Ratspräsident Van Rompuy
Der erste ständige EU-Ratspräsident und bisherige belgische Ministerpräsident Herman Van Rompuy ist vor allem als Streitschlichter im eigenen Land und zuletzt als Liebhaber japanischer Poesie aufgefallen. Letzteres wurde in den belgischen Medien mit Vorliebe für Karikaturen verwendet. Waren die Beschreibungen des flämischen Christdemokraten in Belgien aber noch relativ harmlos, zog die britische Presse zuletzt wild über Van Rompuy her.

Dabei half aber auch die Schwester des wahrscheinlichen Ratspräsidenten, Christine Van Rompuy, kräftig mit. Dem "Daily Express" stellte sie ein Foto zur Verfügung, das Herman Van Rompuy als Clown zeigt. Daraufhin titelte das Blatt: "Großbritanniens neuer belgischer Boss ist ein Clown." Aber auch der Bruder des belgischen Premiers, Eric Van Rompuy, wurde von "Le Soir" mit der Bemerkung zitiert, dass Herman nach den letzten Budgetverhandlungen "seine Grenzen erreicht" habe. "Er hat mir anvertraut, dass es Zeit wäre, innerzuhalten. Er erreichte seine Grenzen", so Erich über seinen Bruder.

Belgier ist Haiku-Liebhaber
Die Vorliebe Van Rompuys für Haikus (ein Haiku ist eine japanische Gedichtform, die traditionell ein Bild aus der Natur beschreibt und anhand sogenannter Jahreszeitenwörter den Handlungszeitraum zu erkennen gibt - mit insgesamt 17 Silben ist das Haiku die kürzeste Gedichtform der Welt) - brachte ihm vor allem in den letzten Wochen zahlreiche Karikaturen ein. Dabei wurde einmal der Ministerpräsident bei einer Kabinettssitzung mit einem weißen Stirnband und rotem Punkt in der Mitte, das die japanische Flagge darstellen soll, gezeichnet. In der Sprechblase erging sich Van Rompuy dabei im "großen Teich der Weisheit der Verrückten - Blume der Regierung", während einer seiner Minister die Frage stellte, "müssen wir jetzt jede Stunde ein Haiku machen?"

Der Betriebswirt war von 1993 bis 1999 Vizepremier und Budgetminister. Nach dem neuerlichen Wahlsieg seiner Christdemokraten wurde er im Juli 2007 Parlamentspräsident. Im Dezember 2008 wurde er Regierungschef als Nachfolger des umstrittenen christdemokratischen Premiers Yves Leterme. Mit dem Wechsel an der Regierungsspitze zog auch wieder Ruhe in dem vom Sprachenstreit zwischen Flamen und Wallonen zerrissenen Belgien ein.

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