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Grasser privat

Der Minister im Gespräch mit Conny Bischofberger
Der Minister im Gespräch mit Conny Bischofberger
Zurück aus Italien genießt Karl-Heinz Grasser ab und zu einen faulen Nachmittag im Garten eines Freundes. Mit Büchern, Cindy und süßen Erinnerungen. Conny Bischofberger im Gespräch mit dem Finanzminister.

Heute mit Hund?
Das ist Cindy, der liebenswürdigste Golden Retriever, den ich kenne – sie gehört meinem Freund. Ich verbringe Zeit mit ihr, seit sie klein war. Ich bin der Einzige, der sie zum Bellen bringt.

Warum kein eigener Hund?
War schon ein großer Traum von mir, als ich elf war. Damals haben mir meine Eltern eine Schäferhund gekauft, die Hexi – sie ist an Leukämie gestorben. Fiona hat elf Hunde... Erst unlängst haben wir uns wieder vorgestellt, wie das wäre, wenn ich einen eigenen Hund hätte, am liebsten eine Mischung aus Husky und Schäfer.

Aber?
Ich habe eine Wohnung, kein Haus mit Garten. Ins Ministerium könnte ich den Hund mitnehmen, aber was hat er davon, wenn er den ganzen Tag im Büro liegt? Da warte ich lieber, bis die Lebenssituation passt.

So lange also ein Leihhund.
Den ich jederzeit besuchen kann. Ich komm oft nach dem Tennis hierher. Ich spiel total gern mit ihr!

Die Hundehaare stören Sie nicht?
Ich komm ja nicht im dunklen Anzug hierher. Außerdem gibt es immer einen großen Vorrat an Tixorollern. Cindy ist auch ein großer Schwimmhund. In Kärnten fahren wir oft auf den Wörther See raus und springen ins Wasser.

Was empfinden Sie, wenn Sie am Wasser sind?
Da lasse ich die Gedanken schweifen. Wasser spiegelt den Horizont, die unendliche Weite, wider. Ein See, das ist für mich eine Einladung zum Träumen.

Wohin wandern die Gedanken da?
Vom Job zu kommenden Herausforderungen, von der Familie zur Beziehung. Da gehe ich Pläne und Strategien durch, und immer wieder denke ich auch an meine Großmutter, die vor 10 Jahren gestorben ist. Wir hatten eine sehr enge Beziehung. Das ist für mich wie Beten: Du stellst eine innere Verbindung her.

Neigen Sie zu Sentimentalität?
Gelegentlich ja.

Was tragen Sie da auf der Brust?
Eine Steinscheibe an einem Lederband. Sie ist von Fiona. Ich muss sie fragen, was das für ein Stein ist. (Grasser ruft Fiona Swarovski an. Seliges Lächeln, kurzes Geplänkel.) Blauer Saphir! Er wirkt ausgleichend, aufheiternd. Am anderen Band hängt ein kleiner Biocomputer der die elektromagnetischen Felder im Gleichgewicht hält.

Heimlicher Esoteriker?
Ich bin jemand, der empfänglich ist für Alternativ- und Ganzheitsmedizin. Ich habe eine homöopathische Ärztin, die mir attestiert hat, dass ich in drei Monaten keine Brille mehr brauchen werde.

Wo ist Ihre Brille heute?
Heute trage ich Linsen. Wie immer, wenn ich Sport betreibe.

Wie oft Sport?
Täglich! Wenn ich drei, vier Tage keinen Sport mache, werde ich total unrund. Dann wird die Energie so groß, dass ich sie abbauen muss. Beim Laufen, Tennis, Radfahren, Bergsteigen. Sport ist mein Lebenselixier, versetzt mich in jenen Zustand, in dem Körper und Geist im Reinen sind.

Ihr innerer Schweinehund?
Unterliegt meistens. Manchmal bin ich vielleicht müde. Aber die Sehnsucht nach Bewegung ist stärker.

Wonach haben Sie Sehnsucht im Moment?
Italien, Meer, ein Glas Wein. Am liebsten ein Weißer mit viel Eiswürfeln.

Aus Italien kommen Sie gerade zurück – waren Sie nicht derjenige, der gefordert hat, Politiker sollten weniger Urlaub machen?
In extrem plakativer Form übersetzt: Ja. Ich wollte damit aber nicht sagen, dass niemand auf Urlaub gehen darf, sondern dass es absurd ist, wenn Parlament, Universitäten und Schulen im Sommer zusperren. Hier sollte man sich Nutzungsmöglichkeiten überlegen. Was meine Urlaube betrifft, so waren meine längsten Ferien zwei Wochen.

Frisst die Politik Sie manchmal auf?
Das schafft die Politik nicht. Wenn ich abends nach Hause komme, mache ich die Tür hinter mir zu, und die Politik bleibt draußen. Ich kann nach einem superstressigen Tag in Sekundenschnelle abschalten.

Wie oft kommen Sie in diesen Garten?
Immer wieder zwischendurch. Nach dem Tennisspielen zum Beispiel. Dann liege ich am Pool und lese. Mein Traum ist es, einen Koffer voller Bücher neben mir stehen zu haben und alle zu verschlingen.

Wonach sind Sie hungrig?
Ein kompletterer Mensch zu werden. Ich bin bisher einen strengen Weg der Spezialisierung gegangen. Volkswirtschaft, Finanzwissenschaft, Ökonomie: Damit kenn ich mich aus. Aber auf diesem Weg habe ich auch gelernt, dass das Leben viel, viel breiter ist. Dass es unendlich viele hochinteressante Themen gibt, denen ich mich widmen möchte. Die alten Kulturen, Musik, Sprachen, Malerei.

Verkörpert Ihre Beziehung zu Fiona Swarovski ein bisschen dieses breitere Leben?
Das ist schön gesagt. Ja, sie animiert mich dazu.

Haben die Paparazzi wieder zugeschlagen?
Dieses Mal haben sie uns in Ruhe gelassen. Wir haben uns gewehrt, das war gut. Weil unsere Freundschaft, unsere Intimität, nach außen gezerrt wurde.

Überrascht?
Ja! Ich hab’s ehrlich nicht verstanden. Ich bin Finanzminister eines Landes, das für mich zwar das wichtigste Land auf der Welt ist, aber international gesehen ist Österreich doch eher unbedeutend. Und Fiona ist auch nicht der große Filmstar.

Gibt es die berühmte Seepferdchen-Badehose eigentlich noch?
Ich nehme an, aber ich weiß es nicht, denn sie gehört nicht mir. Es war eine Leih-Badehose.

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