Schwester besiegt

Serena Williams gewinnt Finale in Wimbledon

Sport
05.07.2009 09:41
Serena Williams hat am Samstag nach 2002 und 2003 ihren dritten Einzeltitel beim Tennis-Traditionsturnier in Wimbledon errungen. Die 27-jährige US-Amerikanerin besiegte ihre 13 Monate ältere Schwester und Titelverteidigerin Venus Williams im bereits vierten Aufeinandertreffen der beiden in Wimbledon-Endspielen klar in zwei Sätzen. Es war der insgesamt elfte Grand-Slam-Erfolg für Serena, die nach 87 Minuten ihren vierten Matchball verwandelte. "Ich bin überglücklich und kann's noch gar nicht fassen", sagte die strahlende Siegerin mit der silbernen Venus-Rosewater-Trophäe im Arm.

Mit 7:6(3), 6:2 setzte sich die 27-Jährige dabei sogar überraschend klar durch, nachdem sie im Halbfinale gegen die Russin Jelena Dementjewa erst nach Abwehr eines Matchballes dem Aus glücklich entgangen war. Nach dem vierten Matchball sank die Siegerin kurz zu Boden, um sogleich ans Netz zu laufen und ihre Schwester in den Arm zu nehmen. Die hatte ihre Niederlage in nur 87 Minuten noch immer nicht kapiert, als sie schon im Blitzlichtgewitter stand. "Ich habe das alles noch gar nicht realisiert", sagte sie und versprach: "Aber ich komme wieder, weil ich liebe, was ich mache."

"Wenn schon verlieren, dann gegen Serena"
Für Venus Williams war der letzte Arbeitstag bei den 123. All England Championships ein Schrecken, der ihr nur dadurch erträglich wurde, dass sie gegen ihre Schwester verlor. "Ich liebe sie - und wenn ich schon verlieren muss, dann gegen Serena", sagte die 29-Jährige, die in Wimbledon fünf Mal triumphiert hat und damit in der Reihe der Seriensiegerinnen hinter Martina Navratilova (neun) und Steffi Graf (sieben) an Position drei steht. Als Trostpflaster bekam sie ein Preisgeld von 496.000 Euro.

Überraschend klares Ergebnis
Doch im 21. Vergleich mit der kleinen Schwester, die mit dem elften Sieg zugleich ihren elften Grand-Slam-Titel holte, ging diesmal nicht alles nach Plan. Den ersten Satz musste sie in 52 Minuten im Tiebreak abgeben. Es war der erste im gesamten Turnier, der eine Minute länger dauerte als ihr komplettes Halbfinalspiel gegen Dinara Safina. Beim 6:1, 6:0 hatte sie die Weltranglisten-Erste aus Russland dermaßen an die Wand gespielt, dass niemand Zweifel daran hegte, die alte und neue Wimbledon-Siegerin gesehen zu haben.

Richard Williams: "Serena ist wie ein Kettenhund"
Doch mit ihrem kraftvollen Spiel machte ihr Serena einen Strich durch die Rechnung vom achten Grand-Slam-Titel. "Ich will diesen Sieg unbedingt. Auch wenn ich dafür meine Schwester schlagen muss", hatte Serena angekündigt. Und sie hielt Wort. Vater Richard Williams hatte nichts anderes erwartet, bevor er einer Tradition folgend vor dem Finale die Heimreise angetreten hatte. "Serena ist auf dem Platz wie ein Kettenhund - härter als jede andere", sagte der knorrige Tennis-Vater.

Dppeltitel an die Williams-Schwestern
Am Samstagabend hat die "Kettenhündin" ihren doppelten Triumph in Wimbledon überhaupt perfekt gemacht: Die 27-Jährige setzte sich nur wenige Stunden nach dem Erfolg über ihre Schwester im Einzel im Doppel an der Seite ihrer Schwester gegen die Australierinnen Samantha Stosur/Rennae Stubbs in zwei Sätzen mit 7:6(4), 6:4 durch.

Herren-Doppel an Nestor/Zimonjic
Im Herren-Bewerb verteidigten der Kanadier Daniel Nestor und der Serbe Nenad Zimonjic ihren Vorjahrestitel mit Erfolg. Das als Nummer zwei eingestufte Duo bezwang die topgesetzten US-Amerikaner Bob und Mike Bryan nach hartem Kampf mit 7:6(7), 6:7(3), 7:6(3), 6:3. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, den Titel zu verteidigen und ungeschlagen nach Hause zu reisen", sagte Zimonjic. Nestor/Zimonjic schafften als erste Doppel-Paarung die erfolgreiche Titelverteidigung seit Jonas Björkman/Todd Wodbridge im Jahr 2004.

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